April 2017

Workers´Memorial Day in der Hospitalkirche in Stuttgart am 27. April 2017 um 17.30 Uhr

Internationaler Gedenktag für verstorbene und verunglückte Beschäftigte International Workers´ Memorial Day (IWMD) soll an alle erinnern, die von oder durch die Arbeit getötet oder verletzt wurden. Er soll unsere Entschlossenheit zur Verringerung der Risiken und zum Schutz derMenschen vor Verletzungen am Arbeitsplatz stärken.

Bauarbeiter und die weiteren Beschäftigtengedenken an diesem Tag ihrer Kolleginnen und Kollegen, die bei der Arbeit oder durch ihre Arbeit am Bau ihr Leben verloren haben oder verletzt wurden.

 

Hier die Einladung:


Artikel über die Arbeit von Peter Maile in "berufen"

 

Die Melodie vom Reich Gottes zwischen Radlader und Flex

Schmutzige Hände, harte Arbeit und gestandene Handwerker: das verbindet wohl jeder mit einer Baustelle. Kirchliche Seelsorge wohl eher weniger - besonders wenn es sich um ein so großes Bauprojekt wie Stuttgart 21 handelt. Ein Rundgang mit Betriebsseelsorger Peter Maile.

Von Nathalie Eichwald und Philipp Geisen

 

Hier der vollständige Artikel:




 

Arbeitseinsatz des Betriebsseelsorgers

 

Gut eine Woche hat Peter Maile wieder im Tunnel mitgearbeitet. Dieses Mal in der Rettungszufahrt Wagenburg und in der Ulmerstraße. Nachdem er bereits 3 Dekaden absolviert hat, zahlreiche Mineure kennt, fand er sich schnell zurecht. Die Fachausdrücke und die einzelnen Arbeitschritte waren ihm vertraut und bekannt.

Seine Aufgabe war es u. a., Stahlmatten entsprechend zuzuschneiden, zu gittern, Spieße und Anker schieben und dort wo es nötig war, mit anzupacken. Die Pause war eine willkommene Abwechslung wo das persönliche Gespräch mit im Vordergrund stand. Wenn man im Tunnel gearbeitet hat, dann freut man sich nach Schichtende auf die Dusche, ein kühles Getränk, ein schnelles Essen und auf den Schlaf. Da geht nicht mehr viel am Abend. Anders formuliert: man ist platt.

Den größten Respekt zollt der Betriebsseelsorger den Mineuren, die im sogenannten Trockenvortrieb arbeiten. Es ist eine staubige Angelegenheit. Vor den polnischen Kollegen zieht Maile seinen Helm.

Sein Dank gilt auch den Polieren, den Bauleitern sowie der Projektleitung für die Ermöglichung des Arbeitseinsatz.

Den größten Respekt zollt der Betriebsseelsorger den Mineuren, die im sogenannten Trockenvortrieb arbeiten. Arbeits- und Gesunheitsschutz müssen im Trockenvortrieb obersterste Priorität haben und dulden keinen Aufschub. Schließlich geht es um die Gesundheit der Betroffenen. Alle Beteiligten sind in ihrer Verantwortung gefragt.

 

Die Bilder von Joachim Röttgers vermitteln einen beeindruckenden Einblick in die Arbeit von den Kollegen, die sich sehr engagiert, kompetent und mit Umsicht einbringen und vieles auf sich nehmen.

Bilder: Joe Röttgers

 













Februar 2016


Reiserückblick auf die Frühjahrstagung der Betriebsseelsorge Österreich


24.-25. Februar 2016 im Haus der Begegnung in Innsbruck.

Wer  sich vom Bergpanorama begeistern lässt, der ist im Haus der Begegnung in Innsbruck gut aufgehoben. Ich gehöre dazu und war beeindruckt von den Schnee bedeckten Bergen. Ebenso beeindruckt war ich vom dem vielfältigen Engagement der Kolleginnen und Kollegen aus der Betriebsseelsorge Österreich.

Neben dem Austausch und der aktuellen Entwicklung an den jeweiligen Standorten wurden Modelle und Perspektiven der Arbeitnehmerpastoral von heute vorgestellt.

