Das Jahr 2011

Die Betriebsseelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt

die "Initiative für eine prophetische Kirche"

Aus dem Aufruf:

Wir erleben unsere Welt in immer krasserem Widerspruch zu der Botschaft des Evangeliums.

»Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.« (Joh 10,10)

Wir erleben die Zerstörung unseres Planeten, wir sehen das Elend von einer Milliarde hungernder Menschen, die Hoffnungslosigkeit einer Jugend ohne Zukunftsperspektive.

Dazu können wir als Christen und Christinnen und Kirchen nicht schweigen. Unsere Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Die Zeit ist reif für ein grundlegendes Umdenken.

Wir fordern Christ/-innen und kirchliche Gruppen und Einrichtungen, die unsere Sicht teilen, auf, sich unseren Aufruf für eine prophetische Kirche zu Eigen zu machen. Werden Sie mit uns aktiv!

Weitere Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie hier:

Aufruf:  PDF-Download

Homegape der Initiative:  www.leben-in-fuelle-fuer-alle.de




Informationen zum Thema Postversand über private Postdienstleister

 

Nicht nur in der Region Oberschwaben gab es zuletzt verstärkt Anfragen an die Betriebsseelsorge zur Arbeits- und Tarifsituation bei privaten Postdienstleistern. Die Betriebsseelsorge in Ravensburg hat für die Betriebsseelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgart aktuelle Zahlen und Daten recherchiert und einer sozialethischen Bewertung unterzogen. Hier die Stellungnahme im Wortlaut:

 

„In unserer Region tauchen immer mehr blaue Briefkästen auf, überwiegend in größeren Ortschaften, wo es genügend Zuläufe gibt. Es ist verlockend, auf die Billiganbieter zurück zu greifen, um Kosten zu sparen. Doch dieses Sparen ist eine Täuschung, da unsere Gesellschaft und viele Beschäftigte die Verlierer sind. Kirche hat einen öffentlichen, sozialen Auftrag und eine soziale Verantwortung, die sie ihren Mitgliedern schuldig ist.

 

·       Zum Preis: beim Privaten Postanbieter beträgt der Einstiegslohn 7,50 Euro, bei der Deutschen Post (DP), 11,33 Euro. Wer dauerhaft für 7,50 Euro arbeiten muss, hat nicht genug zum Leben und ist auf ergänzende Hilfe angewiesen. Diese Unterstützung muss wiederum von den Steuerzahlern aufgebracht werden. Es entsteht eine zusätzliche Belastung der Sozialsicherungssysteme, die auch von der Kirche aufgebracht werden müssen. Bessere Löhne bedeuten auch mehr Kirchensteuereinnahmen und sichern so die kirchliche Arbeit. Was Kirche bei Niedriglohnvergabe einspart, erhält sie weniger durch Kirchensteuereinnahmen. Es wird zum „Nullsummenspiel“. Zitat: „Dreh-und Angelpunkt der Sozialethik ist aber die Frage nach dem gerechten Lohn für die geleistete Arbeit. Für Gerechtigkeit im Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist heutzutage nichts wichtiger als die gerechte Entlohnung der Arbeit“ (Laborem exercens, 19.1)

 

·       Strukturelle Leistungen: Die DP gewährt tariflich 27 - 30 Tage Urlaub im Jahr, die Privatanbieter gerade mal 20 Tage (24 Tage sind gesetzlich vorgeschrieben bei einer Sechs-Tage-Woche). Bei der DP gibt es eine betriebliche Alterssicherung, die zunehmend auch von Staatsseite gefordert wird, Private kennen solche Leistungen nicht. Alterngerechtes Arbeiten ist bei der DP ein großes Thema, denn die Firma fühlt sich auch den älteren Arbeitnehmern/innen verpflichtet. Bei den Privaten gibt es solche Überlegungen bzw. Regelungen nicht.

