Willkommen bei der Betriebsseelsorge Projekt S 21

 

Die globalisierte Arbeitswelt unterliegt einem ständigen Wandel. Anhaltende Technisierung und die Instrumentierung der Erwerbsarbeit ausgelöst durch das neoliberale Wirtschaftssystem erhöhen den Druck in der Arbeitswelt.

Die Betriebsseelsorge weiß um die Sorge und Nöte von ArbeitnehmerInnen, gerade in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen.

Wussten Sie - mehr als 200 Million Menschen sind weltweit als Wanderarbeiter unterwegs weil sie dort, wo sie wohnen, keine Arbeit finden? Die Wanderarbeiter nehmen dabei einiges auf sich und muten sich und ihrer Familie sehr vieles zu z. B. Trennung von der Familie, häufig schwere körperliche Arbeit und prekäre Beschäftigungen. Häufig, kommt es zur Ausbeutung von Arbeitskräften und zu Verletzungen der menschenwürdigen Arbeit.

Gerade bei Großbaustellen wird Ausbeutung „einkalkuliert“:

Mit der Initiierung der Projektstelle Betriebesseelsorge für das Bahnprojekt S 21 möchte die Kath. Betriebsseelsorge Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen solidarisch begleiten, für sie Partei ergreifen und in Kooperation mit verschieden Netzwerken adäquat unterstützen.

 

Linkhinweis auf die Homepage der Betriebsseelsorge S 21:

 http://www.wirhelfenweiter21.wordpress.com/

 


 

 

Beratungsstelle Faire Mobilität Stuttgart

Die Katholische Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist Kooperationspartner der Stuttgarter Beratungsstelle Faire Mobilität. Das Projekt Faire Mobilität hilft gerechte Löhne und faire Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus den mittel- und osteuropäischen EU-Staaten auf dem deutschen Arbeitsmarkt durchzusetzen. Die politische Verantwortung für das Projekt liegt beim DGB-Bundesvorstand. Es wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds und arbeitet in den zur Zeit sechs regionalen Standorten mit diversen Koopperationspartnern zusammen. In Stuttgart arbeiten die beiden Beraterinnen in enger Kooperation und Bürogemeinschaft mit Betriebsseelsorger Peter Maile.

Hier weitere Informationen und die Kontaktdaten zum Beratungsangebot von Faire Mobilität in Stuttgart:

Hier finden Sie den Flyer der Beratungsstelle zum Downloaden: -> Flyer

Dr. Dorota Kempter

Ansprechpartnerin für Polnisch

Telefon (+49) 0711 - 12 093 635

Mobil (+49) 0175 - 22 808 25

Fax (+49) 0711 - 12 093 637

E-Mail:  dorota.kempter@bfw.eu.com

 http://www.faire-mobilitaet.de/beratungsstellen/?tab=tab_0_12#tabnav

Beratung nach vorheriger Terminvereinbarung: Montag - Freitag

 

Stanislava Rupp

Ansprechpartnerin für Tschechisch, Slowakisch, Englisch

Telefon (+49) 0711 - 12 093 636

Mobil (+49) 0175 - 22 808 25

Fax (+49) 0711 - 12 093 637

E-Mail: stanislava.rupp@bfw.eu.com

 

Sprechstunde für Ratsuchende nach Terminvereinbarung

 

Weiterer Beratungsstandort:

Projekt „Faire Mobilität" im Gewerkschaftshaus, Lautenschlagerstraße 20, 70174 Stuttgart

Offene Beratungszeiten im Gewerkschaftshaus:

Dienstag 16 Uhr bis 19 Uhr (Kroatisch, Serbisch)

Donnerstag 10 Uhr bis 13 Uhr (Polnisch)

So finden Sie uns am Standort Willi-Bleicher-Straße: Unser Beratungsbüro befindet sich im 5. OG im Gewerkschaftshaus Stuttgart, direkt in der Stadtmitte.

S-Bahnen (S): Linien S 1 bis S 6 Haltestelle Stadtmitte, Ausgang Büchsenstraße

Stadtbahnen (U): Linien U 9 und U 14, Haltestelle Keplerstraße

Linien U 5, U 6, U 7, U 15, U 17 Haltestelle Schlossplatz

Hier finden Sie den Link zur Internet-Präsenz von Faire Mobilität in Stuttgart:

http:// www.faire-mobilitaet.de/beratungsstellen/?tab=tab_0_12#tabnav

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Zwangsprostitution und Menschenhandel

 

Fachberatungsstellen und Initiativen, die Betroffenen bei Zwangsprostitution und Menschenhandel Hilfe anbieten finden Sie in diesem Flyer:

 




DGB eröffnet neuen Beratungsstandort „Faire Mobilität" in Stuttgart

 

"Das Projekt „Faire Mobilität – Arbeitnehmerfreizügigkeit sozial, gerecht und aktiv" hat nach Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg und München in Stuttgart einen fünften Beratungsstandort eröffnet. Insbesondere polnisch- und kroatischsprachige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können dort in arbeitsrechtlichen und sozialen Fragen kostenlose Hilfestellung erhalten. Gleichzeitig legt der neue Standort einen inhaltlichen Schwerpunkt auf die Situation von osteuropäischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der Transport- und Logistikbranche.

