Fotowettbewerb "Arbeit - Zeit - Leben" im Landkreis Ludwigsburg


Die KAB, DGB und IGM laden ein:

Arbeit, die einen haben keine oder zu wenig, die anderen zu viel. Gilt dies auch für die Zeit?

Wie sieht es aus mit Zeit für sich und für andere? Für Kinder? Für Partner/in und Freunde? Für hilfsbedürftige Menschen? Zeit für die eigenen Bedürfnisse und Interessen? Zeit zum Leben, Lieben, Lachen und Luft holen?

"Wir wollen verstärkt den Blick auf das Verhältnis von Arbeit, Zeit und Leben richten", so Ev Kurfeß, Regionalsekretärin der KAB im Bezirk Enz-Neckar. Deshalb lädt die KAB des Bezirks Enz-Neckar gemeinsam mit dem DGB und der IG Metall alle im Landkreis Ludwigsburg zum Fotowettbewerb "Arbeit - Zeit - Leben" ein.

Einzusendende Fotos sollen aus dem Blickwinkel der Fotografen "Arbeit, Zeit und Leben" zeigen. Momente der Eile und der Weile, der Wirklichkeit , der Wünsche und der Sehnsüchte.

Die besten Fotos werden mit einer Skulptur und Büchergutscheinen prämiert. Die Auszeichnung der Preisträger erfolgt im Rahmen der DGB-Kundgebung zum 1. Mai in Ludwigsburg.

Alle eingesandten Fotos werden als Wanderausstellung in verschiedenen Orten des Landkreises in Rathäusern, Kirchen, Banken, Firmen und Schulen gezeigt, so bereits im Mai im Kundenzentrum der Kreissparkasse Ludwigsburg.

Flyer

 


 

Der Rastplatz

 

Der "Rastplatz" berichtet über die Betriebsseelsorgen und ihre Tätigkeiten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Hier die aktuelle Ausgabe.





ARMUT im Spiegel der Kunst

Kunstausstellung im Kulturzentrum Ludwigsburg

Wilhelmstr. 9/1

vom 3. Februar bis 2. März 2012

Flyer als PDF




T H E M E N A B E N D

"Kirche trifft auf die Arbeitswelt:

Begegnungsabend Betriebsräte mit Kirchengemeinderäten"

am 18. Mai 2011, 19.00 Uhr

im

Treffpunkt Mensch & Arbeit, Sophie-Scholl-Haus,

Solitudestr. 5, 71638 Ludwigsburg

Nähere Informationen hier zum downloaden


T H E M E N A B E N D

 

"Prekäre Beschäftigung - eine Brücke ins Erwerbsleben?"

am 07. April 2011, 19.00 Uhr

mit

- Konrad Ott (Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ludwigsburg)

- Thomas Class (Geschäftsführer der Südwestmetall-Bezirksgruppe Ludwigsburg)

- Dr. Carolin O'Sullivan (Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit  Ludwigsburg)

Moderation: Martin Zahner, Betriebsseelsorge Ludwigsburg


im

Treffpunkt Mensch & Arbeit, Sophie-Scholl-Haus,

Solitudestr. 5, 71638 Ludwigsburg

 Die Einladung gibt es hier zum downloaden.




Neue Räume für die Betriebsseelsorge in Ludwigsburg

 

Die Betriebsseelsorge in Ludwigsburg mit Betriebsseelsorger Martin Zahner und Mitarbeiterin Claudia Eisele haben zum 11.7.2012 ihre neuen Räume im Sophie-Scholl-Haus, Solitudestr. 5, 71638 bezogen.