 

·       Gesamtversorgung: Die DP hat den öffentlichen Auftrag, jede Post an jeden Winkel im Lande zu liefern. Postdienstleistungen müssen mit einer hohen Dienstleistungsqualität und mit dem entsprechend qualifizierten Personal erbracht werden. Die Privaten suchen sich die Rosinen raus und verteilen nur in strukturstarken Regionen. Wenn Postsendungen an entlegene Orte zuzustellen sind, geben die Privaten die Sendungen an die DP weiter. Dies verlängert auch die Brieflaufzeiten.

 

·       Austräger:  Bei der DP gibt es feste Zeiten für Austräger, die Privaten koppeln ihre Zusendungen an die Zeitungszusteller. Wer nicht zum Austragen bereit ist, bekommt Probleme. Bei größerer Zahl werden eigene Austräger beauftragt, die aber nur nach Stückzahl bezahlt werden. Eine verlässliche Einkommensplanung ist dabei nicht möglich. Wann die Briefe ausgetragen werden, überprüfen die Privaten selten. Auch sonntags waren schon Austräger unterwegs.

 

·       Mehrwertsteuerbefreiung: Die Privaten ziehen immer wieder das Argument an Land, dass die DP von der MWSt. befreit sei. Dies stimmt für die allgemeine Post, nicht aber für Infopost. Die Befreiung bezieht sich auf den öffentlichen Auftrag,  flächendeckend zuzustellen.

 

·       Soziale Sicherungssyteme: ca. 11 Mrd. Euro muss der Staat für sgn. Aufstocker ausgeben, gemeint sind Personen, die arbeiten, aber zu wenig zum Leben haben. Will Kirche an diesem System beteiligt sein? Die Vergabe an Private fördert die Erosion der sozialen Sicherungssysteme. Zitat: „ Die gesellschaftliche Ordnung und ihre Entwicklung müssen sich dauernd am Wohl der Personen orientieren; denn die Ordnung der Dinge muss der Ordnung der Personen dienstbar werden und nicht umgekehrt“ (Gaudium et spes, 26)

 

·       Verantwortliche Finanzausgaben: Der billige Preis darf nicht allein Entscheidungskriterium für die Vergabe sein. Im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen ist im § 97,4 festgehalten, dass für die Auftragnehmer zusätzliche Anforderungen gestellt werden können, insbesondere soziale, umweltbezogene oder innovative Aspekte betreffend. Sollte Kirche, die in ihrer Soziallehre eine sozial gerechte Gesellschaft fordert, dies nicht in ihrer alltäglichen Praxis umsetzen?

 

·       Auftrag der Kirche: Bei der Vergabe sollte nicht der einfachste, sondern der beste Weg gewählt werden. Soziale, qualitative Aspekte sind in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Beim unlautereren Wettbewerbsvorteil durch Lohndumping sollte Kirche nicht beteiligt sein. Gute Arbeit braucht guten Lohn. Lohndumping ist eine Abwärtsspirale, die sich auf andere Bereiche ausweitet. Verantwortungsvolle Vergabe von Postaufträgen soll ein Hebel zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen sein. Hier steht auch die Kirche in der Gemeinwohlverantwortung.

 

Deshalb: „ Es gilt vor allem ein Prinzip in Erinnerung zu rufen, das die Kirche immer gelehrt hat: das Prinzip des Vorranges der Arbeit gegenüber dem Kapital“ (Laborem exercens, 12.1)

 

Kath. Betriebsseelsorge, Schussenstr. 5,  88212 Ravensburg“


Bischof Gebhard besucht Firma Rafi in Oberschwaben

Leiharbeit bewegt die Gemüter

Berg. Es ist Tradition, dass sich Bischof Gebhard Fürst einmal im Jahr Zeit für einen Betriebsbesuch nimmt, der von der Betriebsseelsorge organisiert wird. In diesem Jahr führte ihn der Weg nach Oberschwaben, nach Berg nahe Ravensburg, zu der Firma Rafi. Kernkompetenzen der Firma sind elektromechanische Bauteile, Bedien- und Steuerungssysteme sowie elektronische Geräte. Beeindruckt zeigt sich der Bischof von der vielfältigen Kreativität und dem Knowhow der Belegschaft. Ständige Weiterentwicklung ist der Garant des Erfolges, so dass die rund 1150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derzeit volle Auftragsbücher haben. Eine hohe Wertschätzung brachten dem Bischof die Geschäftsleitung und der Betriebsrat entgegen, waren doch beide teilhabenden Geschäftsführer, die Leiter des Personalwesens und der Qualitätssicherung sowie beide freigestellten Betriebsräte die ganze Zeit über anwesend.