Der neue Standort kooperiert eng mit der katholischen Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Im Rahmen des vom DGB-Bundesvorstand zu verantwortenden Gesamtprojektes „Faire Mobilität" werden insgesamt sechs Beratungsstellen für Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmer aus mittel- und osteuropäischen Staaten in verschiedenen Ballungszentren aufgebaut. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des DGB.

Nikolaus Landgraf, Vorsitzender des DGB Baden-Württemberg, betonte den Anspruch auf gute Arbeit für alle. „Wir wollen gerechte Löhne und faire Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten" so Landgraf. „Deshalb freuen wir uns, dass wir mit der Beratungsstelle hier im Ländle ein Zeichen gegen Arbeitsausbeutung setzen können." Josip Juratovic, SPD-Bundestagsabgeordneter, begrüßte das Projekt und verwies auf dessen Bedeutung im Zusammenhang mit der Erweiterung der EU.

Der Projektleiter Dominique John stellte die Konzeption und das Anliegen des Projektes vor, die beiden Projektmitarbeiterinnen Dr. Dorota Kempter und Katarina Frankovic berichteten aus ihrer Beratungsarbeit. Ausstehende Löhne, fehlender Krankenversicherungsschutz, miserable Unterkünfte zu überhöhten Preisen, immer wieder tauchen dieselben Probleme auf. Derzeit entsteht in Stuttgart ein breites Netzwerk aus Beratungsstellen, Ämtern, Gewerkschaften und Anlaufstellen, die sich gemeinsam gegen unwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen einsetzen." [Quelle: DGB-Pressestelle i. V. Dimitrios Galagas]

Pfr. Wolfgang Herrmann, Leiter des Fachbereiches Kirche und Arbeitswelt - Betriebsseelsorge, hob in seinem Grußwort die enge Verzahnung der Projektstelle Faire Mobilität mit der Projektstelle Betriebsseelsorge Stuttgart 21 hervor. Ebenso betonte er im Blick auf die Erfahrungen aus den ersten Beratungengesprächen die Notwendigkeit einer langfristigen Absicherung der Projektstelle einerseits wie auch die Verantwortung der Politik andererseits, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung nachhaltig und effektiv unterbinden. Kritisch bemerkte er,dass die Bundesregierung bis heute die vor zwei Jahren verabschiedete EU-Richtlinie zur Bekämpfung des Menschenhandels nicht umgesetzt hat. Die Frist zur Übertragung der Richtlinie in nationales Recht war am 5. April 2013 abgelaufen.

 

Weitere Infos unter: www.faire-mobilitaet.de



DGB-Landesvorsitzender Nikolaus Landgraf und MdB Josip Juratovic im Anschluss an ihre Grußworte

Dr. Dorota Kempter berichtet aus ihrer Arbeit

Im Vordergrund links: Dr. Dorota Kempter und Katarina Frankovic, die beiden Beraterinnen des Stuttgarter Projektes Faire Mobilität

Dominique John, Leiter des Projektes Faire Mobilität, stellt die Anliegen des Projektes vor

Beim anschließenden "Ständerling"



Seelsorger mit Schutzhelm

Amtseinführung Diakon Peter Maile als Betriebsseelsorger Stuttgart 21

Stuttgart, 26.11.2012. In sein neues Amt als Seelsorger für die Bauarbeiter und Ingenieure des Bahnprojekts Stuttgart 21 hat Ordinariatsrat Joachim Drumm heute in Stuttgart den katholischen Diakon Peter Maile eingeführt. Der im sozialen Bereich erfahrene Seelsorger soll für die mehreren tausend Arbeitskräfte, die im Lauf der Bauzeit in die Region kommen werden, ein seelsorgliches und soziales Netzwerk aufbauen und sich für angemessene Arbeitsbedingungen einsetzen. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart, das Stadtdekanat Stuttgart und das Dekanat Esslingen-Nürtingen haben die neue Stelle gemeinsam geschaffen. Der Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm Wolfgang Dietrich, die baden-württembergische Regionalleiterin der Industrie-Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Inge Hamm und der evangelische Wirtschafts- und Sozialpfarrer Martin Schwarz begrüßten bei dem Festakt nach dem Einführungsgottesdienst die Einrichtung der Stelle.