Bilder und einen Bericht über die Einweihung (zusammen mit den Räumen für die Jugendkirche) finden Sie hier:

 http://www.dekanat-lb.de/de/aktuelles/meldungen/2012_07_11-BS-Jugendkirche.php

Die neue Adresse der Katholische Ludwigbsurg lautet:

Kath. Betriebsseelsorge Luwigsburg

Solitudestr. 5, 71638 Ludwigsburg

Tel.: 07141-91185-22

Fax: 07141-91185-25

Email:  ludwigsburg@betriebsseelsorge.de


Themenabend "Leben zwischen Lenkrad und Ladefläche"

mit Josef Krebs, Betriebsseelsorger Heilbronn

am 05.10.2010

im Sophie-Scholl-Haus, Treffpunkt Mensch und Arbeit,

Solitudestr. 5, 71638 Ludwigsburg

 

Jeden Tag sind hunderttausende von Lkws auf unseren Straßen unterwegs. Sie bringen die unterschiedlichsten Waren und Güter zu ihrem Bestimmungsort. Vielfach tauchen sie in den Schlagzeilen auf, wenn es zu schweren Unfällen kommt oder wenn dramatische Gesetzesverstöße begangen wurden. Diese Blitzlichter werfen ein einseitiges Licht auf das Leben der Fahrerinnen und Fahrer, die im letzten Jahr allein in Deutschland rund 29 Mrd. km zurückgelegt und fast 3 Mrd. Tonnen Güter transportiert haben. Ohne diese Güter würde das Leben und die Wirtschaft überall sehr schnell zum erliegen kommen. Wie sieht das Leben hinter dem Lenkrad und auf den Rastplätzen aus? Welche Sorgen und Nöte haben die Fahrerinnen und Fahrer? Darüber berichtete der Betriebsseelsorger und Busfahrer Josef Krebs aus Heilbronn.

 


Fachgespräch "Missionarische Kirche im Volk"

Folgenden Fragen wird im Fachgespräch mit Domkapitular Msgr. Rudolf Hagmann, Pfarrer Wolfgang Herrmann und Dekan Oliver Merkelbach nachgegangen:

* Wie kann sich dieser Umbruch in einer missionarischen Gemeinde - Seelsorge niederschlagen?

* Wie müssen wir uns entwickeln, dass wir die Menschen in der Arbeitswelt erreichen können?

* Wo kann die Gemeinde - Seelsorge in der ganz alltäglichen Lebensgestaltung im beruflichen Umfeld einen Weg zu Gott bieten?

Der Treffpunkt Mensch und Arbeit findet statt am

22.04.2010 um 19.00 Uhr

in der Solitudestr. 5, 71638 Ludwigsburg


100 Tage der neuen Regierung

Für die Kleinen in der Bundesrepublik:

Eine Betrachtung von Unten der ersten 100 Tage der Politik von Schwarz-Gelb

mit Susanne Thomas, Gewekschaftssekretärin der IGM in Ludwigsburg.

Am Samstag, den 27. Februar 2010 ab 14.30 Uhr im

Treffpunkt Mensch und Arbeit, Solitudestr. 5, Ludwisgburg


Themenabend am 26.01.2010

"Mit gutem Gewissen einkaufen" - wie und wo können wir noch mit gutem Gewissen einkaufen?

mit Bernhard Franke 

am 26.01.2010 um 19.00 Uhr im Sophie-Scholl-Haus, Solitude Str. 5, Ludwigsburg.

 


Der Betriebsrat und die Krise!

Der Schikane keine Chance!

III. Fachkongress für Mobbigberaterinnen und Berater und Betriebs-und Personalräte

19. - 21. März 2010 in der ev. Akademie Bad Boll

Tagungsleitung: Josef Krebs, Martin Zahner, Klaus Spohn-Logé


Themenabend am 17.12.09

Pfarrer Paul Schobel, ehem. Leiter der Betriebsseelsorge,  kommt am 17.12.09 um 19.00 Uhr in das Sophie-Scholl-Haus, Solitude Str. 5, 71638 Ludwigsburg.

Er spricht zum Thema: "Ethische Herausforderungen angesichts der Krise".

Herzliche Einladung an alle Interessierten.