Der Kollege Georg Salvenmoser aus Obersteiermark engagiert sich für eine nachgehende Seelsorge, d.h., der Seelsorger ist in den Betrieben und somit den Menschen in ihrer Arbeitswelt nahe

Die Kollegin Uli und ihr Mann Karl haben vor Ort in ihrem zuhause einen Treffpunkt  Arbeit & Kirche ins Leben gerufen. Das Solartaxi in Heidenreichstein bringt nicht nur Menschen von A nach B, sondern wirkt auch der Isolation und Vereinsamung  - gerade in der ländlichen Region -  entgegen. Der Fahrtpreis beträgt 2€, unabhängig von der Fahrstrecke.

Die Kollegin Evelyn aus Wels bietet im Treffpunkt für  Mensch und Arbeit Möglichkeiten zum Austausch für die Betriebsräte.

GUTE ARBEIT - GUTES LEBEN - dafür tritt sie ein.

 Die Kollegin Waltraud in Braunau engagiert sich für Jugendliche und ist ihnen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz behilflich.  Sie engagiert sich auf für die vielen Flüchtlinge und versucht die Not der Menschen zu lindern.

Die Kollegin Alexandra berichtet vom Treffpunkt Pflege. Schwerpunktthemen ihrer Arbeit sind: Selbstfürsorge, Rollenverständnis, Projekte rund um die Pflege und regelmäßiger Austausch

Unter der Überschrift: Draußen zuhause berichtete Univ.-Prof. Dr. Christian Bauer u.a. von dem Arbeiterpriester M.-Dominique Chenu. Die Begegnungen mit den Menschen in den Arbeitervierteln von Praxis haben ihn und seine Theologie sehr geprägt.

Aufsuchende Pastoral

Die Kolleginnen und Kollegen fuhren in Begleitung von Elisabeth Rathgeb, der Leiterin des Seelsorgeamts. Zusammen mit dem Betriebsseelsorger Peter Maile besichtigten sie die Baustelle des Brennerbasistunnels. Zusammen mit Peter Witzlinger, dem Bauleiter der Fa. Swietelsky, fuhren wir über den Zugangstunnel zu den Mineuren ein.

Das Fazit der Begegnung: Die Männer leisten Großartiges! Die Notwendigkeit einer möglichen Präsenz der Betriebsseelsorge im Projekt Brennerbasistunnel wird von allen erkannt und ist von unschätzbarem WERT!

Peter Maile

 






Dezember 2015


Informationen von der Baustelle S21

Neues von der Baustelle-Ausgabe 2/2015

Berichte - Termine - Wissenswertes

»Neues von der Baustelle« ist eine Informationsschrift, die Peter Maile, der Stuttgart 21- Betriebsseelsorger der Katholischen Kirche, herausgibt. Er informiert über Neuigkeiten und interessante Aspekte rund um die Baustelle und um den Lebensraum der Bauarbeiter. Anschaulich schildert er ihren Alltag, ihre Sorgen und Nöte.

Lesen Sie mehr über das Projekt S 21 und die Aktionen und Erfahrungen von Peter Maile

hier:

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Juli 2015


Abeitseinsatz eines Betriebsseelsorgers auf der Baustelle S 21

Regelmäßige Arbeitseinsätze zeichnen die katholische Betriebsseelsorge aus.Um die Sorgen und Nöte, Freude und Hoffnung der Männer im Tunnelbau besser zu verstehen, ist die Mitarbeit in einer sogenannten Dekade (= 10 Tage mit je 11 Stunden) eine wichtige Voraussetzung.

Bei weit über 40° Celsius sollte auf der Baustelle an der Jägerstraße eine Bodenplatte hergestellt werden. Es war eine schweißtreibende und körperlich extrem harte Arbeit. Der Betriebsseelsorger kennt nun die Arbeitsschritte bis zur Fertigstellung einer Bodenplatte: Einschalen und Beton rütteln waren seine Aufgaben. Nach 4 Tagen ging es ans Rohrschirm bohren: 52 Metallrohe mit einer Länge von 18 Metern und einem Durchmesser von 15 cm galt es auf den Bohrwagen zu heben.

