Geschichte der Betriebsseelsorge in Stuttgart

 

 

1983

Pastoralreferent Guido Lorenz wird als Betriebsseelsorger für das Stadtdekanat Stuttgart beauftragt.

Brigitte Tomica ist Sekretärin. Dienstsitz bleibt zunächst Degerloch, Jahnstraße 30 bei der Diözesanstelle Betriebsseelsorge.

Die Nullnummer der Betriebsseelsorgezeitung ANTENNE erscheint; seitdem regelmäßig einmal im Quartal.

Der Arbeitseinsatz des Betriebsseelsorgers bei der Firma Porsche führt zur Gründung des Porsche Treffs.

 

1984

Gründung des IG Metall Arbeitslosen Solidaritätskreises durch die Beteiligung der Betriebsseelsorge.

Der Arbeitskampf um die 35 Stunden Woche in der Metallindustrie findet mit dem sozialethischen Argument des gerechten Teilens der gesellschaftlich vorhandenen Erwerbsarbeit die Unterstützung der Betriebsseelsorge.

Der Arbeitskampf um den Erhalt der Trafo Union in Bad Cannstatt führt zur Gründung der Bürgerinitiative "Trafo Union muss leben!".

 

1985

"Altpapier stinkt nicht!" Mit einer Altpapieraktion der KAB Ost, das KAB - Aktionskreises und der Betriebsseelsorge wird Geld zugunsten einer Caritas Werkstätte für arbeitslose Stuttgarter Jugendliche erwirtschaftet.

In Bad Cannstatt, Feuerbach und Zuffenhausen entstehen Gesprächskreise für Kirchengemeinderäte und Betriebsräte.

 

1986

Die Auseinandersetzung um den Streikparagraphen § 116 AFG führt zur Beteiligung der Betriebsseelsorge an Warnstreikaktionen der IG Metall.

Die Bürgerinitiative "Trafo Union muss leben!" wird umbenannt in den "Cannstatter Aktionskreis für Arbeitsplätze". Hauptaktionsfelder sind in den folgenden Jahren die Betriebe an der Pragstraße Eckardt, Mahle, Wizemann, Fortuna, Knecht und SKF; sowie das Bahnausbesserungswerk.

Mit der steigenden Arbeitslosigkeit nimmt das Mobbing in den Betrieben zu. Der Skandal um die Firma Seydelmann wird durch die Betriebsseelsorge in die Öffentlichkeit gebracht.

 

1987

Die Betriebsseelsorge Stuttgart bezieht im Herbst 1987 ihre neuen Räumlichkeiten in Bad Cannstatt, Wiesbadener Str. 20 und prägt ihn als Arbeiter- und Arbeitslosentreff.

Aus dem IGM Arbeitslosen Solidaritätskreis entsteht zusätzlich der Mittwochstreff für Arbeitslose und Rentner in der Betriebsseelsorge.

Der "Beirat in der Betriebsseelsorge" wird in Stuttgart gegründet. Dieser organisiert das jährliche Betriebsseelsorgefest, bespricht Bildungsveranstaltungen, übernimmt politische Stellungnahmen, fördert Bibelgespräche und Gottesdienste.

In der weiteren Auseinandersetzung gründen sich zwei Bürgerinitiativen durch die Betriebsseelsorge: "Aktionskreis für Arbeitszeitverkürzung" als Stuttgarter Koordinierungskreis lokaler Bürgerinitiativen und der Aktionskreis "Christen für Arbeitszeitverkürzung".

Guido Lorenz arbeitet in der Textil-Maschinenkomponenten-Montage der Firma SKF.

 

1988

Der arbeitsfreie Sonntag soll der Wirtschaftlichkeit im SEL Kabelwerk geopfert werden. Die Firma setzt sich mit Sonntagsarbeit gegen Belegschaft, IG Metall und die neugegründete Bürgerinitiative Zuffenhäuser Aktionskreis "SOS für Arbeitsplätze" durch. Ein Jahr später wird das Kabelwerk ausgegliedert und geschlossen.

Die Bürgerinitiative unterstützt die Belegschaft bei Alcatel SEL bei ihren fast jährlichen Auseinandersetzung um den Arbeitsplatzerhalt seit ihrem Verkauf vom amerikanischen ITT Konzern an den französischen Alcatel-Konzern.