Die Besichtigung der Fertigung und Einblicke in wirtschaftliche Abläufe sind ein Teil des Besuches, ein anderer Aspekt sind aber auch die Gespräche miteinander. Unterschiedliche Ansätze und Sichtweisen gab es beim Thema Leiharbeit. Kurz zuvor hat die Fa. ZF Friedrichshafen einen Tarifvertrag über equal pay für Leiharbeitnehmer/innen abgeschlossen, der Signalwirkung für andere Unternehmen haben kann. Enzo Savarino von der IG Metall stellte die Kernpunkte kurz vor, was dann zu einer intensiven Diskussion führte. Die Geschäftsleitung betonte, dass sie Leiharbeit als Flexibilisierungsinstrument brauche, wehrt sich aber gegen die Preistreiberei nach unten. Sie setze sich für einen Mindestlohn ein, deswegen sei die zusammenarbeitende Leiharbeitsfirma verpflichtet worden, deutlich bessere Löhne wie den Mindestlohn zu bezahlen. Unterschiedliche Positionen gab es zu der Forderung der Soziallehre, dass man für gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten soll.

Weitere Gesprächspunkte waren die Beschäftigung älterer Mitarbeiter angesichts des gestiegenen Rentenalters sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zum Letzteren  sah sich auch Bischof Gebhard in der Verantwortung, da die Kirche ein großer Träger von Betreuungsangeboten für Kinder sei. Die Diözese und die Kirchengemeinden sind da auf gutem Weg, um auf den Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen zu reagieren.



Zum Bild ( v.L.) Betriebsrätin Haag, 2.Bevollmächtigter Savarino, Geschäftsführer Wasmeier, Bischof Gebhard

Fachtag: "Schuften wie ein Ochs für' n Appel und 'n Ei?"

Menschenhandel und Ausbeutung mitten unter uns

Freitag, 25.11.2011 Stuttgart, Gemeindehaus St. Maria

Eine Nachricht im August schreckte auf: im Lkr. Böblingen wurden 7 Polen Opfer von Menschenhandel. Ihre Arbeitskraft wurde ausgebeutet - sie mussten bis zu 16 Stunden am Tag Kartoffeln schälen, für 25 Euro die Woche...

Der Fachtag, veranstaltet vom Fraueninformationszentrum (FIZ) und dem Evangelischen Missionswerk in Südwestdeutschland, wirft einen kritsichen Blick auf Menschenhandel und Arbeitsausbeutung mitten unter uns, fragt nach der Perspektive für die Betroffenen und sucht nach Handlungsansätzen zur Vermeidung und Prävention.

Nähere Infos und Anmeldeinformationen finden Sie hier:

 


Europa am Scheideweg –Zerfall durch neoliberales Profitstreben oder Entwicklung zur Solidarischen Gemeinschaft?