In der Mitte der Dekade fand die Segnungsfeier für die Mineure statt. Sie war eine willkommene Erholung und etwas Besonders. 

In der Röhre 4 a mussten dann einen Tag später die  Versorgungleitungen verlegt und die Trafostation Richtung Orstbrust (= Ort, an dem gerade gearbeitet wird) gezogen werden.

Mit dem Begriff des Schlammkuchens wusste Peter Maile nichts anzufangen bis zu dem Tag, an dem er sich in der Wasseraufbereitungsanlage umschaute. Das schmutzige Wasser wird durch 25 Filter gepresst und dabei entstehen die sogenannten Schlammkuchen, die u. a. als Dünger verwendet werden können.

Die Tage in der Elektrowerkstatt waren geprägt von Kabel verlegen, Lampen montieren und Schaltschränke aufstellen.

Sein Dekaden-Resümee: Die Männer leisten Großartiges, sie sind Spezialisten, ohne die es keinen Tunnel geben würde, sie nehmen sehr vieles auf sich z.B. eine lange Anreise, und sie arbeiten Hand in Hand. Es gibt keinen Unterschied zwischen Sonntag und Werktag. Ihr verdientes Geld ist hart erarbeitet, ein ehrenamtliches Engagement zuhause ist kaum möglich. In persönlichen Gesprächen haben sie dem Seelsorger Vieles anvertraut.

Maile sieht im Tunnelbau eine große Integrationschance, die seiner Meinung nach von den Verantwortlichen noch nicht richtig wahrgenommen wird. Verschiedene Sprachkurse sind gute Ansätze. Seiner Meinung nach bedarf es einer unabhängigen Beratungs- und Anlaufstelle  in der jeweiligen Muttersprache. Die Firmen alleine sind mit dieser Integrationsaufgabe überfordert.  Zusammen mit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) und der Handwerkskammer könnte ein runder Tisch ins Leben gerufen werden, der die Probleme aufgreift und adäquate Lösungen schafft. 

Als „Dankeschön“ für die Zusammenarbeit organisierte Betriebsseelsorger Peter Maile mit der Barbaragemeinde ein großes Abschlussfest und auf Wunsch vieler Kollegen eine richtige „Messe“.

Bei der nächsten Dekade geht es in die Nachtschicht.

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Im Bild links: Betriebsseelsorger Peter Maile




Juni 2015


Das Glück sucht uns an einem anderen Ort

Glück, Glückwunsch und Glücksfall. An Orten, wo wir das Glück entdecken, erleben und erfahren, sind wir im wahrsten Sinne des Wortes „Glück-lich“.

105 Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Firmen folgten der Einladung der Betriebsseelsorge und Bahnhofsmission zu einem gemeinsamen Fest. Anlässlich des Internationalen Tages der Arbeiter, „Workers Memorial Day“, gab es zu Beginn einen spirituellen Impuls. Es wurde der Verletzten und Verunglückten auf den Baustellen gedacht. Aufgrund der Umsichtigkeit der Mineure und Verantwortlichen sowie der hohen Priorität der Arbeitssicherheit gab es bisher im Tunnelbau keine größeren Unfälle. Auch der heiligen Barbara sei Dank für den Schutz „von oben“!

Bei leckerem Grillgut und Hip-hop Gesang durch Sänger Neco ließen es sich die Gäste gut gehen. Ein „super Fest“, so die Rückmeldung eines Geburtstagskindes, "Das Grillfest schafft Begegnung, wenn Sie nächstes Jahr wieder solch ein Fest machen, dann komme ich wieder". 

 

 



Peter Maile hält eine "richtige Messe"





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Veranstaltungshinweis/Einladung:

Gottesdienst zum "Workers Memorial Day"

Ort: Baustelle am HBF Stuttgart

Datum: 24. Juni 2015, 18.30h

Veranstalter: Bahnhofsmission und Betriebsseelsorge S 21

Nähere Informationen und die wichtigen Hinweise zur Anmeldung (verbindlich) finden Sie hier: ->


Mai 2015


Presseerklärung

Gemeinsame Vorgehensweise im Falle von Lohnbetrug festgelegt

Stuttgart, 22.5.2015

Heute trafen sich Vertreter der Stuttgarter Direktion der Ed. Züblin AG, der Finanzkontrolle Schwarzarbeit und die Beraterinnen von "Faire Mobilität" in den Räumen der Betriebsseelsorge Projekt S 21.Anlass für das Gespräch war die Abstimmung einer gemeinsamen Vorgehensweise im Falle von Lohnbetrug durch auf Baustellen eingesetzte Nachunternehmen.