Die Betriebsseelsorgestelle ist nach Aussage des Leiters der diözesanen Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft Ordinariatsrat Joachim Drumm „Neuland" für die Kirche. Eine vergleichbare Stelle habe es bisher in Deutschland nicht gegeben. Als Betriebsseelsorger soll Diakon Peter Maile die auf den Baustellen des Bahnprojekts Stuttgart 21 Beschäftigten in schwierigen Situationen begleiten, sie bei einer sinnvollen Freizeitgestaltung unterstützen, ihnen religiöse Angebote machen, sie mit den Kirchengemeinden und kirchlichen und sozialen Einrichtungen in Kontakt bringen und sich für faire Arbeitsverhältnisse einsetzen. Ordinariatsrat Drumm erklärte, gerade die in großer Zahl zu erwartenden Arbeitsmigranten seien „in besonderer Weise von prekären Arbeits- und Lohnbedingungen bedroht" und zudem durch die räumliche Entfernung von ihren Familien belastet. Das habe die Diözese und die Dekanate Stuttgart und Esslingen-Nürtingen motiviert, die Stelle zu schaffen. Drumm betonte, die Einrichtung der Stelle sei keine Parteinahme für das Projekt Stuttgart 21 an sich. Diakon Peter Maile werde solidarisch für das Wohl der Arbeiter eintreten, nicht aber Partei im Streit um Stuttgart 21 ergreifen. Wohl könne es auch Gespräche mit den Verantwortlichen bei der Bahn und den beteiligten Unternehmen geben, jedoch ausschließlich im Sinne einer Anwaltschaft für die Beschäftigten. Mit Diakon Peter Maile habe Bischof Gebhard Fürst einen erfahrenen Netzwerker mit der Betriebsseelsorge Stuttgart 21 beauftragt.

Der Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm Wolfgang Dietrich erklärte, Betriebsseelsorger Peter Maile habe ihn bereits in einem ersten Gespräch „von der Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit" seiner Arbeit überzeugt. Die bauausführenden Firmen bemühten sich zwar darum, für die Arbeitsmigranten „Rahmenbedingungen zu schaffen, die ihnen nach getaner Arbeit eine Möglichkeit zur Erholung bieten und ein Stück Privatsphäre ermöglichen. Aber diese Rahmenbedingungen ersetzen noch lange nicht die mitmenschliche Fürsorge". Dietrich erklärte seine Bereitschaft, sich auch mit den kritischen Fragen, die der Betriebsseelsorger möglicherweise stellen müsse, auseinanderzusetzen. Als Symbol für den Willen, Maile Zugang zu den Baustellen des Bahnprojekts zu verschaffen, überreichte Dietrich ihm einen Schutzhelm.

Der evangelische Wirtschafts- und Sozialpfarrer in der Prälatur Ulm Martin Schwarz wünschte dem katholischen Kollegen Gottes Segen. „Nach den heftigen Auseinandersetzungen um dieses Großprojekt stehen alle Beteiligten erheblich unter Druck, politisch wie finanziell. Die Gefahr ist groß, dass dieser Druck einfach nach unten weitergegeben wird", erklärte Schwarz. Daher sei es wichtig, dass die Kirche auch hier „ihrer vornehmsten Aufgabe" nachkomme, Anwältin der Menschen zu sein. Mit der Schaffung dieser Stelle trage die Diözese Rottenburg-Stuttgart „einer gewaltigen Herausforderung" in der Arbeitswelt Rechnung.

Regionalleiterin Inge Hamm betonte, die IG BAU könne ihren Auftrag, „für möglichst ‚saubere' Baustellen zu sorgen", nicht allein erfüllen. Sie sei den Trägern dankbar für die Schaffung der Betriebsseelsorge Stuttgart 21. Sie forderte alle Einrichtungen und Bürger auf, wachsam zu sein, was die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Arbeitsmigranten angehe. Dass diese menschenunwürdig untergebracht seien und um Lohn betrogen würden, sei „fast normal". Um diese Missstände zurückzudrängen, müssten alle Beteiligten zusammenarbeiten.

Der gelernte Heizungsinstallateur, Jugend- und Heimerzieher und Altenpfleger Peter Maile (51) arbeitete von 2000 bis 2012 als Diakon mit dem Schwerpunkt „caritative Arbeit" in der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen. Zuvor hatte er als pastoraler Mitarbeiter in Bad Saulgau Erfahrungen in der Gemeinde- und Betriebsseelsorge gesammelt. Auf Landesebene engagierte sich Maile von 2005 bis 2011 im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz. Auf Diözesanebene war er Mitglied der Steuerungsgruppe Wohnungslosenhilfe. Diakon Peter Maile ist verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter.

Pressemitteilung der Pressesprecherin Cäcilia Branz