Das Jahr 2015

1. Mai – Internationaler Tag der Arbeiter

LASST UNS EINE GERECHTE, SOLIDARISCHE UND NACHHALTIGE GESELLSCHAFT AUFBAUEN

Aufruf zum 1. Mai 2015 - Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmer

 

Arbeit für Alle in Würde und Gerechtigkeit, gleich welcher Hautfarbe, des Geschlechts, der Religion und des Landes von dem man kommt! Dafür kämpft die WBCA mit Ihren Mitgliedsbewegungen. Seit 1889 (1. Mai Festlegung als Tag der Arbeit) gehen viele Arbeitnehmer/innen am 1. Mai in allen Teilen der Welt auf die Straßen um des Kampfes zu gedenken, den Gewerkschafter/innen in Chicago um bessere und würdigere Arbeitsbedingungen geführt haben und bei dem mehrere Demonstranten umgebracht wurden.

Mit diesem Appell will die WBCA daran erinnern wie wenig sich seit dieser Zeit im manchen Teilen unserer Welt verändert hat und wie notwendig es ist, sich weiter engagiert zur Verbesserung der Situation einzusetzen.

Trotz vielen Bekenntnissen und Forderungen zur würdigen Arbeit, wie sie z.B. in den Sozialenzykliken der Päpste, in vielen Veröffentlichungen der ILO und vielen anderen Schriften beschrieben werden (http://www.bsbzarchiv.de/unterricht/sozialenzykliken.htm, www.dreifaltigkeit-altdorf.de/das_sozialwort_der_kirchen.htm), gibt es häufig Ausbeutung und Verhältnisse, die der Sklavenarbeit ähneln. Die meisten Menschen in den armen Ländern arbeiten völlig ohne Regelungen zur Arbeitszeit, Arbeitssicherheit und Bezahlung.

 

Lesen Sie hier weiter: ->

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KAB Deutschlands zum "Tag der Arbeit"

Aufruf zum 1. Mai - "Keine Wirtschaft, die tötet!"

KAB: Gut Wirtschaften braucht Mitbestimmung und keine Sparpolitik

Das geplante Tarifeinheitsgesetz der Bundesregierung und die derzeit verhandelten Freihandelsabkommen CETA und TTIP werden die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter nicht verbessern. Im Gegenteil: Die erkämpften Rechte der lohnabhängig Beschäftigten und die der Gewerkschaften werden weiter beschnitten. Die Profitmaximierung um jeden Preis ist das oberste Gebot einer Wirtschaft, die tötet (Papst Franziskus).

DAGEGEN MÜSSEN WIR UNS WEHREN!

Finger weg vom Streikrecht!

Das demokratische Grundrecht der Koalitionsfreiheit und das Streikrecht dürfen nicht angetastet werden. Dies gilt auch fürs Tarifeinheitsgesetz. Wer bei einer Kollision von Tarifverträgen auf die Konfrontation der Mehrheit gegen eine Minderheit setzt, spaltet die Belegschaft und schränkt das grundgesetzlich verbriefte Recht auf Koalitionsfreiheit langfristig ein. Ein Betrieb, ein Tarifvertrag

als Flächentarifvertrag – das ist für die KAB unerlässlich, um wirksam die Interessen der lohnabhängig Beschäftigten vertreten zu können.

KEINE EINSCHRÄNKUNGEN BEIM STREIKRECHT! (...)

Hier finden Sie den vollständigen Aufruf: ->


April 2015

 


Evangelische Kirche in Deutschland veröffentlicht Denkschrift zum Wandel der Arbeitswelt

"Solidarität und Selbstbestimmung im Wandel der Arbeitswelt"

Hannover, 28. 4.2015

Unter dem programmatischen Titel: „Solidarität und Selbstbestimmung im Wandel der Arbeitswelt“ hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eine Denkschrift zu den Themen „Arbeit, Sozialpartnerschaften und Gewerkschaften“ veröffentlicht.  Die am 28.4.2015 in Frankfurt/Main vorgestellte Schrift benennt „evangelische Maßstäbe ethischer Verantwortung in der Arbeit“ für aktuelle Entwicklungen in der heutigen Arbeitswelt. Dabei würdigt sie ausdrücklich die Rolle der Gewerkschaften. Diese seien „Akteure für eine menschengerechte Arbeitswelt“.

In einer ersten Bewertung der Denkschrift urteilt der KDA (Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt) Deutschland:

"Es ist erfreulich, mit welcher Differenziertheit und Deutlichkeit die EKD auf die Missstände am gegenwärtigen Arbeitsmarkt hinweist. Niedriglohnsektor, Leiharbeit und Befristungen sowie Werkverträge und das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit sind keine unvermeidbaren Nebenwirkungen der sozialen Marktwirtschaft. Es sind gesellschaftspolitische Herausforderungen, die durch die Sozialpartner, aber auch durch Politik, Kirchen und Verbände zu lösen und zu gestalten sind. Das Motto „Sozial ist, was Arbeit schafft“ ist nicht hinreichend zielführend für den Leitgedanken „Gute Arbeit“. Von seiner Arbeit muss ein Mensch auch leben können."

Hier geht es zum Download der Denkschrift:

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März 2015

 


Gebraucht wie selten zuvor in 40 Jahren

Pastoraler Schwerpunkt "Kirche und Arbeiterschaft" im Bistum Aachen sucht Perspektiven.

Aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums des Synodendokumentes "Kirche und Arbeitschaft" unternahmen Zeitzeugen und heute Aktive im Bistum Aachen eine gemeinsame Bestandsaufnahme und begaben sich auf Spurensuche nach Perspektiven für die Zukunft.