Aktuelle Brisanz erhielt das Treffen im Zusammenhang mit den Vorkommnissen dieser Woche auf einer Großbaustelle in Esslingen, bei der ein Nachunternehmen 23 Arbeitern den Lohn für die Monate April/Mai vorenthielt und sie damit in wirtschaftliche Schwierigkeiten brachte. Die Betroffenen hatten sich an die Beraterin Katarina Frankovic von "Faire Mobilität" gewandt, deren Tätigkeitsschwerpunkt in der Begleitung und Beratung von in Not geratenen, abhängig Beschäftigten in ihrer Muttersprache ist.

Lesen Sie hier den ganzen Pressebericht: ->

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26 Bauarbeiter kämpfen um ihren Lohn  

Artikel in der Esslinger Zeitung v. 21. Mai 2015 (Autor: Alexander Maier) - die Genehmigung zur Veröffentlichung wurde von der Redaktion der EZ schriftlich erteilt. Zum Artikel: ->

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IG BAU fordert Weißbuch für saubere Bau-Subunternehmen

Frankfurt am Main, 22.05.2015

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert stärkere Anstrengungen der Bauwirtschaft, um die Ausbeutung von Arbeitnehmern aus der EU zu bekämpfen. "Wir brauchen ein Weißbuch der seriösen Bau-Subunternehmen, die mit entsandten Beschäftigten arbeiten", sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers.

"Es gibt in dem Bereich Geschäftemacher, die Menschen planmäßig abzocken. Sie locken die Bauarbeiter aus ihrer Heimat mit riesigen Versprechungen zum Arbeiten nach Deutschland. Dabei haben sie schon zu Beginn die Absicht, die Löhne zu drücken und am Ende gar nicht mehr zu bezahlen. Die Generalunternehmen tragen hier Verantwortung. Schließlich suchen sie die Subunternehmen aus. Ein Weißbuch, an das sie sich auch halten, ist ebenfalls in ihrem Interesse. Es schützt die Generalunternehmer, weil es ihr Risiko verringert, den geprellten Arbeitern ihren Lohn ersetzen zu müssen."

Hier der Link zur vollständigen Presse-Veröffentlichung:

 http://www.igbau.de/IG_BAU_fordert_Weiszbuch_fuer_saubere_Bau-Subunternehmen.html

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Februar 2015


Peter Maile, Baustellen-Seelsorger für S21, zu Gast auf der "roten Couch" der Landesschau (SWR-Fernsehen am 18.02.2015)

 

"Seit drei Jahren kümmert sich Stuttgart 21-Diakon Peter Maile um das Seelenwohl von mehr als 1.800 Arbeitern, die bei Wind und Wetter und oft fern der Familie arbeiten.

Wenn Diakon Peter Maile zur Arbeit geht, trägt er Helm statt Stola: Sein Arbeitsalltag findet auf einer gigantischen Baustelle statt. 2012 wurde Peter Maile von der Diözese Rottenburg-Stuttgart in das Amt eingeführt, seitdem betreut er die Arbeiter der Großbaustelle Stuttgart 21 als Betriebsseelsorger.