 


Offener Treff für Betriebs- und Personalräte und MAVen

Wir laden ein zum nächsten

Betriebs- und Personalräte-Treff

am Donnerstag, den 17.12.2009 um 19:00 Uhr im Sophie-Scholl-Haus, Solitude Str. 5, 71634 Ludwigsburg.

"Ethische Herausforderungen angesichts der Krise" mit Pfr. Paul Schobel.

Johan Brouwer
Beauftragter für Kirche und Arbeitswelt im ev. Kirchenbezirk Besigheim

Martin Zahner
Katholischer Betriebsseelsorger


Auftaktveranstaltung am 02.10.09

Einladung zur Auftaktveranstaltung

für den Treffpunkt "Mensch & Arbeit"

am 02.10.09 um 18.00 Uhr im Sophie- Scholl-Haus, SolitudeStr. 5 în Ludwigsburg.

 


CAJ, KAB und Betriebsseelsorge trauern um Joachim Harner

geboren am 28.11.1943, verstorben am 18.10.2008

 Mit Joachim verlieren wir ein Urgestein der Arbeitnehmerpastoral. Er hat als Malergeselle die CAJ in Aalen kennen gelernt. Ihr Ansatz, vom Leben auszugehen, und ihre Spiritualität haben ihn sein Leben lang geprägt. Der CAJ verdankt er auch den Impuls, sich im Spätberufenenseminar „Ambrosianum“ auf das Priestertum vorzubereiten.

 Im Jahr 1969 begann Joachim in Tübingen mit dem Studium der Theologie. In diesen Jahren haben ihn seine Freunde aus der CAJ, der KAB und der Betriebsseelsorge kritisch begleitet und ihn, wie er selbst sagte, immer wieder in die Wirklichkeit des Arbeiterlebens zurückgeholt. Am 27. März 1977 wurde Joachim in Ellwangen zum Priester geweiht.

 Nach Diakonat und Vikariat in den Jahren 1976 bis 1980 war Joachim von 1980 bis 1988 CAJ-Diözesankaplan in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. In dieser Zeit war ihm die Bildungsarbeit mit den Methoden der CAJ, ihre lebensnahe Spiritualität und die Begleitung der Verantwortlichen ein besonderes Anliegen.

 Von 1988 bis 1994 war Joachim CAJ-Bundeskaplan in Essen, wo er mit ganz neuen Aufgaben konfrontiert wurde. Höhepunkt war zum Ende seines Mandats in Essen der CAJ-Kongress 1994 in Augsburg unter dem Motto: "Wo wir leben, wird sich was bewegen". Leidenschaftlich setzte sich Joachim dafür ein, vom Leben der Jugendlichen her zu denken und eine lebensweltorientierte CAJ zu gestalten.

 Leider war ihm nach seiner Rückkehr in die Diözese der Zugang zur Betriebsseelsorge mit Verweis auf den Priestermangel versagt worden. So orientierte sich Joachim neu, wurde Krankenhausseelsorger und später auch Dekan in Ludwigsburg. In all diesen Jahren blieb er der CAJ, der Betriebsseelsorge und der KAB nicht nur stets verbunden, vielmehr übte er auch diese Tätigkeiten aus im Sinne und im Geiste der CAJ.

 Möge unser Freund und Weggefährte, der Lebenshungrige und Lebensfreudige, nun ankommen im vollen Leben bei Gott. Mögen wir in ihm, wenn er im Lichte ist, einen Fürsprecher finden für unser Anliegen, das ihn bewegte und uns umtreibt. Mehr noch: Möge er vor Gott eintreten können für die Menschen mit und ohne Arbeit, denen er sich in seinem Leben und Wirken so verbunden wusste wie wir.

Am Donnerstag, 23. Oktober 2008 zelebriert Bischof Fürst um 11.00 Uhr das Requiem in der Ludwigsburger Johanneskirche.