Lesen Sie hier den Artikel von Thomas Hoheschue (Kirchenzeitung für das Bistum Aachen - KiZ12-2015):

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Kommission "Kirche und Arbeiterschaft" im Bistum Aachen

Terminankündigung und Einladung: 35 Jahre pastoraler Schwerpunkt Kirche und Arbeiterschaft im Bistum Essen

Datum: Donnerstag, 12. März 2015, 10.00 Uhr - 17.00 Uhr

Ort: Katholische Hochschule Aachen

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem PDF-Dokument.

Download hier:

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Seminar zum besseren Verständnis der rechtlichen Rahmenbedingungen im Baugewerbe

Stuttgart, 11. März 2015

 

Das Projekt „Faire Mobilität“ lädt ein zu einem Seminar zu den rechtlichen Rahmenbedingungen im Baugewerbe.

Vor dem Hintergrund von Scheinselbstständigkeiten, Entsendungen oder irregulärer Leiharbeit möchte dieses Seminar zu einem besseren Verständnis der rechtlichen Rahmenbedingungen im Baugewerbe beitragen und Handlungsoptionen aufzeigen.

Das Seminar findet statt am Mittwoch, 11. März 2015 vom 9:30 – 15:00 Uhr im Haus der Katholischen Kirche, Stuttgart.   

Einzelheiten und das Anmeldeformular sind im Anhang zu finden.

Der Projektstandort Faire Mobilität Stuttgart - die Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist Kooperationspartner -  freut sich über Ihre Teilnahme und einen regen Austausch auf der Veranstaltung.

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Dienstleistungsbranchen jenseits von Hightech zwischen Herausforderungen der Arbeitswelt und der Leistungsqualität

Workshop des DGB und der Gewerkschaften ver.di und IG BAU.

Datum: 10. März 2015,

Zeit: 13:30-17:30 Uhr

Ort: DGB Bundesvorstandsverwaltung, Saal 4, Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin

Aus der Ausschreibung:

"Durch die Liberalisierung des Arbeitsmarktes hat die Bedeutung einiger Dienstleistungsbranchen deutlich zugenommen. Millionen Menschen arbeiten heute in Bereichen wie Gebäudereinigung, Einzelhandel, Pflege oder Gastronomie, die weniger im Zentrum öffentlicher Debatten stehen.

Diese Bereiche sind von der Ausbreitung des Niedriglohnsektors in Folge der Arbeitsmarktreformen besonders betroffen. Prekäre Beschäftigungsformen, unfreiwillige Teilzeitarbeit, geringe gewerkschaftliche Präsenz und fehlende Arbeitnehmervertretungen sind hier weit verbreitet. Oft werden Beschäftigte ohne passende Qualifikation eingestellt, denen besonders niedrige Löhne gezahlt werden. Der Druck auf die Beschäftigten verschlechtert nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern beeinträchtigt auch die Qualität der hier erbrachten Dienstleistungen.

Wie lässt sich in solchen Dienstleistungsbereichen durch bessere Qualifikation eine höhere Qualität der Leistungen erreichen? Wie kann technischer Fortschritt hier zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und für hochwertige Angebote an die Kunden statt zur Erhöhung des Drucks genutzt werden? Was ändert sich in diesen Bereichen durch Mindestlöhne? Gibt es positive Beispiele für Gute Arbeit und hochwertige Dienstleistungen in diesem Segment? Wie können Gewerkschaften und Politik Einfluss nehmen um Arbeitsbedingungen und Leistungen zu verbessern?"

Hier finden Sie als PDF-Download die Einladung sowie das Anmeldeformular

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Februar 2015


Veranstaltung:

Rechtsmissbrauch bei Werkverträgen: Wie geht es weiter?

25. Februar 2015, Berlin

Im Koalitionsvertrag heißt es: „Rechtswidrige Vertragskonstruktionen bei Werkverträgen zulasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern müssen verhindert werden. Zur Erleichterung der Prüftätigkeit von Behörden werden die wesentlichen durch die Rechtsprechung entwickelten Abgrenzungskriterien

zwischen ordnungsgemäßen und missbräuchlichen Fremdpersonaleinsatz gesetzlich niedergelegt.“

Brauchen wir ein solches Regelwerk? Und wie soll es aussehen? Geht das überhaupt? Wie es nun weitergehen soll, wollen wir diskutieren und laden ein zu einem Diskussionsabend 

am Mittwoch, den 25. Februar 2015

im Senatssaal der Humboldt-Universität, Unter den Linden 6, 10117 Berlin

Veranstalter: Institut für Arbeitsrecht/Humboldt-Universität Berlin - Freie Universität Berlin - Universität Bonn

Hier finden Sie die Ausschreibung als PDF-Dokument:

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Pastoraler Studientag

„Ist die Arbeitswelt menschlicher geworden?“  --  40 Jahre Synodenbeschluss Kirche und Arbeiterschaft

Referent: Prof. Pater Friedhelm Hengsbach

Datum: 23.02.2015

Veranstaltungsort: Haus St. Ulrich, Kappelberg 1, 86150 Augsburg

Veranstalter: KAB-Bildungswerk, Diözese Augsburg e.V.