Alexis Passadakis, Politikwissenschaftler, Attac Projektgruppe Eurokrise, Berlin

Donnerstag, 17. November 2011, 19.00 Uhr

Stuttgart-Sillenbuch

Clara-Zetkin-Waldheim, Gorch-Fock-Str. 26

 

Information: Manfred Schmitz, Tel. 0711 / 41 39 58, E-mail: mans.schmitz@ t-online.de

Veranstalter: Attac Ostfildern in Zusammenarbeit mit Attac Filder, Evangelisches Bildungswerk im Landkreis Esslingen, GEW Kreis Nürtingen / Esslingen, keb Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis Esslingen e. V., Kinder- und Jugendförderung Ostfildern, Naturfreunde Stuttgart-Sillenbuch / Ostfildern, Verdi Ortsverband Esslingen / Fildern; VHS Ostfildern, Waldheim Stuttgart e.V. Clara-Zetkin-Haus

Nähere Informationen finden Sie hier im Flyer als PDF:

 


„Mobbing – Folter am Arbeitsplatz“ – Eine europäische Herausforderung

 

vom 02. - 04.11.2011 in Herzogenrath bei Aachen

 

In vielen europäischen Ländern ist das Thema „Mobbing am Arbeitsplatz“ berechtigterweise in den öffentlichen Focus gerückt. Mobbing ist ein gesellschaftliches Problem mit erheblichen gesundheitlichen Auswirkungen für die Betroffenen und mittlerweile auch ein volkswirtschaftliches Thema. In den Mitgliedsstaaten gibt es verschiedene Lösungsansätze und divergierende nationale Gesetzgebungen.

Wir wollen bei unserer Tagung zuerst die Auswirkungen und Bedeutung von Mobbing in der Arbeitswelt näher kennenlernen und freuen uns, dass uns dabei Dr. Marie- France Hirigoyen aus Frankreich als ausgewiesene Expertin zur Verfügung steht. Die persönlichen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen werden uns ebenfalls kompetent durch Josef Schwickerath (Klinik Berus) und Jean-Michel Miller (Eurofond) näher gebracht.

Im zweiten Teil unserer Tagung werden wir dann die Theorie mit Erfahrungs- und Praxisberichten ergänzen, um aus Best-Practice-Beispielen Handlungs- empfehlungen entwickeln zu können.

Der europäischen Herausforderung wollen wir mit einer Charta und Handlungsempfehlungen an Politik und die Sozialpartner begegnen. Dazu wollen wir mit dem MdeP Georges Bach (Luxemburg) die Möglichkeiten des europäischen Parlaments besprechen und im Dialog mit Vertretern der europäischen Arbeitnehmerund Arbeitgeberverbänden (ETUC und Businesseurope) die Anforderungen an die Sozialpartner definieren.

Wir laden Sie daher sehr herzlich zu dieser Tagung nach Herzogenrath in die Euregio Maas/Rhein ein.

Hier der Link zum Download Einladung:

Hier der Link zum Download Programm:

 



Woche der sozialen Gerechtigkeit

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat für 2011 und 2012 den Schwerpunkt "Soziale Gerechtigkeit stärken" gewählt. Die erste Woche der sozialen Gerechtigkeit, die vom 7. bis 16. Oktober 2011 stattfindet, will Christinnen und Christen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zu einer bewussten und gezielten Wahrnehmung individueller und struktureller Ungerechtigkeiten anregen.

Gleichzeitig will die "Woche der sozialen Gerechtigkeit" aufzeigen, wo sich bereits heute Menschen in den Kirchengemeinden oder an anderer Stelle für eine bessere und gerechtere Welt einsetzen.

Im Jahr 2011 findet die Woche der sozialen Gerechtigkeit in kleiner, überschaubaren Form statt. Für 2012 ist angedacht, die Woche der sozialen Gerechtigkeit möglichst in allen Dekanaten der Diözese Rottenburg-Stuttgart durchzuführen.

Hier der Link:  www.soziale-gerechtigkeit-staerken.de


Fair statt prekär

 

Donnerstag, den 27. Oktober 2011, um 19.30 Uhr in Aalen, Weidenfelder Str. 12, C-Punkt

An diesem Abend treffen zusammen:

- Zahlen, Daten, Fakten zur aktuellen Situation

- betroffene Menschen in schwierigen Arbeitssituationen

- die Moderation Dr. Rolf Siedler und Pfr. Martin Schwarz

- die Musikgruppe las caseras

- Menschen aus Betriebsrat, Gewerkschaft, Kirche, Politik und Verwaltung

 