Um 13.15 Uhr wird Joachim auf dem "Neuen Friedhof" in Ludwigsburg von Wolfgang Gramer, seinem Freund und Begleiter in den schweren Wochen der Krankheit, beerdigt.

Wir haben uns darauf verständigt, dass Paul Schobel für CAJ, Betriebsseelsorge und KAB einen gemeinsamen Nachruf spricht. Die CAJ wird mit ihrer Fahne präsent sein. Alle aus diesem Umfeld sind eingeladen, sich dort zu sammeln und sich nach dem Begräbnis noch zu treffen.

Paul Schobel                                                                          Peter Niedergesäss

 


STREIKS IM EINZELHANDEL

KAB und Betriebsseelsorge unterstützen die Forderungen der Beschäftigten

Betriebsseelsorge und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung KAB in der Diözese Rottenburg-Stuttgart beteiligen sich an den Streik- und Protestaktionen im Einzelhandel. Sie halten die Forderungen des Verkaufspersonals und ihrer Gewerkschaft für notwendig und berechtigt. Die Lohnforderung in Höhe von 5, 5 % sei angemessen und würde von der in diesem Jahr zu erwartenden Teuerungsrate von 3 % weitgehend aufgezehrt.

Ebenso dringend sei die Durchsetzung eines Mindestlohns in Höhe von 1. 500 Euro. Gerade im Einzelhandel sei immer mehr ein „Lohn-Dumping“ nach unten zu beobachten. Arbeit im Einzelhandel bedeute bei viel zu dünnen Personaldecken Schwerstarbeit: Hohe Konzentration an den Scanner-Kassen, zusätzlicher Stress im Weihnachtsgeschäft, aber auch die Arbeit in Warenannahme, in Sortierung und Regalfüllung verlange den Beschäftigten viel Mühe und Sorgfalt ab. Solche Arbeit verdiene daher ihren gerechten Lohn.

KAB und Betriebsseelsorge verstehen die Empörung der Beschäftigten im Einzelhandel, dass die Zuschläge für die Spätöffnung entfallen oder „neu gestaltet“ werden sollen. Damit soll die Spätöffnung verbilligt und der Trend verstärkt werden, immer noch mehr Häuser bis in den späten Abend hinein oder sogar die ganze Nacht zu öffnen, wie dies zur Zeit in Ravensburg bei „Kaufland“ demonstriert wird. Spätöffnung und Nachtarbeit im Einzelhandel treffen auf den erbitterten Widerstand der KAB und der Betriebsseelsorge. Dafür bestehe absolut keine Notwendigkeit, betonen sie. Die Beschäftigten im Einzelhandel, die ohnehin schon von Arbeit am Abend und am Samstag betroffen sind, verlören dadurch noch mehr soziale, gemeinsame Zeit.

Betriebsseelsorge und KAB rufen die Öffentlichkeit auf, am späten Abend nicht einkaufen zu gehen. Sie bitten darüber hinaus die Kundschaft auch um Verständnis für die Streik-Maßnahmen. Die Kath. Soziallehre befürworte den Streik als legitime Kampfmaßnahme. Es sei bedauerlich, dass der Arbeitgeberverband bislang weder ein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt habe und offenkundig auch nicht bereit sei, Verhandlungstermine zu benennen. 

