Aktuelles

Fest der Arbeiterbewegung in Rottweil

 

Ein Fest der Arbeiterbewegung feierten die Betriebsseelsorge Rottweil-Tuttlingen und der KAB Bezirk Schwarzwald-Baar-Heuberg zusammen mit der Kolping Familie Rottweil, dem DGB Rottweil, den Naturfreunden, der AWO und der SPD in der ehemaligen Pulverfabrik im Rottweiler Neckartal. Es wurden miteinander Arbeiterlieder gesungen und es fand ein intensiver Gedankenaustausch statt. Der frühere Archivar der Stadt Rottweil, Dr. Winfried Hecht, berichtete über die Geschichte der Arbeiterbewegung in Rottweil und lud zu einer eindrucksvollen Führung über das ausgedehnte ehemalige Fabrikgelände ein. An einzelnen Ständen informierten die einzelnen Organisationen über ihre aktuellen Aktivitäten. Das Team der KAB präsentierte unter der Leitung von Erzsébet-Noémi Noje-Knollmann die Themen „Gute Pflege“ und „Allianz für den freien Sonntag“. Die Mitglieder vom Forum Kirche-Arbeitswelt Rottweil fokussierten zusammen mit Betriebsseelsorger Thomas Maile das Thema „Diese Wirtschaft tötet - Kapitalismuskritik der Katholischen Soziallehre“.

Thomas Maile, 23.07.2017





Inseltag auf dem Kirchberg in Seitingen-Oberflacht

 

"Klarer Blick im Leben - Was uns ein Scheibenwischer sagen kann"

Zwanzig Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg sind zum diesjährigen Inseltag der Katholischen Betriebsseelsorge Tuttlingen-Rottweil, des DGB Südbadens und des KDA Reutlingen auf den Kirchberg nach Seitingen-Oberflacht gekommen. Das Thema lautete „Klarer Blick im Leben - Was uns ein Scheibenwischer sagen kann“.

Nach der Begrüßung durch Betriebsseelsorger Thomas Maile stimmten sich die Teilnehmer mit dem Lied von Rolf Zuckowski „Leben ist mehr als rackern und schuften“ auf den Inseltag ein.

In Kleingruppen, die von DGB-Sekretär Hans-Peter Menger moderiert wurden, suchten die Teilnehmer Antworten auf die Fragen „Wo fehlt uns der Durchblick?“ und „Was versperrt uns die klare Sicht?“. Es wurden Konflikte, Zwänge, Falschmeldungen und Vorurteile genannt. Aber auch Überlastung und Stress, wenn zu vieles gleichzeitig zu erledigen ist. In einem weiteren Schritt überlegten die Teilnehmer wie sie einen klaren Blick im Leben gewinnen können und woraus sie Kraft schöpfen. Ganz wichtig dabei seien Bewegung, gesunder Schlaf, Humor, echt sein, Glaube und Gemeinschaftserlebnisse.

Der evangelische Wirtschafts- und Sozialpfarrer Karl-Ulrich Gscheidle gab zum Abschluss einen biblischen Impuls zur Heilung des blinden Bartimäus.

Thomas Maile, 21.07.2017




Aufs Profil kommt es an

 

Betriebs- und Personalräte sowie kirchliche Mitarbeitervertretungen beim "Oasentag"

Spaichingen (pm) - Betriebsseelsorger Thomas Maile aus Tuttlingen hat Betriebs- und Personalräte der Region sowie kirchliche Mitarbeitervertretungen zu einem "Oasentag" auf den Dreifaltigkeitsberg eingeladen. Fast 40 Frauen und Männer aus betrieblichen Interessenvertretungen wunderten sich nicht schlecht: In der Mitte des Saals sahen sie sich zwei mächtigen Auto-Reifen gegenüber. Der eine abgelatscht bis auf die Karkasse - die Polizei hätte diesen "Glatzkopf" sofort aus dem Verkehr gezogen; der andere Pneu aber zeigte ein mustergültiges Profil.

"Aufs Profil kommt es an - auch in der betrieblichen Interessenvertretung. Wer da nicht profiliert, mit fundierten Kenntnissen, mutig und entschieden auftritt, den trägt es aus der Kurve", so Maile. In einer ersten Austauschrunde erzählten die Teilnehmer, was alles erreicht worden sei: die Einrichtung von Pausenräumen, die Begrenzung von überzogenen Zeit- und Zielvorgaben, die Quotierung von Leiharbeit und die Übernahme von Leiharbeitskräften in die Festanstellung. "Natürlich waren auch Niederlagen zu beklagen. Nicht zuletzt aus Unkenntnis über Rechte und Pflichten der Arbeitenden", so Maile. Noch mehr aber lähme die Uneinigkeit in der Belegschaft oder unter den Betriebsräten selbst. So geschwächt, ließe sich auch nichts erreichen, meinten erfahrene Betriebsräte.

Wie aber schärft man als Betriebs- oder Personalrat oder Mitarbeitervertreter sein Profil? Vor allem, indem man nahe dran bleibe an der Belegschaft und ihren Anliegen. Unverzichtbar sei ständige Weiterbildung, die mitarbeit in einer starken Gewerkschaft. Auch aus Fehlern könne man lernen, betonte ein Teilnhemer. Vor allem müsse man auch in diesem Amt kritikfähig sein.