Leitung: E. Helmer, Diözesanpräses der KAB, Leiter der Betriebsseelsorge

Aus dem Programm:

"Pater Friedhelm Hengsbach legt die Finger in die Wunden der Zeit:

„Schlechte Arbeit ist schlecht gemachte Arbeit.“ Und er sieht die Ursachen in politischen Vorgaben, die zur Folge haben:

„Die Spaltung der Belegschaften in Kern- und Randgruppen wird nicht geringer, prekäre Beschäftigungsverhältnisse nehmen zu – geringfügige Beschäftigung, Heimarbeit, illegale Arbeit, Scheinselbständigkeit, Armut trotz Arbeit, befristete Beschäftigung, Leiharbeit und Teilzeitarbeit. Ein Niedriglohnsektor grassiert.“

Vor genau 40 Jahren machte sich die Kirche auf, um die Sorgen der Arbeiter auf-zugreifen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen - der Synodenbeschluss „Kirche und Arbeiterschaft“ der Würzburger Synode von 1975. Er wurde wegweisend für die Kirche, für die KAB, die CAJ, die Betriebsseelsorge. Wir fragen Pater Hengsbach 40 Jahre danach:

Ist die Arbeitswelt seitdem menschlicher geworden? Was ist aus dem Beschluss geworden? Wo fehlt es noch?"

Hier finden Sie weitere Informationen und Hinweise zur Anmeldung:

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November 2015


Dezember 2015



 

Presseartikel zum Thema Sonntagsschutz

Einfach abschalten

Es wird Zeit für eine Neudefinition der Zeiten. Denn das Leben kann man nicht verschieben.

(Süddeutsche Zeitung, 28.12.2015)

Betriebsseelsorger Erwin Helmer (Augsburg) hat in der Süddeutschen Zeitung vom 28.12.2015 an prominenter Stelle einen bemerkenswerten Artikel über die Notwendigkeit einer Neudefinition von Zeit veröffentlichen können.

Erwin Helmer ist innerhalb der Bundeskommission der Betriebsseelsorge Deutschland der Verantwortliche für den Bereich Sonntagsschutz / Sonntagsallianzen.

Lesen Sie den Presseartikel : ->

(die Erlaubnis zur Veröffentlichung wurde erteilt)

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Jubiläumsveranstaltung:

60 Jahre gesteuerte Migration aus Italien

Akademie, ACLI und KAB veranstalten Festakt zum Anwerbeabkommen mit Italien

Die Unterzeichnung des Anwerbeabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Italien am 20.Dezember 1955 feierten Vertreter/-innen von ACLI, KAB und von Politik und Gesellschaft in der Katholischen Akademie in Hohenheim.

Klaus Barwig, Referent für Migration an der Akademie, erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass das Abkommen bereits 10 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs unterzeichnet wurde. Darin wurde die Zuwanderung von überwiegend süditalienischen  Arbeitskräften für die Landwirtschaft und den Straßen- und Brückenbau im Nachkriegsdeutschland geregelt.

Dieses Abkommen wurde  Vorbild  für weitere Verträge mit Spanien und Griechenland (1960), der Türkei (1961), Portugal, und Jugoslawien. Was zunächst mit dem Begriff „Gastarbeiter“ als zeitlich begrenztem Arbeitsaufenthalt (Rotationsprinzip) Länder geplant war, entpuppte sich bald für viele als faktische Einwanderung. Familiennachzug und Sesshaftwerdung waren die häufig unterschätzten Folgen.

 




Von links, am Rednerpult Peter Niedergesäss, KAB-Diözesansekretär; Wolfgang Herrmann, Leiter der Betriebsseelsorge; Klaus Schmitz, ehemaliger Sozialreferent an der deutschen Botschaft in Rom, Hildegard Rothenhäusler, Ministerialrätin Ministerium für Kultus, Jugend und Sport; Wilfried Wienen, Grundsatzreferent KAB-Deutschland; Laura Moitzi, Pflegeheim-Leiterin, Rorschach; Gianni Bottalico, Präsident ACLI Italien, Muhammet Karatas, IHK Stuttgart


Bischof Dr. Gebhardt - Festakt an der Kath. Akademie Hohenheim

 

 

Bischof Fürst würdigte Don Battista Mutti, Italiener-Seelsorger der ersten Stunde. Er wurde  bereits 1951 von seinem Heimatbischof 1951 nach Stuttgart geschickt, um sich um die Italiener zu kümmern. Und gleich im Jahr der ersten größeren Arbeitskräfte-Zuwanderung, 1956, wurde in Stuttgart die erste Italienisch-katholische Mission gegründet – mit Battista Mutti als erstem Seelsorger (...)

Lesen Sie hier die vollständige Presseerklärung:

 

 



Flüchtlinge und Asylbewerber –

Ein Orientierungspapier der Betriebsseelsorge Bamberg

(Bamberg - Oktober 2016)

Die Betriebsseelsorge der Erzdiözese Bamberg hat im Anschluss an einen Studientag einige Informationen und Materialien zum Thema "Flucht und Asyl" in einem Orientierungspapier zusammengefasst.

Hier geht es zum Download des Orientierungspapiers:

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Neuerscheinung:

Broschüre "Wissen ist Schutz!" nun mit Griechisch in einer weiteren Sprache erhältlich!

(Berlin, November 2015)

"Wissen ist Schutz!" ist ein Leitfaden für Menschen, die vorübergehend oder auf Dauer in Deutschland leben und arbeiten wollen. Er enthält Informationen, die helfen, in Deutschland eine legale Arbeit unter fairen Bedingungen zu finden sowie ein Verzeichnis von Ansprechpartnern, die bei Bedarf Beratung und Unterstützung anbieten.

Die griechisch sprachige Fassung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Griechischen Botschaft in Berlin und dem Verein Deutsch-Griechischer Gesellschaften e.V. vollständig überarbeitet und an die Situation von EU-BürgerInnen aus Griechenland angepasst.