Stuttgart, 10. 12. 07


EINWURF November 2007


Einheit – Freiheit – Teilhabe

Am 3. Oktober hat unser Volk den inzwischen 18. Tag der deutschen Einheit begangen. Mit Recht können wir von Fügung und Dankbarkeit im Zusammenhang mit diesem Gedenktag sprechen. Menschen haben an dem Tag mit der Familie gefeiert, sich mit Freunden getroffen oder sind der Einladung zu einem Gottesdienst gefolgt. Mancher von uns hat sich der Wendezeit von 1989 erinnert und rückblickend auf die vergangenen bewegten Jahre geschaut. Sehen wir auf die Menschen, so würden unterschiedlichste Lebenswirklichkeiten sichtbar werden. Menschen aus den alten und neuen Bundesländern sollten weiter nach Begegnung suchen, sich ihre Geschichten erzählen und ihrem Gesprächspartner zuhören. Nur so lässt sich der Prozess der Einheit voranbringen.
Der Umbruch in Verbindung mit der Einheit Deutschlands hat bei den Menschen im wirtschaftlichen und sozialen Bereich Veränderungen und auch Einschnitte gebracht. Unsichere Arbeitsplätze, Erwerbslosigkeit und die Agenda 2010 bereiten Zukunftsängste. Soziale Unsicherheit lassen Mutlosigkeit und Resignation entstehen. Übrigens gilt dies für Ost und West. Dies ist kein Jammern und kein Kleinreden des bisher Erreichten. Die Defizite unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit gilt es aber nüchtern wahrzunehmen, wie es u. a. der Bundespräsident in seiner Festansprache getan hat.
Dabei beinhaltet unser Freiheitsverständnis Menschenwürde für alle Mitglieder unserer Gesellschaft. So ist jeder Erwerbslose ein Erwerbsloser zu viel. Der sich vergrößernden Kluft zwischen Armut und Reichtum muss entgegengesteuert werden. Gleiche Bildungschancen für alle, auch unabhängig vom Einkommen der Eltern, gehören dazu. Die Situation für junge Menschen auf dem Ausbildungsmarkt hat sich verbessert. Dennoch gibt es noch nicht für alle einen Ausbildungsplatz. Steigende Preise verschlechtern die Lage der Hartz- IV- Empfänger. Es ist ein Skandal, wenn Arbeitnehmer wegen ihres niedrigen Einkommens staatliche Transferleistungen beziehen müssen, um ihre materiellen Grundbedürfnisse zu sichern.
Freiheit bedeutet Teilhabe am gesamtgesellschaftlichen Leben. Ein Leben in Würde schließt das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit ein. Darauf haben Christen immer wieder beharrlich hinzuweisen, auf die von Gott verliehene Würde für alle Menschen. Das verfassungsrechtliche Sozialstaatsprinzip bedeutet nicht nur Teilnahme am Erwerbsleben, sondern genauso Beteiligung an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen hinsichtlich der weiteren Entwicklung einer zukunftsfähigen demokratischen Gesellschaft. Viele Menschen fühlen sich an dieser Stelle ausgeschlossen. Wir können dazu beitragen, dass sie gehört, ernstgenommen und anerkannt werden.

Gottfried Dietzsch
KDA, Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen
 gd@maennerarbeit-sachsen.de
Überreicht vom
KDA – Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt an der Evangelischen Akademie Bad Boll,
Regionalbüro Heilbronn
Sozialsekretär Volker Stücklen
Tel. 07131 982330
 volker.stuecklen@ev-akademie-boll.de

 


KAB UND BETRIEBSSEELSORGE ZUR NOVELLIERUNG DES LADENSCHLUSSGESETZES

Die von der Landesregierung geplante Liberalisierung des Ladenschlusses mit der Möglichkeit, die Geschäfte am Werktag rund um die Uhr zu öffnen, wird sich für die Beschäftigten im Einzelhandel als extrem schädlich erweisen, aber auch das gesamte gesellschaftliche Leben beeinträchtigen. Eine kirchliche Intervention darf sich daher nicht allein, wie es bislang geschah, auf den Schutz des Sonntags beschränken.

Eine Ladenöffnung rund um die Uhr am Werktag bedeutet für uns als KAB – Katholische Arbeitnehmerbewegung und Betriebsseelsorge sozialen Rückschritt. Sie ist  überdies in höchstem Maße familienfeindlich und gesellschaftlich gefährlich. Ökonomisch bleibt sie bedeutungslos, ökologisch ist sie als schädlich einzustufen. Am Arbeitsmarkt verpufft sie wirkungslos.