Paul Schobel, der ehemalige Leiter der Betriebsseelsorge in der Diözese, ermutigte die Teilnehmer: "Vergesst nie, wo ihr herkommt. Vergesst nie, was abhängige Erwerbsarbeit auch heute noch bedeutet. Nehmt euch der Menschen an, auch ihrer persönlichen Nöte und Sorgen", so der Referent. Natürlich blieben Abnutzungserscheinungen nicht aus. Ein intaktes persönliches Umfeld und vor allem solide Kollegialität befähigen seiner Meinung nach zum Standhalten.

Um sich seines Profils stets zu vergewissern, schenkte Maile den Teilnehmern nach der Abschluss-Meditation im Brunnenhaus einen "Reifen-Profiltiefenmesser".

Schwäbische Zeitung, 05.11.2016




Ein Tag zum Kraft holen

 

Thomas Maile spricht bei Heuberger Frauengesprächen über die Bedeutung des Sonntags

Deilingen - Die Frage "Zeit zum Atemholen - Was ist uns der Sonntag wert?" hat rund 60 Frauen zu den jüngsten "Heuberger Frauengesprächen" ins Gemeindehaus nach Deilingen gelockt. Thomas Maile, Betriebsseelsorger in den Kreisen Tuttlingen und Rottweil, referierte lebensnah darüber, wie der Sonntag durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen immer mehr gefährdet sei - vor allem durch die Ausweitung der Sonntagsarbeit und durch verkaufsoffene Sonntage.

Schon in der Zeit der Apostel begann der "erste Tag nach dem Sabbat" den Lebensrhythmus der frühen Christen zu bestimmen. Daraus entstand das Gebot, den Sonntag zu heiligen. Im Grundgesetz der Weimarer Verfassung wurde in Artikel 140 der Sonntag als "Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung" festgeschrieben. Die ersten gesetzlichen Befreiungen gab es damals schon, beispielsweise für die Feuerwehr oder die Landwirtschaft. Als 1994 das Arbeitsrecht neu geregelt wurde, kamen - zwei Jahre später mit dem neuen Ladenschlussgesetz - weitere Ausnahmegenehmigungen hinzu.

Maile führte seinen Zuhörerinnen an Beispielen vor Augen, wie sich diese Veränderungen auf die menschlichen Beziehungen auswirken: Über acht Millionen Menschen arbeiten sonntags in Deutschland. Der Weg in Richtung einer Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft bewirke eine Beschleunigung des Lebens. Der Sonntag habe oft den Charakter eines Werktags angenommen.

"Aber wir brauchen den Sonntag", betont Maile, zum Entspannen und Atemholen. "Ohne Pause geraten wir außer Atem. Unser Energiespeicher wird in dieser Pause aufgeladen. Unter Dauerstress nehmen die psychischen Erkrankungen zu."

Der Referent veranschaulicht seine Aussage mit einer Erklärung, die Apostel Johannes einem Jäger gab, als dieser nicht verstand, warum er mit einem Rebhuhn spielte. Johannes fragte: "Warum ist der Bogen in deiner Hand nicht gespannt?" "Das darf man nicht", gab der Jäger zur Antwort. "Der Bogen würde seine Spannkraft verlieren, wenn er immer gespannt wäre. Wenn ich dann einen Pfeil abschießen wollte, hätte er keine Kraft mehr."

Außerdem brauche der Mensch den Sonntag als schöpferische Pause in der Gemeinschaft. Wichtig sei, dass Menschen zur gleichen Zeit frei hätten, sonst würden menschliche Beziehungen, zum Beispiel die Familie, leicht zerbrechen.

Der Sonntag sei auch ein Sinntag. Der Mensch müsse erkennen, dass es geschaffen sei, um Mensch zu sein. Nicht Konto und Konsum mache den Wert des Lebens aus.

Und zuletzt mahnte Maile an, dass Christen am Sonntag den "Tag des Herrn" feierten. "Wir dürfen den Sonntag nicht preisgeben", fordert der Seelsorger. Er schlägt eine individuelle Sonntagsgestaltung vor, die dann gelungen sei, wenn Hektik und Zeitdruck außen vor blieben.

Gisela Spreng, Schwäbische Zeitung, 14.07.2016




Einsatz in der Praxis


Als Wareneinräumer im Betrieb

Bei einem vierwöchigen Arbeitseinsatz im real-Markt Tuttlingen konnte Betriebsseelsorger Thomas Maile die Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen im Einzelhandel kennenlernen.

Er sortierte Kleidungsstücke in der Textilabteilung und füllte Regale mit Lebensmitteln auf. Mit dem Hubwagen wurden die vollen Palletten aus dem Lagerraum in den Verkaufsraum gefahren. Beim Einräumen der Waren, das immer wieder mit Schwerarbeit verbunden war, galt es auch auf das Mindesthaltbarkeitsdatum zu achten. Zwischendurch fragten Kunden, wo der und jener Artikel zu finden wäre. Die Unmengen an leeren Kartons wurden in einer Containerpresse entsorgt. Thomas Maile half auch bei der Vorbereitung und Durchführung der weihnachtlichen Wunschbaumaktion mit.