Eigentlich ist Peter Maile gelernter Heizungsbauer von der Ostalb, hat seine Wurzeln im Handwerk. Nach einer Sinnkrise sattelt er um, absolviert eine diakonische Ausbildung und wird 1996 zum katholischen Diakon geweiht. Sein Wunsch ist es den Glauben mit dem Leben zusammen zu bringen. Peter Maile versteht sich als Netzwerkarbeiter." (SWR-Fernsehen)

Hier der Link zur Sendung auf der Homepage des SWR:

 http://www.swr.de/landesschau-bw/studiogaeste/gast-peter-maile-baustellen-seelsorger-fuer-s21/-/id=2248750/nid=2248750/did=14853972/16vzr6w/index.html

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Besuch von Bischof Fürst auf der Baustelle, rechts im Bild: Diakon Peter Maile

 

Oktober 2014

 


"So kannten wir Kirche bisher nicht“

Positives Feedback für den Einsatz der Betriebsseelsorge beim Bahnprojekt Stuttgart 21 -

 

Bischof Gebhard Fürst besucht Fildertunnel

 

Stuttgart. 30. Oktober 2014: Dass Kirche tatsächlich glaubwürdig ist, wenn sie die Sorgen und Nöte der Menschen vor Ort wahrnimmt, das hat Bischof Gebhard Fürst beim Besuch der Arbeiter am Fildertunnel im Bahnprojekt „Stuttgart 21“ erfahren.

Diese bezeichneten den Einsatz der katholischen Betriebsseelsorge am Donnerstagmittag (30.10.) als „eine Kirche, die wir bisher nicht kannten“.

"Das Bild von Kirche hat sich unter uns Mineuren (Facharbeiter für den Tunnelbau) komplett gewandelt", sagte Schichtleiter Christian Heider (52) aus Österreich. Mit dem Diakon und Betriebsseelsorger Peter Maile hätten sie einen Menschen an ihrer Seite, mit dem man über alles reden könne, der Vermittler zwischen allen Fronten sei und der so manches Mal Mut mache und tröste. „Dass die Kirche jemanden zu uns schickt, das haben wir noch auf keiner Baustelle der Welt erlebt“, sagte Heider.

Bischof Gebhard Fürst zeigte sich dankbar für die Arbeit der Betriebsseelsorge: „Die Betriebsseelsorger sind das Ohr des Bischofs unter den Arbeitern. Durch sie erfahre ich Vieles, was ich sonst nie erfahren würde“. Das Konzept der „aufsuchenden Pastoral“ selektiere nicht zwischen Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern der Kirche. „Kirche ist für alle Menschen da, die uns bedürfen“, sagte Gebhard Fürst.

Im Rahmen seines jährlichen Besuches in einem der von den insgesamt neun diözesanen Betriebsseelsorgern begleiteten Firmen und Betrieben hat Bischof Gebhard Fürst in diesem Jahr die Baustelle „Fildertunnel“ des Bahnprojekts „Stuttgart 21“ besucht.

Diakon Peter Maile (53) ist seit November 2012 als Betriebsseelsorger für die Begleitung der Ingenieure und Arbeiter auf den Baustellen des Projekts „Stuttgart 21“ zuständig. Träger dieser deutschlandweit einmaligen Stelle sind die Diözese Rottenburg-Stuttgart, das Stadtdekanat Stuttgart sowie das Dekanat Esslingen-Nürtingen. (Text: Pressestelle Diözese Rottenburg-Stuttgart)

Fotohinweis: Foto: Pressestelle Diözese Rottenburg-Stuttgart

Link auf die Homepage der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Video des Bischofsbesuches:

 http://www.drs.de/mediathek-detail/kirche-vor-ort.html

Linkhinweis auf die Homepage der Betriebsseelsorge S 21:

wirhelfenweiters21.wordpress.com



Bischof Fürst im Gespräch mit Mineuren auf der Baustelle "Fildertunnel". (2.v.l.: Christian Heider; 2.v.r.: Bischof Gebhard Fürst; rechts: Betriebsseelsorger Peter Maile


Liturgie zum "workers memorial day"

Datum: 03. Juni 2014, 18.30 Uhr

Ort: Züblin-Baustelle am Hauptbahnhof (Zugang über Hauptbahnhof)

"Mit dem Workers’ Memorial Day soll die Öffentlichkeit auf arbeitsbedingte Tode, Verletzungen und Krankheiten sowie auf die Vermeidbarkeit der meisten Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten hingewiesen werden. Zudem sollen gewerkschaftliche Kampagnen und Ansätze im Kampf für Verbesserungen beim Arbeitsschutz bekannt gemacht werden.