Unsere Argumentation im Einzelnen:

1.      Sozialer Rückschritt:

Die geplante Maßnahme katapultiert 2, 5 Millionen Beschäftigte im Einzelhandel  um einhundert Jahre in die Vergangenheit zurück. Ohne Not wird ein Arbeitnehmer-Schutzgesetz preisgegeben. Ohne Not deshalb, weil Arbeit im Handel nicht vergleichbar ist mit Arbeit in der Pflege, in Sicherheitsbereichen oder in Produktionen, die infolge technischer Notwendigkeit keine Unterbrechung dulden. Niemand  wird Schaden nehmen, wenn er nicht rund um die Uhr einkaufen kann. Das Verkaufspersonal – zu über 70 % Frauen – unterliegt heute schon extremen Arbeitszeiten: Arbeit vom frühen Morgen bis in den späten Abend, den Samstag mit eingeschlossen. Mit der geplanten weiteren Liberalisierung verlieren die  Beschäftigten noch mehr als bisher „soziale“, gemeinsame Zeit für Familie, Sport, Kultur, Kirche und Politik. 

2.      Lebensfeindlich
 
Immer mehr Beschäftigte im Einzelhandel werden mit den aus der Schicht-Arbeit bekannten Folgen zu kämpfen haben. Die gesundheitlichen Gefahren der Schicht- und vor allem der Nachtarbeit sind hinlänglich bekannt. Dabei sind die Arbeitsbedingungen im Einzelhandel ohnehin schon sehr belastend: Hoch konzentrierte Arbeit an den Scannerkassen, einseitige körperliche Belastungen, das Bewegen schwerer Lasten, Beratung und Verkauf oft im Stehen. Eine starke psychische Herausforderung durch den ständigen Umgang mit der Kundschaft kommt noch hinzu.  

Die Öffnung der Geschäfte am späten Abend und in der Nacht gerät vor allem für die Frauen zu einem Sicherheitsproblem. Umso mehr, als die Infrastruktur diesem Umstand nicht Rechnung trägt. Der öffentliche Nahverkehr läuft nachts, wenn überhaupt, nur stark eingeschränkt. Aus Berlin wird berichtet, dass viele Verkäuferinnen nachts um 2. 00 Uhr von ihren (berufstätigen) Männern abgeholt werden müssen. Auch die Polizei ist eigenen Angaben zufolge auf diese veränderte Situation nicht eingestellt.

Lebensfeindlich ist diese Arbeit ohne Not aber vor allem im Blick auf Ehen und Familien. Jeder weitere Verlust an „sozialer“ Zeit bringt diese in Bedrängnis. Familie und Beruf werden dadurch immer weniger kompatibel. Viele allein erziehende Verkäuferinnen signalisieren schon im Vorfeld, dass sie mit Einführung der neuen Arbeitszeiten Arbeit und Kinderbetreuung nicht mehr auf die Reihe kriegen werden. Kinder aber brauchen heute mehr Zuwendung und gemeinsame Zeit mit ihren Eltern denn je. 

3.      Gesellschaftlich gefährlich

Ladenöffnung rund um die Uhr führt zu einer ökonomisierten „Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“. Einkaufszeiten sind „Taktgeber“ des gesellschaftlichen Lebens. Rund um die Uhr zu konsumieren bedeutet über kurz oder lang, auch rund um die Uhr zu produzieren. Rechtlich ist das heute schon mit weit reichenden Ausnahmeregelungen möglich. Doch es gilt noch, die Barrieren in den Herzen der Menschen zu brechen, denn niemand schafft am Sonntag oder am Feierabend und in der Nacht gern. Diese emotionale Schranke wird durch die Freigabe des Ladenschlusses niedergerissen. Darum ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis alle, die heute (freiwillig) am Feierabend oder am Sonntag einkaufen gehen,  morgen (unfreiwillig) selber zu diesen Zeiten arbeiten müssen!