Inge Stahl wird Sekretärin in der Betriebsseelsorge Stuttgart.

 

1989

Januar 1989 gründet sich die Bürgerinitiative "Feuerbacher Aktionskreis für Arbeitsplätze", anlässlich des Arbeitskampfes um die Firma BASF Siegle.

Der Arbeitskreis "Alkohol im Betrieb" wird gegründet, der sich an Vorgesetzte, Personalleiter und Betriebsräte wendet.

Bernhard Renner übernimmt die Arbeitslosenarbeit in der Betriebsseelsorge.

Guido Lorenz arbeitet im Bündelumschlag der Deutschen Post.

1988 bis 1994 führen Bildungsreisen nach Linz, Rom, Berlin, Krakau, Prag und Mailand.

 

1990

In den Tarifverhandlungen der Metallindustrie um Arbeitszeitverkürzung wird die IG Metall auch durch die Betriebsseelsorge unterstützt. In Bad Cannstatt, in Feuerbach und Zuffenhausen entwickeln die Aktionskreise Straßentheater, Flugblätter und kreatives Cafe. In der 35 Stunden Woche wird ein Instrument gegen die Massenarbeitslosigkeit gesehen.

Der Mittwochstreff für Arbeitslose in der Betriebsseelsorge hat zunehmend einen festen Besucherstamm.

 

1991

Der Arbeitseinsatz des Betriebsseelsorgers Guido Lorenz findet im Daimler Benz Motorenwerk statt. Die Verwicklungen des Daimler Konzerns in die Aufrüstung des Iraks, die Friedensaktionen des Betriebsseelsorgers im Werk während des Golfkriegs und sein "Rauswurf" aus dem Werk machen die Rüstungsgeschäfte des Konzerns wieder einmal bundesweit sichtbar.

Die Katholische Soziallehre wird 100 Jahre alt. Papst Johannes Paul II veröffentlicht die Sozialenzyklika "Centesimus Annus".

Bischof Walter Kasper besucht die Firma SKF und spricht anschließend mit 40 versammelten Betriebsräten im Arbeiter- und Arbeitslosentreff der Betriebsseelsorge.

 

1992

Als Betriebsseelsorger erwirbt Guido Lorenz LKW- und Fahrgast-Beförderungsscheine. Seine Arbeitseinsätze im Transportgewerbe lässt in Zusammenhang mit dem Ulmer Betriebsseelsorger Werner Baur den Gedanken der Fernfahrerseelsorge entstehen. Heute gibt es das Fernfahrer Sorgen Telefon.

Das Buch "Jesus geht mit den Machtlosen. Die deutsche Arbeitswelt und die Befreiungstheologie" von Guido Lorenz erscheint.

 

1993

Die Bibelarbeit in der Betriebsseelsorge wird verstärkt. Regelmäßig kommt Pfarrer Paul Schobel, Diözesan-Betriebsseelsorger, in den Arbeiter- und Arbeitslosentreff und feiert mit uns Gottesdienst.

Der Cannstatter Aktionskreis engagiert sich mit dem Betriebsseelsorger bei der Wangener Firma Kodak.

 

Seit 1993 sind die Bildungsaktivitäten der Betriebsseelsorge in Öffentlichen Fachgesprächen gebündelt.

"Null Problemo - ArbeiterInnen erzählen ihre Geschichte" ein Sammelband mit Arbeiter-Lebensgeschichten von Guido Lorenz erscheint als Buch.

 

1994

Am 1. Mai feiern wir am Kundgebungsplatz des DGB einen ökumenischen Gottesdienst. Thema ist die Ausbreitung der Sonntagsarbeit.

Die Räume der Betriebsseelsorge werden Streiklokal für die Deutsche Postgewerkschaft.

Iris Elsässer übernimmt die Arbeitslosenarbeit in der Betriebsseelsorge.

"Aufbrüche. Arbeiterevangelium und Politisches Aktionstheater" als Sammlung von Bibelgesprächen und Dokumentation von Straßentheater und symbolischen Protestaktionen erscheint als Buch von Guido Lorenz.