Am Ende seines Betriebseinsatzes stellte der Betriebsseelsorger fest: „Der Arbeitsdruck im Einzelhandel ist hoch. Es gibt kaum eine freie Minute. Man ist ständig unter Strom. Die tägliche Arbeitsbelastung ist enorm.“

Thomas Maile hat seine Kolleginnen und Kollegen im real-Markt schätzen gelernt. „Sie leisten unheimlich viel, verdienen aber im Vergleich zu anderen Branchen deutlich weniger“. Zudem gebe es zahlreiche prekäre Arbeitsverhältnisse wie Befristungen und Leiharbeit, kritisierte der Betriebsseelsorger. Die entstandenen Kontakte zu den Beschäftigten will Thomas Maile weiter pflegen.





Mobbing macht auf Dauer krank


Thomas Maile leitet die Selbsthilfegruppe für Opfer von Ausgrenzung am Arbeitsplatz


Tuttlingen – Man lacht über sie, wertet ihre Arbeit ab. Gespräche verstummen, wenn sie den Raum betreten. Vom Informationsfluss werden sie ausgeschlossen. Zu gemeinsamen Unternehmungen nicht eingeladen. Mobbing bei der Arbeit hat viele Facetten. Alle tun weh. Und sie können auf Dauer krank machen.

Seit 15 Jahren leitet der Tuttlinger Betriebsseelsorger Thomas Maile eine Selbsthilfegruppe für Mobbingopfer. Die Treffen finden einmal im Monat statt, in der Regel mittwochs, und man trifft sich in Rottweil. „Diese Anonymität schätzen viele Betroffene“, sagt Maile. Zwischen sechs und acht Menschen nehmen im Schnitt teil, es gab auch schon zweistellige Zugehörigkeiten. Manche kommen einmal zu den Selbsthilfeabenden, andere Monate oder Jahre lang. Auch, um die „Neuen“ zu unterstützen und ihnen einen Weg aus der Krise zu vermitteln.

Mobbing ist in aller Munde. Ein Modebegriff. Wird nicht jeder mal bei der Arbeit gefoppt? Augenzwinkernd auf den Arm genommen? Mobbing ist mehr als das: Das Piesacken tritt regelmäßig über einen längeren Zeitraum auf. Und es ist zielgerichtet mit der Absicht, den Ausschluss eines Mitarbeiters vom Arbeitsplatz zu bewirken.

„Viele, die zu uns in die Selbsthilfegruppe kommen, sind ziemlich durch den Wind. Sie weinen, wenn sie vom Erlebten erzählen.“ Doch das sei auch befreiend. Der Seelsorger ist froh, dass dieses Thema aus der Tabuzone in den Fokus geraten ist, auf Druck der Krankenkassen. „Die haben Alarm geschlagen.“ Mobbing ist teuer: „Wenn gemobbt wird, wird nicht gearbeitet.“ Es komme zu Fehlzeiten, dann Klinik- und Reha-Aufenthalten. Die Arbeitszeit werde für Konfliktbearbeitungsgespräche gebraucht.

In der Selbsthilfegruppe überlegt er sehr genau, was er dem Einzelnen raten soll. Wie könnte eine Gegenwehr aussehen? Ist eine Auszeit angebracht? Oder kann man eine Versetzung beantragen? Maile: „Ich rate dringend davon ab, zu kündigen, ohne eine neue Arbeitsstelle zu haben.“ Auch bei Tipps zu Bewerbungen oder Möglichkeiten der beruflichen Veränderung beraten er und die anderen aus der Gruppe die Betroffenen. „Einige treffen sich auch außerhalb unserer monatlichen Zusammenkünfte. Das finde ich toll.“

Mobbing sei vor allem in einem Arbeitsumfeld zu finden, in dem Stress und Druck im Vordergrund stünden und Angst um den Arbeitsplatz vorherrsche. In Betrieben, in denen fair miteinander umgegangen werde und eine Atmosphäre der Wertschätzung im Vordergrund stehe, gebe es weniger solcher Vorfälle und einen deutlich niedrigeren Krankenstand.

Wer sich als Mobbing-Opfer fühlt, dem rät Maile, Tagebuch zu führen und Situationen und Übergriffe genau zu dokumentieren. Aus seiner 40-jährigen Erfahrung als Betriebsseelsorger weiß er: „Menschen sind sehr erfinderisch, wenn es um Bosheiten geht.“ Das könne regelrecht in Psychoterror ausarten.

Ingeborg Wagner, Schwäbische Zeitung, 31.12.2015


Warum Betriebsräte wie Kondensatoren sind

 

Es ist ein seltsames Geschenk gewesen, mit dem Thomas Maile, Betriebsseelsorger in der Region Tuttlingen/Rottweil, die fast 30 Betriebs- und Personalräte und kirchlichen Mitarbeitervertreterinnen beglückte: Ein kleiner elektrischer Kondensator. Anlass war der "Oasentag", zu dem die Betriebsseelsorge wie in jedem Jahr Verantwortliche aus der betrieblichen Interessenvertretung auf den Dreifaltigkeitsberg nach Spaichingen eingeladen hatte.

"Kondensatoren sind Alleskönner", erläuterte der ehemalige Leiter der Betriebsseelsorge Paul Schobel, eigenen Angaben zufolge ein alter "Elektronik-Bäschtler". Kondensatoren fehlen in keinem Schaltkreis, nehmen überschüssige Energie auf, geben sie ab, wo es nötig ist. Sie glätten und stabilisieren elektronische Schaltungen und wirken als feine Sensoren. Das alles käme ihm sehr bekannt vor, meinte der Pfarrer, wenn er an die Arbeit von Betriebs- und Personalräten denke. Sie wirken wie Kondensatoren im "Schaltkreis" eines Unternehmens.