Rund um den Workers’ Memorial Day hat sich der Slogan Remember the dead – Fight for the living (Der Toten gedenken, für die Lebenden kämpfen) etabliert. Obwohl der 28. April - der eigentliche "workers memorial day" - in erster Linie als Tag des Gedenkens und der internationalen Solidarität genutzt wird, wurden an ihm zuweilen auch konkrete Aktionen zur Verbesserung des Arbeitsschutzes initiiert oder praktisch mit entsprechenden Kampagnen verbunden." (Quelle: wikipedia)

Veranstalter: Bahnhofsmission und Betriebsseelsorge S 21

Anmeldung: notwendig

Weitere Details und Hinweise zur Anmeldung finden Sie hier: -> pdf-Download






 

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Juni 2014


"Das Glück sucht uns an einem anderen Ort" - Gottesdienst zum "Workers memorial day"

 

Unter dieser Überschrift hat die Bahnhofsmission und die Betriebsseelsorge zum Begegnungsabend am 3. Juni eingeladen.

35 Personen sind der Einladung zu einem Gottesdienst auf der Baustelle am Hauptbahnhof gefolgt und haben sich über die Bedeutung von Glück und Orte des Glück unterhalten.

"Glück ist ein schillernder Begriff und jeder verbindet etwas anderes.

Glück ist für den einen, wenn er mit Rad von der Arbeit nach Hause fahren und abschalten kann. Für den anderen wenn er seine Arbeit als sinnvoll erlebt. Orte des Glücks: für den einen ist es die Familien für den andern ist der Sonnenaufgang auf der Bergspitze."

Neben dem Austausch über das Glück und die Orte an denen Menschen Glück erleben, wurde anlässlich des "Worker memorial days" auch der Verunglückten auf dem Bau gedacht.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es ein Handwerkervesper mit Leberkäse und Bier sowie spannenden Gesprächen bis tief in die Nacht hinein.

(BS Diakon Peter Maile) - Bild: Handwerkervesper und Begegnung nach dem Gottesdienst (Bild: Maile)

 




 



Dekanatsreferenten Dr. Schütz (2.v.r.) und Dr. Lahl (1.v.r.) im Besucheroutfit

 

Pastoral trifft Mineure


Stuttgart, 28. April 2014

Da staunten die  beiden Geschäftsführer der Katholischen Dekanate  Esslingen-Nürtingen und Stuttgart Dr. Oliver Schütz und Dr. Alexander Lahl nicht schlecht, als es mit dem Personenaufzug über 20 Meter in die Tiefe ging.
Zusammen mit dem Leiter der Betriebsseelsorge Pfarrer Wolfgang Herrmann begleiten sie den Betriebsseelsorger Peter Maile beim Baustellenbesuch des Großprojektes Stuttgart 21 in Stuttgart-Nord.



Im Tunnel - Mineure bei der Arbeit


Günther Weilharter, Bauleitung der atc-s21 nahm die Kirchenvertreter im Empfang und erklärte Ihnen das Vorhaben. Nach einer Einweisung ging es in den Schacht, wo die Mineure im konventionellen Vortrieb den sogenannten Cannstatter Tunnel erstellen. Vor Ort kamen sie mit den Mineuren ins Gespräch und lernten deren Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld kennen. Der Vortrieb verlangt Rücksichtnahme, Teamgeist und Sicherheit.

Das Fazit aller war: Die Mineure leisten hervorragende Arbeit! Es ist, gut, dass die Betriebsseelsorge dort präsent ist und die Arbeitnehmer begleitet. Für viele ist dies der einzige Kontakt zur Kirche und Betriebsseelsorger Diakon Peter Maile Ansprechperson in persönlichen wie arbeitsbezogenen Sorgen.



Vom Wanderarbeiter bis zur Solidarrente

ESSLINGEN: Redner der DGB-Maikundgebung fordern Eindämmung der prekären Arbeitsverhältnisse

Nach einem ökumenischen Gottesdienst im Münster St. Paul und der Maikundgebung des DGB auf dem Marktplatz wird dort noch mit Musik weitergefeiert.