Gesellschaft funktioniert nicht wie ein Hamsterrad. Sie lebt von Unterbrechung und braucht „feste Zeiten“, ein bestimmtes Maß an gemeinsamer Zeit für Ruhe, Regeneration und Rekreation. Erst ein gemeinsamer Feierabend und ein arbeitsfreies Wochenende für viele ermöglicht gesellschaftliches Leben, Kultur und vor allem auch Politik. Eine ökonomisierte „Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“ ist extrem demokratiefeindlich. Eliten, die sich nicht in diesem Hamsterrad abstrampeln müssen, haben dann leichtes Spiel. Umso mehr, als die „Medienvielfalt“ auch noch die individuellen Zeitlöcher der Beschäftigten Tag und Nacht mit seichter Unterhaltung stopft. 

4.      Ökonomisch bedeutungslos

Einkaufsverhalten ist budget-orientiert. Man kann den Euro nur einmal ausgeben. Dafür reichen die gegenwärtig 14 Stunden gesetzlicher Ladenöffnung am Werktag aus. Erweiterte Öffnungszeiten bringen nicht mehr Umsatz, sondern höhere Kosten. Sie führen zu Preissteigerungen und zu einer gewaltigen Wettbewerbsverzerrung hin zu Discountern und großen Handelsketten. Hier zeichnet sich eine Entwicklung ab, die eigentlich die Hohenpriester des marktwirtschaftlichen Systems nachdenklich machen müsste: der Wettbewerb höhlt sich selber aus, denn Konzentration ist immer wettbewerbsfeindlich, führt zur Kartellen und Preisabsprachen, verengt das Waren-Sortiment, wird zu einem unberechenbaren Machtfaktor, der sich die Politik willfährig macht. Bald liegt die Lebensmittelversorgung der ganzen Menschheit in der Hand weniger Groß-Konzerne. Sie sind es, die letztlich diese Liberalisierung betreiben und sich die Umsatzanteile der kleinen und mittelständischen Fachgeschäfte schnappen wollen. Ein weiteres Ladensterben in den Innenstädten ist dann unvermeidlich. Das macht diese – entgegen dem Wunschdenken der Politiker – nicht sicherer. Vielmehr gehen dort erst mal die Lichter aus.

5.      Ökologisch schädlich

Erweiterte Öffnungszeiten verursachen Kosten - nicht nur für das notwendige Personal, sondern auch für Sicherheit, Licht und Energie. Voraus geht bereits die Zersiedelung der Landschaft, vor allem in den Peripherien der Städte, in denen sich Handelshäuser gerne niederlassen. Das Ladensterben in den Innenstädten macht für die VerbraucherInnen längere Anfahrtswege in die Supermärkte notwendig. Der Verkehr nimmt zu. Außerdem werden ältere Menschen nicht mehr ohne fremde Hilfe einkaufen können. 

6.      Am Arbeitsmarkt wirkungslos

Die großen Handelshäuser bewältigen die längeren Öffnungszeiten, von einigen Mini-Jobs einmal abgesehen, ohne zusätzliches Personal. Im Gegenteil: Seit der letzten Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes mit Ladenöffnungszeiten täglich bis 20. 00 Uhr sind im Einzelhandel 200.000 Vollzeitarbeitsplätze verloren gegangen. Die Strategie der großen Häuser und Ketten ist seit langem bekannt: größere Verkaufsflächen, weniger Personal. Damit wird den Befürwortern der Liberalisierung auch ihr letztes Argument aus der Hand geschlagen bzw. als  Täuschungsmanöver entlarvt: Erweiterte Öffnungszeiten bleiben am Arbeitsmarkt wirkungslos. Wohl aber verstärken sie den Druck auf die Beschäftigten und leisten der Prekarisierung der Arbeit noch weiteren Vorschub. So z. B. wurden jetzt schon zahlreiche Normalarbeitsverhältnisse im Einzelhandel in Mini-Jobs und Scheinselbständigkeit umgewandelt.