Im Gespräch untereinander zeichnete sich ab, unter welcher Hochspannung Betriebsräte ständig stehen: Die dauernde Angst um den Erhalt der Arbeitsplätze, der enorme Arbeitsdruck, unter dem viele Beschäftigte zusammenbrechen, aber auch Betriebsschließungen, Fusionen, Umstrukturierungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg. Da käme es natürlich immer wieder zu gewaltigen "Entladungen", meinten viele der Betroffenen. "Dann zischt und funkt und kracht es auch einmal", so Maile. Doch auch viele persönliche Schicksale, die an Betriebs- und Personalräte herangetragen werden, nähmen sie in sich auf.

"Ein Kondensator kann durchschlagen, dann ist er im Eimer". sagte Maile. Daher legten die beiden Betriebsseelsorger an diesem Tag größten Wert darauf, dass Betriebsräte auf sich selber achten, auf ein intaktes privates Umfeld, auf körperlichen und seelischen Ausgleich, auf eine tragfähige Solidarität untereinander. Sie raten, sich eine Person des Vertrauens zu suchen, die ihnen Rückmeldung gibt. Nicht weniger wichtig sei aber der Rückhalt bei der Gewerkschaft und vor allem die Bereitschaft zur Weiterbildung.

Auch die Spiritualität sei eine Kraftquelle, meinten die beiden Theologen. Umso mehr, als die Verantwortung in der betrieblichen Interessenvertretung stark mit der Botschaft des Evangeliums verwandt sei, wie etwa im besonderen Augenmerk für die Schwachen und Angeschlagenen.

Mit einer kleinen Meditation im "Brunnenhaus" auf dem Berg wurde der diesjährige Oasentag beschlossen. Nur in der Stille finde man zu sich selbst und sehe auf den Grund der Dinge, so erzählte zum Abschluss eine Geschichte. Das seltsame Abschlussgeschenk, der Kondensator, schmückt nun so manches Betriebsratsbüro und wird die Teilnehmer noch lange an diesen Tag erinnern.

Paul Schobel und Thomas Maile, 21.10.2015




Arbeitnehmer sammeln Kraft auf dem Kirchberg


Aus Wut wird Mut: Anhand biblischer Beispiele näherten sich die Teilnehmer des "Inseltages" ihren Alltagsproblemen.


30 Teilnehmer beim "Inseltag" in Seitingen-Oberflacht

Seitingen-Oberflacht (pm) - Über dreißig Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg sind zum diesjährigen Inseltag der Katholischen Betriebsseelsorge Tuttlingen-Rottweil, des DGB Südbadens und des KDA Reutlingen auf den Kirchberg nach Seitingen-Oberflacht gekommen. Das Thema lautete „Wutanfälle - Mutanfälle, vom Unmut zum Mut“.

Zum Atemholen, Loslassen und Kräftesammeln begrüßten Betriebsseelsorger Thomas Maile, Karl-Ulrich Gscheidle vom KDA Reutlingen und DGB-Sekretär Hans-Peter Menger die Teilnehmer des Inseltages. Dieser Tag biete die Möglichkeit, einmal bewusst aus dem Alltagsgetriebe herauszukommen und neue Perspektiven zu gewinnen.

Wut über Ungerechtigkeit und mangelnde Kommunikation

In Kleingruppen suchten die Teilnehmer Antworten auf die Fragen „Was hat uns wütend gemacht?“ und „Wo erleben wir ständig Entmutigung?“. Immer wieder wurde dabei die Wut über zahlreiche Ungerechtigkeiten genannt, auch die Wut über fehlende Verbindlichkeit, Unehrlichkeit, Gier, Machtmissbrauch, mangelnde Solidarität und mangelhafte oder gar fehlende Kommunikation. Beklagt wurden auch ein respektloser Umgang, fehlende Wertschätzung, Feigheit, Ausdehnung von Leiharbeit, mangelnde soziale Verantwortung, Drohungen und Erpressungen.

Die biblische Geschichte von der Tempelreinigung Jesu diente als Impuls, wie Wut in Mut umgewandelt werden kann. Jesus ist zornig und wütend, weil der Tempel als Ort der Begegnung mit Gott zweckentfremdet und entweiht wurde: „Ihr habt das Haus meines Vaters zu einer Räuberhöhle gemacht“. Jesus geht dagegen vor. Er verwandelt seine Wut in Mut und wirft die Tische der Händler um. Diese Geschichte machte den Teilnehmern Mut, die Wut als Antrieb zu positiven Veränderungen zu betrachten. Sich dafür einzusetzen, dass aus dem Betrieb keine Räuberhöhle wird, dass der Wert und die Würde der menschlichen Arbeit im betrieblichen Alltag nicht unter die Räder kommen.

Die Teilnehmer berichteten, wann sie in ihrer Arbeit mutig gewesen seien und was ihnen geholfen habe, ihre Ängste zu überwinden. Der Zusammenhalt untereinander, gegenseitige Wertschätzung und gewerkschaftliche Unterstützung seien dabei ganz wichtig gewesen.