Auf der Homepage des Projekts "Faire Mobilität" stehen die griechisch sprachige Fassung und deren deutsch sprachige Ausgabe zum Download bereit:

 http://www.faire-mobilitaet.de/informationen/publikationen

Die gedruckte Broschüre kann zudem beim Projekt bestellt werden. Angehängt sind die beiden Fassungen im PDF-Format: deutsche Version / griechische Version

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Seminar Soziale Kompetenz:

Umgang mit Konflikten und Mobbing - Entstehung, Verlauf, Folgen und Prävention

Datum: 09.11.-12.11.2015  (es sind noch Plätze frei!)

Die Veranstaltung gehört zur Seminarreihe Soziale Kompetenz. Das 4-tägige Seminar bietet ein abgerundetes Programm zum Umgang mit Konflikten und Mobbing im Betrieb. Die Kursleiterin Margarete Szpilok, Dipl. Psych., ist eine bekannte Betriebspsychologin, die als Coach und Trainerin im Frankfurter Raum tätig ist.

Wo Menschen miteinander arbeiten, sind Konflikte unausweichlich. Denn klar ist: Niemand gibt seine Eigenarten und Vorstellungen, seine Sorgen und Bedürfnisse beim Betreten der Firma einfach ab. Wo verschiedene Mentalitäten und Meinungen aufeinander treffen, können Konflikte entstehen. Dabei sind nicht die Konflikte das Problem, sondern viel eher der Umgang damit. Mobbing, Psychoterror am Arbeitsplatz, über 5,1 Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen - mehr oder weniger stark. Für die Opfer kann es am Ende zum Verlust des Arbeitsplatzes, zu dauernder Krankheit und Arbeitsunfähigkeit führen.

Was sind die Ursachen für Konflikte und Mobbing, was sind die Folgen für den Einzelnen und was können Arbeitnehmervertreter dagegen tun.

Veranstalter und Anmeldung (Anmeldeschluss verlängert - es sind noch Plätze frei)

Referat Berufs- und Arbeitswelt im Bistum Mainz

Weihergartenstraße 22, 55116 Mainz

Tel.: (06131) 253 864, Fax (06131) 253 866

Email:  betriebsseelsorge@bistum-mainz.de

Ort: Akademie Haus am Maiberg

Ernst-Ludwig-Str. 19, 64646 Heppenheim

www.haus-am-maiberg.de

Leitung:

Margarete Szpilok, Dipl.Psych., Frankfurt

Ingrid Reidt, Pastoralreferentin,

Betriebsseelsorge Rüsselsheim

Den Flyer mit Informationen und Anmeldemöglichkeit finden Sie hier:

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Bundesausschuss der KAB Deutschlands spricht sich gegen das Freihandelsabkommen TTIP aus


„Was wir brauchen ist eine gerechte und solidarische Wirtschaftsordnung, die die Bedürfnisse der Armen und Ausgeschlossenen, die Rechte der arbeitenden Menschen und die Bewahrung der göttlichen Schöpfung in den Mittelpunkt stellt!", heißt es u.a. im dort gefassten Grundsatzbeschluss.

Das Transatlantische Freihandelsabkommen steht dem unvereinbar entgegen! ... Aus der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise sind die notwendigen Konsequenzen nicht gezogen worden. Anders lässt sich nicht erklären, dass durch ein Transatlantisches Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA eine durchgreifende Liberalisierung angestrebt wird, die der Ideologie der ‚freien Märkte‘ und der widerlegten Logik ‚Wohlfahrtsgewinne für alle durch Liberalisierung‘ folgt. Die Deregulierung der Finanzmärkte war eine der Hauptursachen dieser Krise, in der weiterhin die Gewinne privatisiert und die Kosten und Risiken sozialisiert werden.

Das Freihandelsabkommen setzt diese Fehlentwicklung fort, ist Teil einer "Wirtschaft, die tötet."

Sie können hier den (neuen!) Flyer zu TTIP downloaden

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Oktober 2015


Wallfahrt für Arbeitnehmer und Arbeitslose

Wallfahrer pilgern für Gerechtigkeit

Bei der traditionellen Wallfahrt für Arbeitnehmer und Arbeitslose nach Vierzehnheiligen steht das Weltgericht nach Matthäus im Mittelpunkt.

Vierzehnheiligen - "Arbeit ist Menschenrecht - Wege der Gerechtigkeit gehen" dieses Leitmotiv stand im Mittelpunkt der traditionellen Wallfahrt für Arbeitnehmer und Arbeitslose nach Vierzehnheiligen. Eingeladen hatten die Katholische Betriebsseelsorge Bamberg, der Diözesanverband Bamberg und das Franziskanerkloster Vierzehnheiligen Bad Staffelstein.

Die Wallfahrt begann am Seubelsdorfer Kreuz in Lichtenfels. Auf dem gemeinsamen Weg zur Basilika wurden an vier Stationen die Sorgen und Nöte der Menschen in der Arbeit und in Arbeitslosigkeit durch Betroffene in Gebeten und Meditationen thematisiert und eine Vision einer gerechten Welt entwickelt. Das alte Israel habe die Befreiung von der Unterdrückung und Sklaverei in Ägypten erfahren und damit Gott als leidenschaftlichen Kämpfer für gerechte Lebensverhältnisse seines Volkes erlebt, hieß es.

In diesem Jahr stand das Weltgericht im Mittelpunkt, wie es der Evangelist Matthäus im 25. Kapitel beschreibt. Der Grund für die Teilhabe am ewigen Reich seien Liebeswerke an den Notleidenden und Armen. Ein wichtiges Gebot sei, den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Die Reichen sollten mit den Armen teilen. Gerade jetzt, wenn der Hunger die Menschen auf Nussschalen ins Meer treibe.

Viele seien ertrunken auf dem Weg in das gelobte Land. Wer seine Heimat verlasse auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft, werde dazu gezwungen. Europa verriegle seine Grenzen und mache es den Flüchtlingen immer schwerer, Schutz vor Verfolgung und Sicherheit für ihr Leben zu finden.