 

1995

Der ehemalige Münchner Oberbürgermeister Georg Kronawitter kommt in ein Fachgespräch in die Betriebsseelsorge und plädiert für Vermögensabgabe, gerechte Steuerreform und einen neuen Lastenausgleich.

Der Besuch bei der Firma Mettler Toledo macht deutlich, wie ein humaner Produktionsprozess leistungs-, markt- und mitarbeiterorientiert gestaltet werden kann.

Über die Job-Börse des Arbeitsamtes verdingt sich der Stuttgarter Betriebsseelsorger als Tagelöhner.

 

1996

Gemeinsam mit der Gewerkschaft BAU wendet sich der Betriebsseelsorger gegen Lohndumping am Bau und das Entsendegesetz.

Johannes Kramny übernimmt die Arbeit mit den Erwerbslosen in der Betriebsseelsorge.

Das Betriebsseelsorge-Team protestiert heftig gegen das Bonner Sparpaket: Maßnahmen schonen die Reichen!

Mit Hilfe der Betriebsseelsorge lädt die Kolpingsfamilie Zuffenhausen die Betriebsräte der Firma Alcatel SEL zum politischen Vesper ein und solidarisiert sich gegen den Beschäftigungsabbau.

 

1997

Mit der Gewerkschaft HBV wendet sich die Betriebsseelsorge gegen die Verlängerung des Ladenschlusses.

Das Stuttgarter Anti-Mobbing-Telefon 07 11 20 28 360 wird als Kooperation von Betriebsseelsorge, DGB und DAG in der Region Stuttgart installiert.

 

1998

Zu 15 Jahren Betriebsseelsorge erscheint die Sonderausgabe der ANTENNE "Arbeitskampf und Solidarität" u.a. mit Beiträgen von Bischof Dr. Walter Kasper und Klaus Zwickel, dem 1. Vorsitzenden der IG Metall.

Der Stuttgarter Betriebsseelsorger arbeitet in der Abfüllerei bei der Firma BASF.

 

1999

Die ehrenamtliche Arbeitslosenberatung wird ausgebaut. Es beginnt mit der Bewerbungsberatung. Später kommen Auskünfte in rechtlichen Frage, Schuldner-, Berufs- und Rehabilitationsberatung und PC-, sowie Internet-Kurse für Arbeitslose hinzu.

Der Arbeitseinsatz bei der Firma Bosch führt Guido Lorenz in die VP44 Pumpenmontage.

 

2000

Über die Heilbronner Spedition Schweinle erscheint eine Fernsehreportage, zu der sich zahlreiche Fahrer der Firma in der Betriebsseelsorge melden, die sich vom Spediteur betrogen fühlen.

Foxboro Eckardt gefährdet durch Arbeitsplatzabbau den Cannstatter Standort. Durch einen beispielhaften betrieblichen Arbeitskampf sichern die Beschäftigten (120 Mitarbeiter in einem Konzern von 120 000) ihre Arbeitsplätze.

Der Cannstatter Aktionskreis wird Kreativbörse, Unterstützer bis hin zum 100.000 email-Protest, der die Server des Konzerns lahm legt.

In Bad Boll findet die 2jährige europäische Betriebsrätetagung zur Beschäftigungspolitik statt.

Die Betriebsseelsorge veranstaltet das erste Seminar zur "Konfliktbewältigung in der Betriebsratsarbeit".

 

2001

Es erscheint das Buch "Laut sagen, was ist!" von Guido Lorenz und Paul Schobel. Der Untertitel "Seelsorger im Industriebetrieb" weist auf die in dem Buch geschilderten Arbeitseinsätze des Stuttgarter Betriebsseelsorgers hin.

Im gleichen Jahr arbeitet Guido Lorenz als Leiharbeiter über die Firma Man-Power in einem Kühlhaus als Lagerist und als Sortierer in einem Stuttgarter Modehaus.

 

2002

Der Arbeitskampf bei der Firma Alstom führt zur Gründung der Bürgerinitiative "Filderstädter Aktionskreis SOS für Arbeitsplätze".

Der Feuerbacher Aktionskreis engagiert sich bei der Firma AKZO Nobel mit symbolischen Protestaktionen.