Nach einem ökumenischen Gottesdienst im Münster St. Paul und der Maikundgebung des DGB auf dem Marktplatz wird dort noch mit Musik weitergefeiert. Foto: Bulgrin

Die Bundestagswahl wirft ihre Schatten voraus. Auf der traditionellen Maikundgebung des DGB auf dem Marktplatz forderten die Redner einen Politikwechsel und traten für mehr, besser geschützte sowie Existenz sichernde Arbeitsverhältnisse ein. Ein flächendeckender Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro sowie die Regulierung von Leiharbeit seien dringend notwendig.

Von Sabine Försterling

„Gute Arbeit - Sichere Rente - Ein soziales Europa“, lautete das diesjährige Motto der Gewerkschaften zum Tag der Arbeit. Der 1. Mai ist auch der Tag der Solidarität und so fand vor der Kundgebung traditionell ein ökumenischer Gottesdienst im Münster St. Paul statt, der ganz im Zeichen eines gerechten Europas stand. „Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber Ungerechtigkeit ist der Völker Verderben“, zitierte Pfarrer Peter Schaal-Ahlers. Dabei tragen laut Pastoralreferent Josef Birk die Christen eine besondere Verantwortung. Denn ohne Mitverantwortung sei ein menschengerechtes Zusammenleben nicht vorstellbar. „Warum sollen die Arbeitnehmer die Rechnung für eine unverantwortliche Abzocke bezahlen?“, fragte sich Thomas Bittner vom DGB angesichts der hohen Arbeitslosigkeit im Süden Europas und der vorangegangenen Bankenkrise. Betriebsseelsorger Peter Maile erzählte von den unsäglichen Bedingungen, unter denen Wanderarbeiter leben. Ein dänisches Unternehmen beschäftige in Deutschland rumänische Arbeiter für 3,50 Euro in der Stunde, und auf einem Ponyhof im Kreis Esslingen sei den Aushilfskräften das Futter der Tiere vorgesetzt worden. „Wir brauchen ein Steuerungsinstrument, um solche prekären Beschäftigungsverhältnisse einzudämmen.“ Die Gewerkschaften haben sich die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes seit längerem auf die Fahne geschrieben. Ein Politikwechsel müsse her, sagte der Vorsitzende des DGB-Ortsverbandes Esslingen, Frank Böhringer, vor rund 400 Besuchern der Kundgebung auf dem Marktplatz, darunter der CDU-Bundestagabgeordnete Markus Grübel. Auch die SPD-Kollegin Karin Roth, der SPD-Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler, die Grünen-Landtagsabgeordnete Andrea Lindlohr sowie Oberbürgermeister Jürgen Zieger und weitere Kommunalpolitiker waren erschienen. „Mehr, besser geschützte und Existenz sichernde Arbeitsplätze“, forderte Böhringer. Leiharbeit müsse so reguliert werden, dass sie die Ausnahme sei, fügte Marion von Wartenberg an. Die ehemalige, stellvertretende Landesvorsitzende des DGB und jetzige Staatssekretärin im Kultusministerium bezeichnete es als Skandal, dass die Bundesregierung die Grenze für Minijobs auf 450 Euro angehoben habe. Dadurch würden noch mehr Frauen in die Altersarmut gedrängt.

Apropos Altersarmut. Die Politikerin forderte eine Solidarrente und keine Lebensleistungsrente. Mit einem Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro packe man das Problem Altersarmut darüber hinaus an der Wurzel an. Von Wartenberg machte sich auch für gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit stark. In Baden-Württemberg würden Frauen bis zu 27 Prozent weniger verdienen als Männer. Daher solle ein Entgelt-Gleichstellungsgesetz auf den Weg gebracht werden.

Frank Böhringer äußerte in einer ganz anderen Sache einen Wunsch, dieses Mal an den OB gerichtet: In der Kanalstraße in Esslingen sollte eine Gedenktafel angebracht werden. Am 2. Mai 1933 wurde das dort befindliche Gewerkschaftshaus von den Nazis besetzt und die dunkle Geschichte von Verschleppung und Ermordung, nicht nur von Gewerkschaftern, begann.