Grundwerte achten

Die Wallfahrer machten deutlich: "Als Kirche und Gewerkschaften stellen wir uns auf die Seite der Flüchtlinge, denn Flucht ist kein Verbrechen, es ist eine lebenserhaltende Maßnahme." Die Pilger forderten eine Flüchtlingspolitik, die im Einklang stehe mit den Grundwerten, auf denen die europäische Zivilisation basiere.

Den 37. Vers des Evangeliums "Ich war krank, und ihr habt mich besucht" nahmen die Wallfahrer zum Anlass, Verbesserungen im Gesundheitssystem zu fordern. Zum Beispiel mehr Personal für die Pflege, eine menschenwürdige Begutachtung in der Praxis oder mehr Anerkennung und Unterstützung durch den Gesetzgeber.

Beim Wallfahrtsamt in der Basilika griff Domkapitular Peter Wünsche ein Wort des Evangelisten Matthäus auf. Er fragte, ob man das Bild von Jesus als strengen Richter heute noch gebrauche. Das Weltgericht, der richtende Gott sei immer wieder dazu missbraucht worden, Angst zu machen - ausgerechnet den Kleinen, Machtlosen und Armen. "Verhaltet euch ruhig, gehorcht der Obrigkeit, damit ihr dann im Letzten Gericht bestehen könnt", heiße es oft. "Doch so ist es nicht - ein gerechter Richter verteidigt das Recht der Armen gegen die Ansprüche der Mächtigen", sagte der Geistliche.

Hoffnung mache die Erzählung denen, die jetzt keine Rechte hätten, denen eine Arbeit vorenthalten werde, denen für ihre Arbeit kein gerechter Lohn gezahlt werde, deren Freiheit eingeschränkt werde, denen sogar das Leben bedroht oder genommen werde.

Hoffnung mache diese Erzählung auch denen, die versuchen, an der Gerechtigkeit mitzuarbeiten, Leid zu mindern und Würde zurückgeben. Das Evangelium sei eine Einladung, Gerechtigkeit einzufordern für sich selbst, aber auch für Unterdrückte und Ausgebeutete, für Gemobbte und Hinausgedrängte; für die ganz Nahen, aber auch für die, die aus der Ferne in die Gemeinschaft kommen.

Mitzelebranten waren Diakon Herbert Meyer aus Mainleus und Pfarrer Joseph Kata aus Arnschwang.

Datum: 21.10.2015

Autor: Andreas Welz

 








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Kampagne gegen Ausnahmeregelung vom generellen Verbot der Sonn- und Feiertagsarbeit für Call Center

Verdi - Oktober 2015

Vor einem Jahr hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in einem Urteil zur Bedarfsgewerbeordnung die Sonntagsarbeit in Call Centern in Hessen für unzulässig erklärt. Nun rufen einige Lobbyverbände der Arbeitgeber dazu auf, das Verbot der Sonn- und Feiertagsarbeit gemäß Arbeitszeitgesetz (ArbZG) zumindest für Call Center aufzuheben.

Verdi ruft deshalb zur Kampagne/Unterschriftensammlung: "Sonntagsarbeit - nein danke!!" auf, denn:

- Sonn- und Feiertage unterliegen einem besonderen verfassungsrechtlichem

   Schutz

- Arbeitsfreie Sonn- und Feiertage sind eine soziale Errungenschaft und dienen

   dem gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie der Ruhe und Erholung

- Sonn- und Feiertage müssen durch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

   selbstbestimmt bleiben.

Die Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt die Kampagne und das Anliegen ausdrücklich!

Die Unterschriften-Aktion läuft bis 30. November 2015 - die gesammelten Listen werden dann an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales übergeben.

Als Download-Dokument finden Sie folgende Materialien zur Kampagne:

- Verdi Brancheninfo Call Center ->

- Verdi Stellungnahme zur Neuregelung der Bedarfsgewerbeordnung ->

- Unterschriftenliste ->

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Veranstaltung am Diözesantag im Bistum Mainz:

Demografischer Wandel ist eine große Herausforderung für die Wirtschaft

Diözesantag der Betriebs-, Personalrät/-innen und Mitarbeitervertretungen des Referats Berufs- und Arbeitswelt im Bistum Mainz

(Mainz, 16.10.15 - Hans-Georg Orthlauf-Blooß) „Die demografische Entwicklung birgt eine gewaltige Wucht“, formulierte der bekannte Sozialwissenschaftler Prof. Stefan Sell beim Diözesantag der Betriebs-, Personalräte und Mitarbeitervertretungen am 14. Oktober in Mainz. „Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, die gut qualifizierten erfahrenen Facharbeiter und Handwerker gehen jetzt und in den nächsten Jahren in großer Zahl in Rente. Auch Asylbewerber können kurzfristig die entstehende Lücke nicht schließen.“

Der Diözesantag stand unter dem Thema „In Zukunft sehen wir alt aus!" In seiner Begrüßung hob Domdekan und Dezernent für die Seelsorge, Prälat Heinz Heckwolf die Folgen der Verschiebung der Alterspyramide für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen und der Sozialsysteme hervor. Die Arbeit müsse so gestaltet werden, dass Arbeitnehmer erfolgreich bis zum Eintritt ins Rentenalter in Beschäftigung bleiben könnten, sagte er. „Wie müssen die Bedingungen sein, dass Jung und Alt gute Zukunftsperspektiven haben? fragte Heckwolf die Experten. Betriebsseelsorger Richard Kunkel, der in das Thema einführte, betonte, dass die Veränderungen schon längst begonnen hätten. „Schulen werden geschlossen, Arbeitszeiten verlängert, Renten gekappt und Dörfer verlassen, Belegschaften werden älter und der Wettbewerb um die jungen Talente ist in vollem Gange." Veranstalter des Diözesantags war das Referat Berufs- und Arbeitswelt im Bistum Mainz. Die Moderation hatte Betriebsseelsorger Hans-Georg Orthlauf-Blooß.