Das Europäische Betriebsräteseminar findet diesmal in Diano Marina, Italien statt.

Bischof Gebhard Fürst besucht den Arbeitslosentreff und die ehrenamtlichen Berater in der Arbeitslosenberatung Stuttgart.

 



20 Jahre Betriebsseelsorge Stuttgart

2003

Am 15. Mai gestaltet die Stuttgarter Betriebsseelsorge ihr 20jähriges Bestehen mit einer gemeinsamen Ausstellung von DGB, IGM, Ver.Di und Betriebsseelsorge Stuttgart und einer Veranstaltung " s'Maul aufgemacht" - Außerbetriebliche Solidaritätsarbeit und 20 Jahre Betriebsseelsorge Stuttgart".

Am 12. Juli feiert die Betriebsseelsorge Stuttgart "20 Jahre Arbeiter- und Betriebsseelsorge in Stuttgart" mit Ordinariatsrätin Theresia Wieland.

Es erscheint ein Buch "Hängt eure Hüte an die Tür und nehmt euch einen Stuhl" (G. Lorenz, P. Schobel, R. Siedler, W. Wedl) mit Texten und Gedichten von Guido Lorenz, von denen einige auf der dem Buch beiliegenden CD vertont sind.

In Vaihingen/Möhringen wird eine Bürgerinitiative zum Erhalt der Arbeitsplätze bei Neoplan gegründet.

Gründung der Gruppe W.U.T (Workers in ungeschützten Tätigkeiten)



Gruppe W.U.T beim Aktionstag

2004

3. April Teilnahme am Europäischen Aktionstag gegen Sozialabbau mit den verschiedenen Betriebsseelsorgestellen.

Die Gruppe W.U.T. reagiert emotional auf die Politik des Sozialabbaus der rot/grünen Koalition. "Diese Politik ist widerlich", steht auf den Sandwitches der Gruppe.

Am Jahresende warnt die Gruppe vor Missbrauch von Ein-Euro-Jobs, die 2005 eingeführt werden sollen.

Der Betriebsseelsorger Guido Lorenz unterstützt die Mitarbeiter von Bosch Leinfelden gegen Arbeitszeitverlängerung und Personalabbau.

Bei DaimlerChrysler Untertürkheim protestieren 10.000 Mitarbeiter gegen die Sparpläne des Konzerns. Betriebsseelsorger Guido Lorenz solidarisiert sich.

Im Herbst ist die Finanzierung des Arbeitslosenberaters ausgelaufen. Die Betriebsseelsorge ruft zu Spenden auf.



Porsche-Treff auf dem Jakobsweg

2005

Im Februar erscheint ein spiritueller Ratgeber des Betriebsseelsorgers in Fragen des betrieblichen und politischen Mobbings mit dem Titel: "Zwei Waffen sind genug. Solidarität und Mut gegen Mobbing und Ausbeutung"

Die Betriebsseelsorge begleitet Menschen, die nach dem Wegfall der Arbeitslosenhilfe mit dem neuen Arbeitslosengeld II auf Armutsniveau leben müssen.

Johannes Kramny geht in Ruhestand. Iris Elsässer übernimmt die Arbeitslosenberatung.

Der Koch- und Küchendienst in der Betriebsseelsorge wird durch ehrenamtliche Mitarbeiter und 1-Euro-Kräfte gesichert.

Die Betriebsseelsorge engagiert sich gegen den Stellenabbau bei Bosch, Alstom Power Boiler, Neoplan.

Der Porsche-Treff wandert die 1. Etappe auf dem Jakobsweg.

 



Präsentation der Broschüre "Trotz alledem..."

2006

In der Jahreswende erscheint das Arbeitsbuch „Trotz alledem… Die Alternative: Eine Reise ins Glück“ zur Ermutigung in den sozialen Auseinandersetzungen. Bericht über eine Studien- und Begegnungsreise zu Gewerkschaften in Südafrika erscheinen in der Antenne unter dem Motto „Armut, Aids und Autos“

An den Tarifauseinandersetzungen im Öffentlichen Dienst und in der Metallindustrie beteiligt sich die Betriebsseelsorge, u.a. mit einem Preisausschreiben. Mit zahlreichen Kundgebungen protestieren die Mitarbeiter der Allianz gegen Arbeitsplatzabbau und die Gefährdung des Stuttgarter Standorts.