Mut-Mach-Geschichten und Mut-Mach-Gedanken wie „Sprenge den Teufelskreis der Ungerechtigkeit an einer einzigen Stelle – und er hat ausgeteufelt“ und „Ein einziges passendes Lob kann tausend Türen öffnen“ rundeten den Inseltag ab.

Schwäbische Zeitung, 07.08.2015


Wie Scheibenwischer sorgen Betriebsräte für klare Sicht


Bei Oasentag tanken Arbeitnehmervertreter wieder auf

Spaichingen (pm) – Betriebs- und Personalräte und Mitarbeitervertreter haben sich auf Einladung der Betriebsseelsorge zu einem „Oasentag“ auf dem Dreifaltigkeitsberg getroffen.

In der Saalmitte liegen zahlreiche Scheibenwischer-Blätter, und drum herum sitzen 25 Betriebs- und Personalräte aus der Region. Die Gestaltung dieses Besinnungstages lag wieder in den bewährten Händen von Betriebsseelsorger Thomas Maile aus Tuttlingen und dem ehemaligen Fachbereichsleiter aus Stuttgart, Pfarrer Paul Schobel.

Ein Scheibenwischer sorgt für klare Sicht und für Sicherheit beim Autofahren. Im Betrieb sind Betriebs- und Personalräte die Scheibenwischer, die für klare Sicht sorgen. Scheibenwischer-Tätigkeit sei eine der Hauptaufgaben der betrieblichen Interessenvertretungen, betonten die beiden Betriebsseelsorger. Es gehe darum, stets die Situation der arbeitenden Menschen in den Blick zu nehmen, anzumelden und einzuklagen. Es gehe um Wert, Würde und Rechte der Arbeitenden. So betrachtet sei eine Interessenvertretung nicht einfach Anhängsel in einem Unternehmen, sondern elementarer Bestandteil.

In Gruppenarbeiten wurde erörtert, was im täglichen Betriebsablauf die klare Sicht versperrt: Zeitdruck, fehlende Information und mangelnde Solidarität. Andererseits kann durch Rückhalt in der Belegschaft, klare Aufgabenverteilung im Betriebsratsgremium sowie durch Schulungs- und Fortbildungserfolge für klare Sicht im Betrieb gesorgt werden.

Das Scheibenwischerbild angewendet bedeutet: Das Profil eines Betriebsrates müsse geprägt sein von Klarheit, Eindeutigkeit und Arbeitnehmerbewusstsein. Der Federdruck zeige sich in der Basisnähe. Als Betriebs- und Personalrat müsse man für die Beschäftigten sichtbar, ansprechbar und berührbar bleiben. Als wichtiger Antriebsmotor wurden immer wieder die gewerkschaftliche Unterstützung und die Solidarität im Kollegium und in der Belegschaft genannt. Auch Familie, Freundschaften, Hobbys, Sport und Glaube seien Kraftspender. Ebenso die Kunst, abschalten zu können sowie Arbeit und Ruhe in Balance zu bringen.

Schwäbische Zeitung, 15.12.2014



Hilfreich war das Bild des Scheibenwischers, der für klare Sicht sorgt.

Seit 40 Jahren erheben sie die Stimme



Betriebsseelsorge Tuttlingen-Rottweil feiert in Trossingen Geburtstagsfest – Mann der ersten Stunde ist Godehard Fuchs

Trossingen – Sie erheben die Stimme, wenn die Rechte der Menschen mit Füßen getreten werden – die Mitglieder der Betriebsseelsorge Tuttlingen-Rottweil. Im katholischen Gemeindehaus St. Theresia in Trossingen haben sie ihren 40. Geburtstag gefeiert. „Das soll ein Fest der Begegnung sein“, hat Betriebsseelsorger Thomas Maile dem Fest vorausgeschickt.

Als allererstes würdigte er den Mann, der vor 40 Jahren die Betriebsseelsorge aus der Taufe gehoben hat: Godehard Fuchs. Er hat am 1. September 1974 seinen Dienst angetreten und 21 Jahre lang, bis 1995, diese Stelle geleitet. „Du hast der Betriebsseelsorge ein unverwechselbares Gesicht gegeben und hast Dich nicht verbiegen lassen“, so Thomas Maile anerkennend. Godehard Fuchs habe sich auf die Seite der Schwächeren, Bedrängten und Ausgegrenzten gestellt und sich für Gerechtigkeit und Menschenwürde in der Arbeitswelt eingesetzt. „Auf Dich konnten sich die Leute verlassen.“ Gleich zu Beginn habe er eine „verlässliche Brücke“ zu den Gewerkschaften geschlagen und zusammen mit dem DGB und dem Evangelischen Industriepfarramt die gemeinsame Bildungsarbeit aufgebaut, die bis heute ausgezeichnet laufe.

Denn es gehe schließlich immer darum, dass der Mensch nicht an den Rand gedrängt werde, sondern im Mittelpunkt stehe. Aufgabe der Betriebsseelsorge und der ganzen Kirche sei es, dem Einzelnen in seiner Not beizustehen, aber gleichzeitig auch nach den strukturellen Ursachen der Not fragen, sie benennen, anprangern und auf Änderung drängen.

Mit kleinen hölzernen Kreuzen, gefertigt von behinderten Menschen, hat sich Albrecht Zepf, der stellvertretende Dekan im Dekanat Rottweil bei den Mitgliedern bedankt und Olga Maile, die Ehefrau von Thomas Maile hat sie je nach Eintrittsalter verteilt. Albrecht Zepf sprach für die Dekanate Tuttlingen und Rottweil und lobte die Mitglieder: „Sie waren alle tragendes Holz.“ Sein besonderer Dank galt Thomas Maile, der Türen öffne. Es sei eine Frage der Menschlichkeit, geleistetes Christsein.