„In Zukunft sehen wir alt aus!"

Im Impulsreferat stellte Professor Stefan Sell das zugrunde liegende Problem dar. „Seit 10 Jahren verlieren die Unternehmen 100.000 Arbeitskräfte mehr durch den Renteneintritt als Jüngere nachwachsen." Während diese Entwicklung in der Vergangenheit immer durch die vermehrte Erwerbstätigkeit von Frauen ausgeglichen wurde, entstünden heute zunehmend Probleme. Er sagte voraus, dass der Druck in den Unternehmen weiter steigen würde. Die vorhandenen Mitarbeiter müssten länger beschäftigt werden. Durch die Rentenpolitik wurde das Renteneintrittsalter nach oben geschoben. Diese „brutalen Rentenkürzungen", so Sell, würden viele Ältere zwingen zusätzlich zur Rente weiterzuarbeiten (...)

Lesen Sie hier den ganzen Artikel:

 



Sozialwissenschaftler Professor Dr. Stefan Sell, RheinAhrCampus Remagen, Hochschule Koblenz


 

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Veranstaltungshinweis:

10 JAHRE EUROPARATSKONVENTION GEGEN MENSCHENHANDEL – STILLSTAND ODER FORTSCHRITT?

Wie effektiv sind die Maßnahmen für die Betroffenen in Deutschland?

Symposium des KOK e.V.

Datum: 15. und 16. Oktober 2015

Ort: Bremer Landesvertretung in Berlin

Aus der Ausschreibung:

"Das Jahr 2015 steht für einige wichtige Ereignisse im Bereich der Bekämpfung des Menschenhandels:

• die Konvention des Europarats gegen Menschenhandel hat zehnjähriges Jubiläum;

• die EU-Richtlinie 2011/36 wird in deutsches Gesetz umgesetzt;

• die aktuelle Bundesregierung, die sich im Koalitionsvertrag zu Maßnahmen gegen Menschenhandel verpflichtete, hat Halbzeit;

• der Bericht der Expert*innengruppe GRETA zur Umsetzung der Europaratskonvention gegen Menschenhandel durch Deutschland wurde veröffentlicht.

Aus diesem Anlass möchten wir mit Ihnen und unseren Gästen u.a. folgende Fragen diskutieren:

Wie gehen wir zukünftig mit den verschiedenen Ausbeutungsformen und den von Menschenhandel Betroffenen um?

Welche Erfahrungen gibt es international?

Welche Strukturen existieren oder müssen weiter ausgebaut und vernetzt werden?

Gibt es einen gesamtstrategischen Ansatz, um die Rechte der Betroffenen wirksam durchzusetzen?

Welcher Handlungsbedarf ergibt sich aus den Empfehlungen der Expert*innengruppe GRETA?

Welche Vereinbarungen des Koalitionsvertrages wurden umgesetzt?

Was muss noch getan werden?

Nähe Hinweise zum Ablauf und Programm der Tagung sowie zu den Anmeldeformalitäten finden Sie hier:

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7. Oktober: "Welttag für menschenwürdige Arbeit“ (KAB, Köln)


 

Die Generalversammlung der „Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmer (WBCA)“ hat bei ihrer Generalversammlung 2013 in Haltern am See beschlossen, an diesem Tag einen weltweiten Aktionstag für menschenwürdige Arbeit zu organisieren. "Dies ist eine gute Möglichkeit der Welt zu zeigen, dass unsere Meinung zählt, dass wir viele sind und dass wir zusammen stärker sind", so die neue Generalsekretärin Mariléa Damasio aus Brasilien.

Die KAB Deutschlands als Mitglied dieser Weltorganisation wird sich an diesem Aktionstag beteiligen. "Die Arbeit gibt uns Würde und wir erheben unsere Stimmen, um deutlich zu sagen, dass eine solidarische und gerechte Welt möglich ist", so KAB-Bundespräses Johannes Stein.

Nähere Informationen finden Sie hier: 

 http://www.kab.de/themen/internationaleseuropa/internationales/welttag-menschenwuerdige-arbeit/

Der KAB Diözesanverband Freiburg hat eine Broschüre „Impulse zum Tag der menschenwürdigen Arbeit, 7. Oktober 2015“ erstellt. Die Broschüre steht zum Download zur Verfügung unter:  www.kab-freiburg.de Diese Broschüre enthält auch eine Vorlage für Wortgottesdienste zum Thema „menschenwürdige Arbeit“

Die offizielle Website des Internationalen Gewerkschaftsbundes zum 7. Oktober lautet:  www.wddw.org

Weitere Informationen zum Thema „menschenwürdige Arbeit“ bzw. zu „Decent Work“ sind auf folgenden Websites zu finden:

- Vereinte Nationen:  www.un.org

- Internationale Arbeitsorganisation:  www.ilo.org bzw. bei der deutschen Vertretung  www.ilo.org/berlin

- Der „Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO)“,  bei dem das „Weltnotwerk der KAB Deutschlands“ Mitglied ist, befasst sich ausführlich mit dem Thema „menschenwürdige Arbeit“ und hat ein Manifest für menschenwürdige Arbeit herausgegeben - siehe:

 www.deine-stimme-gegen-armut.de 





August 2015


 

Arbeitswelt in Tschechien:

Betriebsseelsorge lud zum Werksbesuch bei EvoBus

Regensburg. Die Diözese Regensburg unterhält seit der Grenzöffnung gute Kontakte nach Böhmen. Regensburg und Pilsen verstehen sich als Partner-Bistümer, was in Kooperationen und auch in gegenseitigen Besuchen deutlich wird.