Im Oktober eröffnet die Jobbörse als Jobvermittlung für Langzeitarbeitslose im Rahmen der Zuverdienstmöglichkeit. Drei ehrenamtliche Mitarbeiter der Betriebsseelsorge organisieren die Vermittlung. Kooperationspartner sind Caritasverband Stuttgart, Kirchengemeinde Liebfrauen und die Betriebsseelsorge.

 



Telekom-Streik

2007

100. Antenne mit Berichten der ehrenamtlichen Berater erscheint. Es wird berichtet, dass Widersprüche durch fehlerhafte Bescheide der Jobcenter einen großen Teil der Beratungen ausmachen.

 

Beteiligung an Kundgebungen beim Telekom-Streik.
Auf Einladung der Ver.di-Vertrauensleute Leitung eines Podiums mit Politikern der im Bundestag vertretenen Parteien.

 

Der Cannstatter Aktionskreis für soziale Gerechtigkeit wird neu gegründet. Dazu gab es Protestaktionen in der Cannstatter Innenstadt gegen Rente mit 67 und im Oktober eine moderierte Podiumsdiskussion mit Ute Kumpf, SPD und Klaus Ernst, Die Linke.

 

Begleitung der Tarifrunde im Einzelhandel.

 



Gruppe Chain of Fools

2008

"Solidarität, wer nur nach ihrem Zweck fragt, wird ihre Schönheit nicht entdecken". Mit diesem Motto feierten wir Mitte April 25 Jahre Betriebsseelsorge Stuttgart. 20 Betriebsrätinnen und Betriebsräte haben ihre Erfahrungen zur Ästhetik der Solidarität zu Papier gebracht. Der Künstler Arnold Kumordzie entwickelte Grafiken zu diesen Texten. Gefeiert wurde im Stuttgarter DGB-Haus, wo die Gruppe Chain of Fools spielte.

 

Im Juni gründeten wir das Komitee gegen Sozialabbau in der Region Stuttgart, mit dem wir die Behinderung der Betriebsratsgründungen bei Schlecker, Lidl und der Schwabenpost aufgriffen und gegen willkürliche Lohnkürzungen protestierten, sowie Gerichtsverfahren begleiteten.

 

Im Herbst wandelte sich die Gruppe W.U.T zu Stuttgarter M.U.T (Menschen in ungeschützten Tätigkeiten). Wir entwickelten Informationskarten für Zeitarbeiter/Innen, die im Herbst im Zuge der Rezession erwerbslos wurden.

 

Am 29. Juli wurde die Genossenschaft ARBEIT ZUERST Personalleasing gegründet.



Lorenz bei der Stadtbahn-Reinigung

2009

Die Gruppe Stuttgarter M.U.T (Menschen in ungeschützten Tätigkeiten) machte mit einer Bodenzeitung in der Cannstatter Fußgängerzone auf die Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit aufmerksam.

Der Cannstatter Aktionskreis für soziale Gerechtigkeit organisierte Diskussionen zum Thema "Rente mit 67".

Die Betriebsseelsorge beteiligte sich an den Demonstrationen in Frankfurt und Stuttgart unter dem Motto "Wir zahlen eure Krise nicht".

Im Sommer arbeitete Guido Lorenz als angelernter Arbeiter bei den Stuttgarter Straßenbahnen (Depot Remseck): Reinigung der Stadtbahn-Züge.

Im Dezember richtete die Betriebsseelsorge über Ehrenamtliche "Coaching für Erwerbslose" und "Ämterbegleitung" ein.

 

 



Das Kreuz der Arbeit

2010

"Wir haben den längeren Atem - Mut und Ausdauer in der Krise", eine Ermutigungsbroschüre in der Wirtschafts- und Finanzkrise erschien, in der 12 Frauen Briefe an Gerda Johanna Werner schrieben, die Symbol-Frau der Trümmerfrauen auf der Rückseite des alten 50-Pfennig-Stückes.

In der Karwoche, Ende März, errichteten auf Anregung des Betriebsseelsorgers Mitarbeiter der Firma Schaudt Mikrosa vor dem Werkstor "Das Kreuz der Arbeit" und machten auf die Bedrohung ihrer Arbeitsplätze aufmerksam.