Bernd Mager, Sozialdezernent im Landkreis Tuttlingen, gratulierte auch im Namen von Landrat Stefan Bär. Er bedankte sich bei Thomas Maile und seinen Mitstreitern für die Unterstützung der Bekämpfung von Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit, womit der Kreis Tuttlingen sehr gut aufgestellt sei. „Wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, kann man viel bewegen“, erklärte Bernd Mager und überreichte einen Scheck. Weitere Glückwünsche überbrachten unter anderem Michael Föst, zweiter Bevollmächtigter der IG-Metall Albstadt, Karl-Ulrich Gscheidle, Wirtschafts- und Sozialpfarrer aus Reutlingen, und Hans-Peter Menger, DGB Region Südbaden.

„Auf den Spuren der Vergangenheit“ sind alle gemeinsam gewandelt im Rückblick auf 40 Jahre Betriebsseelsorge. Bei der Powerpoint-Präsentation wurde so manche Erinnerung wach an die Anfänge bis zur Gegenwart. Gezeigt wurden auch Familienseminare, Betriebseinsätze, Ausflüge und Wanderungen sowie Arbeitssitzungen zur Abstimmung der Einsätze.

In einer Talkrunde, moderiert von Wolfgang Herrmann, Leiter der Betriebsseelsorge Diözese Rottenburg-Stuttgart stellten sich die Leiter der einzelnen Gruppen vor, die sich in einem Netzwerk gegenseitig unterstützen bei dem großen Ziel, das Leben der Menschen im Arbeitsalltag schöner und angenehmer zu machen. Zu Wort kamen Godehard Fuchs, ehemaliger Betriebsseelsorger Tuttlingen/Rottweil, Thomas Maile, Adolf Weber, Betriebsräte-Kreis Heuberg, Hubert Frey, Betriebsräte-Kreis Tuttlingen, Frank Mattes, Personalräte-Kreis Spaichingen, Karin Hamann, Mobbing-Selbsthilfegruppe und Sandra Speck, die das Projekt Paten auf Zeit Regionales Bündnis für Arbeit leitet.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Schorsch Sattler aus Wurmlingen.

Autorin: Bianka Roith (Schwäbische Zeitung) 13.10.2014


Blick über den Kirchturm in die Arbeitswelt

Seelsorger besuchen die Firmengruppe Simon in Aichhalden

Auf Vermittlung von Betriebsseelsorger Thomas Maile machten die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Katholischen Dekanats Rottweil einen Betriebsbesuch bei der Firmengruppe Simon in Aichhalden. Neben den Produkten und Produktionsabläufen interessierten sie sich vor allem für soziale und menschliche Belange.

Geschäftsführer Bernhard Zimmermann und der Vorsitzende des Betriebsrates, Lothar Hug, begrüßten die kirchlichen Gäste, unter ihnen der stellvertretende Dekan Albrecht Zepf und Dekanatsreferent Jens Wöhrle. Anhand einer eindrucksvollen Firmenpräsentation stellte Lothar Hug das Unternehmen und die einzelnen Standorte sowie die umfangreiche Produktpalette vor. Anschließend führten er und weitere Betriebsräte die Pfarrer und pastoralen Mitarbeiter durch den Betrieb.

Beim Rundgang durch die Produktionsräume waren die Seelsorger von den Fertigkeiten der Mitarbeiter bei der Herstellung von Bohrern und Meißel für den Tunnelbau, Bergbau und Straßenbau, Möbelbeschlägen, Galvanikprodukten und Kunststoffspritzgußteilen sehr beeindruckt. Immer wieder ergaben sich interessante Gespräche mit den Beschäftigten. Dabei erfuhren die Theologen und Theologinnen, wie wichtig das menschliche Miteinander im Arbeitsalltag ist.

Beim anschließenden Erfahrungsaustausch standen die Themen Stress und Stressvermeidung, Mitarbeitermotivation, Gesundheitsmanagement, Führungskräfteentwicklung, internationaler Wettbewerb, Arbeitszeiten und Lohnentwicklung im Mittelpunkt. Auch die zahlreichen kirchlichen Hilfsangebote bei persönlichen Krisensituationen kamen zur Sprache. Diskutiert wurde zudem die Frage nach der Ethik in der Wirtschaft. Es bestand Einigkeit, dass für ein zukunftsfähiges und gutes Wirtschaften klare Regeln mit weltweit verbindlichen sozialen und ökologischen Standards notwendig seien.

Betriebsseelsorger Thomas Maile bedankte sich für die gastliche Aufnahme und wünschten der Firmengruppe Simon weiterhin volle Auftragsbücher und ein faires und erfolgreiches Miteinander im Betrieb.

Thomas Maile, 23.06.2014




Inseltag auf dem Kirchberg in Seitingen-Oberflacht

 

„Stress lass nach – Was tun wenn manches zu viel wird“, war das Thema des diesjährigen Inseltages von Betriebsseelsorge, DGB und Kirchlichem Dienst in der Arbeitswelt.