Der Kath. Betriebsseelsorge im Bistum Regensburg war es jetzt ein Anliegen, sich auch einmal über die Arbeitswelt in Tschechien und über die Situation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Raum Pilsen zu informieren. Mit Unterstützung von Projektleiter Petr Arnican vom DGB Bayern wurde ein Werksbesuch beim Omnibusbauer EvoBus in Holýšov (ca. 25 km südwestl. von Pilsen) und ein Meinungsaustausch mit tschechischen Gewerkschaftern organisiert. Zu den 15 Teilnehmern, die Betriebsseelsorger Richard Wittmann begrüßen konnte, gehörten der Regensburger Domkapitular Msgr.Thomas Pinzer und der Pilsener Diözesancaritasdirektor Jiri Lodr sowie die hauptamtlichen Mitarbeiter der KAB mit Diözesanvorsitzenden Willi Dürr.

Mit großer Offenheit wurde die Besuchergruppe von Werksdirektor Bülent Acicbe empfangen, der u.a. über die Geschichte des Werkes und die wichtigsten Kennzahlen informierte. Der 1998 gegründete Betrieb gehört zum Daimler-Konzern. Produziert werden Stahlgerippe für Setra- und Mercedes-Benz-Busse, aber auch Teile für den Unimog. Die Teile werden dann per Lkw zur Endmontage in die Werke Mannheim, Neu-Ulm bzw. Dortmund geliefert. EvoBus habe, so der Werksleiter, einen großen Anteil daran, dass sich die Arbeitslosigkeit in Holýšov bei unter fünf Prozent bewege.

Am Meinungsaustausch nahmen mit Ing. Ivo Kuzel und JU Dr. Vladimir Stich auch zwei Vertreter der Metallgewerkschaft OS KOVO aus Pilsen teil. So erfuhren die Besucher, dass Leiharbeit in Tschechien ebenso Thema ist wie in Deutschland. Von den etwa 600 Mitarbeitern bei EvoBus gehören nur gut 400 zur Stammbelegschaft. Sonntagsarbeit ist dagegen im Werk kein Thema, da nur montags bis freitags produziert werde.

Da es in Tschechien bislang kein duales Berufsausbildungssystem gebe, versuche man Schulabgänger durch Praktikumsmöglichkeiten an den Betrieb zu binden. Die Gewerkschaftsvertreter zeigten sich sehr offen für eine stärkere Anbindung der Ausbildung an die Betriebe. Der durchschnittliche Bruttoarbeitslohn im Betrieb beträgt ca. 30.000 Kronen, was etwa einem Drittel des Lohnes für eine vergleichbare Tätigkeit in einem deutschen EvoBus-Werk entspreche. Für tschechische Verhältnisse werde jedoch relativ gut bezahlt.

Der anschließende Rundgang durch die Produktion bot einen interessanten Einblick in die Bus(vor-)produktion und in die Arbeitsbedingungen in einem metallverarbeitenden Betrieb des Nachbarlandes. Anders als in der Autoproduktion wird hier noch viel von Hand geschweißt. Wohl auch, weil die Stückzahlen wesentlich geringer sind.

 



Die Kath. Betriebsseelsorge der Diözese Regensburg interessierte sich für die Arbeitswelt in Tschechien und traf sich zum Meinungsaustausch im EvoBus-Werk nahe Pilsen. Von links: Betriebsseelsorger Richard Wittmann, EvoBus-Werksdirektor Bülent Acicbe und Domkapitular Msgr.Thomas Pinzer


Die Besuchergruppe vor dem EvoBus-Verwaltungsgebäude in Holýšov

 

 


 

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Workshop für Engagierte aus Erwerbsloseninitiativen

Lobbyarbeit für Erwerbslose?!

Datum: 02.08. - 05.08.2015

Ort: Benediktushöhe Retzbach bei Würzburg

Veranstalter: Haus am Maiberg und weitere Kooperationspartner

Aus der Ausschreibung:

"Engagierte aus Erwerbsloseninitiativen aus der ganzen Republik sind eingeladen, ihre Situation (bzw. die der Initiativen) mit Blick auf die öffentliche Meinung kritisch zu reflektieren. Denn die Öffentlichkeit verfolgt verwundert – wenn überhaupt – die Arbeit der Initiativen, denn wenn die Medien Recht haben, dann sinkt doch die Zahl der Erwerbslosen ständig. Und wer keine Arbeit findet, ist schließlich selber schuld!

Hier setzt das Seminar an, da es für die Situation der Arbeitslosen, hier besonders der Langzeiterwerbslosen, Kirche wie Gesellschaft sensibilisieren und Elemente für einen Gegen-Öffentlichkeit entwickeln möchte. So soll das Seminar selber auch zu einem Erfolgserlebnis werden, das für das weitere Engagement in der Initiative motiviert (...)."

Nähere Informationen zum geplanten Ablauf sowie zur Anmeldung finden Sie hier:

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Mai 2015


Filmtipp von der Bundesfachtagung der Betriebsseelsorge:

Betriebsseelsorge 2015

Auf der Bundesfachtagung 2015 der Betriebsseelsorge in Bamberg war der thematische Schwerpunkt die rück- wie vorausblickende Auseinandersetzung mit dem Synodendokument "Kirche und Arbeiterschaft", das vor 40 Jahren erschienen ist.