 

Ein zweites Kreuz der Arbeit errichteten die Beschäftigten in Feuerbach vor der Firma KBA MetalPrint. Sechs Monate lang wurde es von Beschäftigten und Gekündigten bewacht, bis die Kündigungen aufgehoben waren und die Arbeitnehmer wieder im Betrieb arbeiteten. Im Herbst wurde der Film KBA MetalPrint "Ein Betrieb steht auf" erstellt.

 



Leni Breymeier

2011

Der Betriebsseelsorger Guido Lorenz arbeitete als Betriebshelfer im EnBW Heizkraftwerk Stuttgart-Münster.

 

Der Arbeitnehmerempfang findet das erste Mal am 7. Oktober, dem Tag der menschenwürdigen Arbeit, statt. Leni Breymeier, ver.di, ist Rednerin.

 

Die Jobbörse wird fünf Jahre alt. Stadtdekan Hermes zeichnet die Ehrenamtlichen mit der Martinusehrennadel aus.

 

Edith Schmid beginnt als Sekretärin in der Betriebsseelsorge.

 

Das Projekt "Das Glück sucht uns an einem anderen Ort: Prekäre Beschäftigung - Wir empören uns" beginnt mit Interviews


2012


Guido Lorenz mit der gekündigten Betriebsrätin bei der Protestaktion

Im Frühjahr wird eine Betriebsrätin der BW-Post gekündigt. Es bildet sich ein Solidaritätskomitee "Branka muss bleiben!. Auf einer Protestaktion beim Pressehaus forderte der Komitee-Sprecher und Betriebsseelsorger die sofortige Rücknahme der Kündigung. Die rote Linie einer vertrauensvollen Zusammenarbeit hat damit der Arbeitgeber überschritten.

 

Die Diözese richtet im September 2012 eine Betriebsseelsorge-Stelle zur Baustelle "Stuttgart 21" mit Diakon Peter Maile ein.


2013


Fest zu 30 Jahre Betriebsseelsorge Stuttgart

Der Tarifkampf des Einzelhandels wird von der Betriebsseelsorge unterstützt.

30 Jahre Betriebsseelsorge Stuttgart wird am Tag der menschenwürdigen Arbeit am 7. Oktober gefeiert.

2013

Im September besuchten wir mit einer Delegation Betriebe (Bosch, VW), Genossenschaften (TRADOC) und Basisgemeinden in Mexiko.

Am 7. Oktober 2013 (Welttag für menschenwürdige Arbeit) feierten wir im Haus der Katholischen Kirche „30 Jahre Betriebsseelsorge Stuttgart“. Stadtdekan Dr. Christian Hermes würdigte die Arbeit für Menschen mit und ohne Erwerbsarbeit. Betriebsseelsorger Guido Lorenz wies auf den Skandal prekärer Beschäftigung hin. Und die ehemaligen Betriebsräte der Trafo Union; Foxboro Eckardt und KBA MetalPrint beschrieben die Solidaritätsarbeit der Betriebsseelsorge in den existentiellen betrieblichen Arbeitskämpfen. Elisabeth Tielsch, Betriebsratsvorsitzende Kaufhof würdigte die Betriebsseelsorge im zeitgleich stattfindenden Tarifauseinandersetzung des Einzelhandels.

 


2014


Roter Stuhl am Welttag der menschenwürdigen Arbeit

Die Vorbereitungsarbeiten zum Aufbau einer Erwerbslosen-Seelsorge beginnen in Kooperation mit Caritas Stuttgart und den Seelsorge-Einheiten Liebfrauen und St. Martin.

Am Welttag der menschenwürdigen Arbeit (7.Oktober 2014) kommt erstmals der Rote Stuhl als Veranstaltungsform am Schlossplatz zum Einsatz.

Nach 27 jähriger Mitarbeit verlässt unsere Sekretärin Frau Inge Schaffroth- Stahl zum Jahresschluss die Betriebsseelsorge Stuttgart. Guido Lorenz, Betriebsseelsorger würdigt die Jahrzehnte lange, intensive und gute Zusammenarbeit.