KAB und Betriebsseelsorge halten die geplante Erweiterung der Ladenöffnungszeiten daher für ethisch nicht haltbar.

  • Ohne Not wird das Wertesystem dieser Gesellschaft beschädigt, wie etwa das legitime Schutzrecht der Beschäftigten, Rechte und Würde der Arbeit, Zeit für Ehe und Familie, Beziehung, Freundschaft, Kultur, kirchliche und politische Betätigung, sowie die Bewahrung der Schöpfung.
  • Ohne Not wird durch längere Öffnungszeiten die ohnehin schon vorhandene Erosion der sozialen Zeit verschärft und die Ökonomisierung unserer Gesellschaft weiter voran getrieben. Dieser zunehmenden Kommerzialisierung wird auch der Sonntag nicht mehr lange standhalten können. Sonntagsarbeit im Kommerz bedeutet dann über kurz oder lang auch Sonntagsarbeit in der Produktion. Damit einher geht eine zunehmende Entpolitisierung der Gesellschaft.
  • Diesen Beschädigungen steht kein gesellschaftlicher Nutzen gegenüber: keine Umsatzsteigerungen, keine zusätzlichen Arbeitsplätze, kein zusätzlicher Gewinn an Lebensqualität. Eigentlich geht es nur um den Profit der großen Handelshäuser zu lasten der kleinen Einzelhändler und um die „Freiheit“ der Konsumenten, auf Kosten der Beschäftigten Tag und Nacht einkaufen zu können. „Freiheit“ bedeutet in Wirklichkeit Bequemlichkeit.


Der Novellierung des Ladenschutzgesetzes fehlt jede ethische Legitimation.

7.      Herausforderung für Kirche, Kirchengemeinden und Verbände

Kirche und Kirchengemeinden, aber auch Verbände und Gruppierungen müssen sich auf neue Herausforderungen gefasst machen:

  • Familie und Kindererziehung werden für noch mehr Menschen als bisher problematisch: Kirchliche Beratungsstellen wie etwa Ehe-, Familien- und Lebensberatung werden weit mehr  Klienten betreuen und personell aufgestockt werden müssen.
  • Die Öffnungszeiten auch der kirchlichen Kindergärten und –tagesstätten müssen in den späten Abend hinein ausgeweitet werden.
  • Kirchliche Vereinigungen, Erwachsenenbildung, Kirchengemeinderäte, „Ehrenamt“ verlieren infolge Schichtarbeit für weitere 2, 5 Millionen Beschäftigte interessierte und aktive TeilnehmerInnnen.
  • Kultur-, Sport- und politische Veranstaltungen werden verstärkt auf den Sonntagvormittag ausweichen müssen. Das beeinträchtigt die Sonntagskultur und trifft die christlichen Gemeinden an ihrer sensibelsten Stelle, nämlich der Sonntagsheiligung.
  • Es wird noch mehr indirekte Arbeit auf den Sonntag verlegt: Reinigung der Geschäfte, Wartung und Instandhaltung.

KAB und Betriebsseelsorge lehnen daher um der Menschen und der Gesellschaft willen die Liberalisierung des Ladenschlusses auch am Werktag ab.

Unser Ziel ist es, in einem breit angelegten gesellschaftlichen Bündnis immer mehr Menschen für eine „Selbstverpflichtung“ zu gewinnen, abends nach 20. 00 Uhr und am Sonntag schon gar nicht einkaufen zu gehen. Nur diese Sprache wird von den Betreibern dieser Liberalisierung noch verstanden.

Stuttgart, 19. Dez. 2006

Paul Schobel Betriebsseelsorge Diözese Rottenburg-Stuttgart

Karl-Heinz Teepe Arbeitnehmerpastoral Erzdiözese Freiburg

Peter Niedergesäss KAB-Diözese Rottenburg-Stuttgart

Herbert Schweizer KAB-Erzdiözese Freiburg