Auf dieser Tagung ist ein Film über die Arbeit und das Selbstverständnis der Betriebsseelsorge in Deutschland vorgestellt worden.

Hier der Link zu Youtube, wo der Filmbeitrag eingestellt ist:  

 https://www.youtube.com/watch?v=B8mUmNu0_Mo

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Bestandsaufnahme der Arbeit von Betriebsseelsorge heute

Bundesfachtagung  der Arbeitnehmer- und Betriebsseelsorge 2015 in Bamberg

Mit der Verabschiedung mehrerer Resolutionen zu aktuellen Konflikten in der Arbeitswelt und  inhaltlichen Positionsbestimmungen ging die diesjährige Bundesfachtagung der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Arbeitnehmer- und Betriebsseelsorge zu Ende.
Gastgeber war in diesem Jahr die Katholische Arbeitnehmerpastoral des Erzbistums Bamberg. Teilgenommen haben wieder mehr als 6o Betriebsseelsorger/innen aus 13 deutschen Diözesen und als Gast die Betriebsseelsorge aus dem Erzbistum Salzburg.  
Unter dem Thema „40 Jahre Würzburger Synode – eine Bestandsaufnahme der Arbeit von Betriebsseelsorge heute“ setzten sich die Seelsorger mit der Wirkungsgeschichte des Synodenbeschlusses „Kirche und Arbeiterschaft“ auseinander und wagten einen Ausblick in die Zukunft.

Peter Hartlaub, Sprecher der Bundeskommission wertete den Beschluss als bewusste Hinwendung der Kirche zur Arbeiterschaft. Damals reflektierten die Synodenmitglieder selbstkritisch das Verhältnis von Kirche und Arbeiterschaft. Schließlich hat der Beschluss der Synode 1975 dann der Betriebsseelsorge einen enormen Schub verliehen. Im Nachgang sind in vielen Bistümern Stellen für Betriebsseelsorge eingerichtet worden. Heute ist Betriebsseelsorge fester Bestandteil im Seelsorgeangebot der Kirche und - wie es Mathias Eckhardt vom DGB Oberfranken formulierte, „zu einem Verbündeten der Gewerkschaften im alltäglichen Kampf für mehr Gerechtigkeit und für die Sorgen und Nöte der Menschen in der Arbeitswelt“ geworden. Der Gewerkschafter mahnte aber auch an, dass trotz der vielerorts guten Kooperation, „die teilweise sehr revolutionären Thesen von damals, bis heute immer noch nicht gelebt werden oder schon wieder in Vergessenheit geraten sind."  

Dr. Ottmar John vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz lieferte wichtige Denkanstöße zu einer „Pastoral der Erwerbsarbeit“. Die kategorialen Seelsorgefelder wie die Betriebsseelsorge stellten einen wichtigen Teilvollzug von Kirche dar, betonte er, und müssen weiter entwickelt werden. Betriebsseelsorger könnten ihre doppelte Kompetenz, Heil- und Weltwissen hier einbringen. Immer mehr Menschen würden von prekären Beschäftigungsverhältnissen bedroht. Durch ihre Nähe zu den arbeitenden Menschen, ihren Sorgen und Nöten, könne so Kirche auf die erheblichen Veränderungen, dem Modernisierungs- und Veränderungsdruck in der Welt der Arbeit reagieren.

Die Betriebsseelsorger bezogen auch Stellung zu aktuellen Auseinandersetzungen in der Arbeitswelt: So unterstützen sie die Streiks für kürzere Arbeitszeiten und für vollen Lohnausgleich bei der  Deutschen Post AG / DHL Delivery GmbH. „Wir zeigen uns solidarisch mit den sehr vielen Beschäftigten mit befristeten Verträgen, die durch Existenzdruck, Arbeitslosigkeitsängsten und die Not niedrigerer Löhne in die ausgegliederten „Delivery GmbHs“ gezwungen werden“, heißt es in der Erklärung.

Auch die Anliegen im Streik der Erzieher werden unterstützt. „Das Aufgabenspektrum der Erzieherinnen / Erzieher in Kindertagesstätten hat sich erweitert und die Belastungen sind größer geworden. Dies steht im Widerspruch zur gesellschaftlichen Anerkennung und ganz eklatant zu deren Entlohnung. Deshalb solidarisiert sich die Betriebsseelsorge in Deutschland mit den Erzieherinnen / Erziehern.“ 

Einstimmig wurde auch eine Resolution zum Freihandelsabkommen TTIP beschlossen. Die Betriebsseelsorger sehen die „derzeit laufenden Verhandlungen mit größter Sorge. Aus unserer Sicht widersprechen zahlreiche sich abzeichnende Tendenzen grundsätzlich den Aussagen der katholischen Soziallehre und deren fundmentalen Prinzipien der Personalität, Subsidiarität und Solidarität. Deshalb verortet sich die Betriebsseelsorge in ihren Positionen als Teil der TTIP-kritischen Initiativen und unterstützt und bekräftigt ausdrücklich die Erklärung zahlreicher Verbände und Gewerkschaften. Ihre kritische Haltung zur Hartz IV Reform bekräftigten die Betriebsseelsorger in einer weiteren Resolution.

Hans-Georg Orthlauf-Blooß, Betriebsseelsorge Bistum Mainz

Hier finden Sie das Impulsreferat von Mathias Eckardt (DGB Regionsgeschäftsführer Oberfanken): ==>

Und hier das Referat von Dr. Otmar John (Kommission Pastoral der Deutschen Bischofskonferenz) "Pastoral der Erwerbsarbeit - Anhaltspunkte für die Diskussion um die Kirchlichkeit einer Praxis": ==>

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