Über dreißig Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer versammelten sich im Katholischen Gemeindehaus in Seitingen-Oberflacht. Betriebsseelsorger Thomas Maile stimmte mit der Geschichte „Sprung in der Schüssel“ in den Tag ein. Anschließend überlegten sich die Teilnehmer in Kleingruppen was bei ihnen Stress verursacht. Da war von Zeitdruck, Schichtarbeit, Multitasking (zu viele Dinge gleichzeitig machen), Arbeitslosigkeit und Konflikten die Rede. Aber auch von Krankheit, Ängsten, fehlender Wertschätzung, rigidem Führungsstil, Terminflut und ständiger Erreichbarkeit

Nach gemeinsamen Lockerungsübungen referierten Hans-Peter Menger vom DGB-Südbaden und Thomas Maile von der Katholischen Betriebsseelsorge über die Entstehung und Auswirkungen von Stress. Stress sei die Reaktion des Körpers auf Belastungen. Stressreaktionen seien notwendig um Gefahren zu begegnen: dabei werden Hormone ausgeschüttet, welche wiederum eine erhöhte Leistungsbereitschaft hervorrufen, um die Aufgabe zu bewältigen. Anschließend müsse eine Ruhephase erfolgen, um die Energiespeicher wieder aufzufüllen. Der krankmachende Stress entstehe, wenn diese Erholungsphase nicht mehr stattfindet. Daher seien Ruhezeiten und Unterbrechungen für den Stressabbau unbedingt notwendig.

Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse machten sich die Teilnehmer Gedanken, wie man unnötigen Stress vermeiden kann. Als Antworten wurden genannt: Prioritäten setzen, weniger ist oftmals mehr, Hobbys nachgehen, körperliche Bewegung, Handy ausschalten, Nein sagen lernen, offene und gute Kommunikation, Gartenarbeit, Zeitpuffer einplanen, spirituelle Kraftquellen entdecken.

Karl-Ulrich Gscheidle, Evangelischer Wirtschafts- und Sozialpfarrer, beschloss den Inseltag mit biblischen Impulsen. Anhand der Geschichte des Propheten Elia zeigte er auf, wie man aus einer Burnoutsituation heraus kommen kann. Von Jesus könne man lernen, wie wichtig Ruhezeiten seien. Er habe sich nach stressigen Zeiten immer wieder an einen einsamen Ort zum Beten zurückgezogen, um Kräfte zu sammeln.

 Thomas Maile, 26.05.2014





Kundgebung auf dem Tuttlinger Marktplatz

Solidarität kennt keine Grenzen

Bei der diesjährigen DGB-Kundgebung am 1. Mai auf dem Tuttlinger Marktplatz standen die Themen „Soziales Europa“ und „Gute Arbeit“ im Mittelpunkt. Betriebsseelsorger Thomas Maile sprach ein Grußwort.

 

Edmond Jäger und Hans-Peter Menger vom DGB Tuttlingen forderten einen flächendeckenden Mindestlohn ohne Ausnahmen. Willi Kamm, Bürgermeister der Stadt Tuttlingen, betonte, die Demokratie lebe davon, daß Menschen sich einmischten und auch Verantwortung übernähmen. Es gelte sich für den Frieden einzusetzen, denn das Beispiel Ukraine zeige deutlich, wie brüchig die Welt sei. Leni Breymaier, ver.di-Landesbezirksleiterin unterstrich die europaweite Notwendigkeit von gleichem Lohn und gleichen Bedingungen für gleiche Arbeit am gleichen Ort. Sie forderte zukunftweisende Investitionen in Europa und mehr Verteilungsgerechtigkeit. Thomas Maile von der Katholischen Betriebsseelsorge sprach allen neu- und wiedergewählten Betriebs- und Personalräten Dank und Anerkennung aus für ihre Bereitschaft, sich für ihre Kolleginnen und Kollegen einzusetzen. Sozialer Fortschritt und soziale Gerechtigkeit seien noch nie einfach vom Himmel gefallen. „Stets müsste darum gekämpft werden“, sagte Maile. Er zitierte Papst Franziskus, der mit scharfen Worten, den Tod von mehr als 500 Textilarbeiterinnen vor einem Jahr in Bangladesch anprangerte: „All die Leute, die umgekommen sind, verdienten 38 Euro im Monat. Das ist Sklavenarbeit. Diese Sklaverei zerstört die gottgegebene Schönheit: die Würde, die schöpferische Fähigkeit und die Arbeitskraft. Keine Arbeitsplätze zu schaffen und Arbeit nicht angemessen zu bezahlen, weil nur die finanziellen Resultate interessieren und weil nur der Profit entscheidend ist, - das ist gotteslästerlich.“Maile sagte, er könne Franziskus uneingeschränkt zustimmen. Den Ausbeutern gehöre das Handwerk gelegt. Und die europäischen Firmen, die Textilien in Bangladesch und anderswo unter entsetzlichen Arbeitsbedingungen produzieren lassen, müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Solidarität kenne keine Grenzen. Auch dafür stehe der 1. Mai.

Thomas Maile, Mai 2014


Bischof Dr. Gebhard Fürst besucht die Hermle AG

 

Bei seinem Besuch bei der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG informierte sich Bischof Dr. Gebhard Fürst mit einer kleinen Delegation über innovativen Maschinenbau in seiner Diözese. Der Besuch kam auf Initiative von Betriebsseelsorger Thomas Maile zustande.

Dietmar Hermle, Sprecher des Vorstands, und Adolf Weber, Betriebsratsvorsitzender, begrüßten Bischof Fürst, Ordinariatsrat Dr. Joachim Drumm, Pfarrer Wolfgang Herrmann, Dekan Matthias Koschar, Dekanatsreferent Hans-Peter Mattes, Pfarrer Dr. Franz Brendle, Sozialdezernent Bernd Mager, Betriebsseelsorger Thomas Maile, Pfarrer Adam Galazka und Norbert-Anton Schnee bei der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG. In seinem Vortrag zeigte Dietmar Hermle die Höhen und Tiefen der Firma, die Umsatzentwicklung und was noch viel wichtiger ist, das aktuelle Produktprogramm und die Branchen, in welche Hermle seine Produkte liefert. Auch die Themen Nachhaltigkeit und Ökologie, die kein Widerspruch zu High-Tech sein müssen, wurden ausführlich erläutert.

Bei einem 2-stündigen Betriebsrundgang konnten sich Bischof Fürst und seine Begleiter einen Eindruck der Hermle AG, der Fertigung und der Montage der Hermle Bearbeitungszentren machen. In einzelnen Gesprächen mit Mitarbeitern erfuhr Bischof Fürst einiges über den „Teamgedanken“und den „Spirit“, der bei Hermle an oberster Stelle steht. Beeindruckt zeigte sich die Gruppe von der Sauberkeit, der Ordnung und den Abläufen in allen Produktionsbereichen und auch von der Fertigungstiefe. Auch das letztjährig fertiggestellte Logistikzentrum fand große Beachtung. Die Gruppe zeigte sich sehr interessiert an den logistischen Abläufen und der schnellen Ersatzteileversorgung auch für ältere Maschinenmodelle.

Bei einem kleinen Mittagstisch konnte in offener Runde diskutiert und einzelne Themen nochmals vertieft werden. Anschließend reiste die Gruppe weiter nach Spaichingen, um das dortige Hospiz zu besuchen.

Udo Hipp, Gosheim 10.10.2012

 







Mit der Bibel unterwegs auf den Höhen des Heubergs

 

Auf Einladung der Katholischen Betriebsseelsorge Tuttlingen und der KAB verbrachten 18 Männer eine eindrucksvolle zweitägige Bibel-Rucksack-Freizeit auf dem Allenspacher Hof bei Böttingen.

Bei gemeinsamen Wanderungen auf den Höhen des Heubergs befassten sich die Teilnehmer mit verschiedenen Stellen aus der Bibel. Pfarrer i. R. Hubert Fetzer und Betriebsseelsorger Thomas Maile deuteten nach Jesaja 40-48 die Schöpfungserzählung in Genesis 1 als Befreiungsbotschaft. Im biblischen Schöpfungsbericht gehe es nicht um göttliche Sandkastenspiele, sondern um den Auftrag Gottes an die Menschen die Erde für alle bewohnbar zu machen. Es gehe als um Politik im weitesten Sinne, um die Befreiung des Menschen von allen Mächten, die das Leben auf dieser Erde einschränken und verhindern wollten.

In den abendlichen Gesprächsrunden im Kaminzimmer des Allenspacher Hofes vertieften die Bibel-Rucksackwanderer das Gehörte. Auch das gemeinsame Singen kam nicht zu kurz.

Höhepunkt war am Sonntag die Eucharistiefeier, die von Pfarrer Thomas Schmollinger geleitet wurde. Mit einem gemeinsamen Mittagessen auf dem Risiberg fand die gelungene Freizeit ihren Abschluss.

Thomas Maile, 28.07.2011




Paten auf Zeit

 

Unter dem Projekt "Paten auf Zeit" läuft eine gemeinsame Aktion des Landratsamtes Tuttlingen und des Regionalen Bündnisses für Arbeit, mit dem Ziel, Jugendliche in besonderer Weise beim Übergang von der Schule in den Beruf zu begleiten.

Probleme und Unsicherheiten bei der Berufswahl sowie Absagen bzw. Wartezeiten bei der Lehrstellensuche verursachen bei jungen Menschen oft Enttäuschung und Entmutigung. Sie verlieren den beruflichen Anschluss und wichtige Zeit.

Eine zeitweilige Förderbeziehung zwischen erfahrenen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Bildung sowie motivierten Jugendlichen

  • unterstützt und begleitet junge Menschen bei der Aneignung nötiger Fertigkeiten, um zeitnah eine Lehrstelle antreten zu können
  • ermöglicht jungen Menschen erste Kontakte zur Arbeitswelt
  • unterstützt und begleitet Jugendliche bei der Suche nach Lehrstellen, nach Übergangslösungen und bei Vorstellungsgesprächen
  • motiviert bei Absagen und stärkt das Durchhaltevermögen
  • begleitet junge Menschen auch auf Wunsch während der Probezeit und länger

Der Zugang junger Interessenten zum Projekt erfolgt über Sozialpädagogen (Jugendberufshelfer und Schulsozialarbeiter)

Die Zusammenarbeit zwischen Paten und jungen Menschen wird über die gesamte Laufzeit vertraglich geregelt und von der Projektleitung betreut.

Verhindern und vermindern Sie mit uns Ausbildungslosigkeit und Jugendarbeitslosigkeit!

Werden auch Sie Pate oder Patin auf Zeit!