Der Flyer zum Herunterladen:

 

 


Veranstaltung der „Allianz für den freien Sonntag – Bündnis für sozialverträgliche Arbeitszeiten in Baden-Württemberg“

 

„Shopping around the clock –

Work around the clock?” –

Vier Jahre Ladenöffnungszeitengesetz Baden-Württemberg – Bestandsaufnahme über die betrieblichen und gesellschaftlichen Auswirkungen

 

 

Mittwoch, 26. Oktober 2011, 10.00 Uhr - 16.30 Uhr,

CVJM-Haus Stuttgart, Büchsenstr. 37

Seit 4 Jahren ermöglicht das Ladenöffnungszeitengesetz sehr flexible Öffnungszeiten im Einzelhandel – und die Möglichkeit, pro Ort an drei Sonntagen im Jahr einen verkaufsoffenen Sonntag durchzuführen.

Was die einen als Errungenschaft einer modernen Gesellschaft („shopping around the clock“) oder als notwendige Anpassung an Entgrenzung geregelter Arbeitszeiten verstehen, ist für die anderen eine spürbare Veränderung und Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen („work around the clock“). Öffnungszeiten fast „rund um die Uhr“ bedeuten für die Angestellten im Einzelhandel eine drastische Veränderung der Arbeitszeiten und -bedingungen.

Wenn die Arbeit erst nach 24 Uhr endet – wie komme dann mit den ÖPNV noch nach Hause?

Wenn der laden nachts mit wenig(er) Personal geöffnet hat – wer schützt mich vor Überfällen?

Wenn das Zeitbudget des Personals durch die Umwandlung von Vollzeitarbeitsplätzen in Teilzeit oder Minijobs mehr und mehr zerstückelt wird – wie soll ich da genügend für meinen Lebensunterhalt verdienen?

Oder kommen die flexibleren Arbeitszeiten und Jobs womöglich doch dem Personal zugute, weil sich familiäre Verpflichtungen besser einbinden lassen?

Diese Fachtagung der Allianz für den freien Sonntag und sozialverträgliche Arbeitszeiten in Baden-Württemberg für BetriebsrätInnen aus dem Einzelhandel greift diese Fragestellungen auf.

Inhalt der Veranstaltung sind u. a. die Vorstellung einer großen Befragung (s. http://www.drs.de/fileadmin/Baukasten/Betriebsseelsorge/Fachbereich_K_A/PDF-Dateien/Fragenkatalog_BR_Ladenoeffnung_2011_vers4_3_1.pdf; dort auch nähere Infos zu Anmeldung und Einladung als pdf-download), der Erfahrungsaustausch unter den KollegInnen sowie eine Diskussion mit LandespolitikerInnen über mögliche Konsequenzen nach 4 Jahren Ladenöffnungszeitengesetz.

 


DGB-Bezirk Baden-Württemberg

Symposium Leiharbeit - Perspektiven in einer Boombranche

25. Oktober 2011

Gewerkschaftshaus Stuttgart

Kleiner Saal

"Leiharbeit ist auch in Baden-Württemberg längst keine Ausnahme mehr, die nur genutzt wird, um Auftragsspitzen abzuarbeiten. Gerade nach der Krise erfolgt der Beschäftigungsaufbau vor allem in der Leiharbeit. (...) Der Trend hält an."

Mit dieser Veranstaltung will der DGB Baden-Württemberg auf das Ausmaß von Leiharbeit aufmerksam machen und Perspektiven des Umgangs aufzeigen.

Nähere Informationen mit Anmeldeformular finden Sie hier: ---> pdf

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Solidarisch wirtschaften - Eine andere Ökonomie ist möglich

Bad Boll, 16. – 17. 09. 2011

Eine Umkehr zu einem Wirtschaften im Dienste des Lebens ist notwendig. So hieß es nach der Finanz- und Wirtschaftskrise. Eine freie wirtschaftliche Entfaltung zugunsten einer ausschließlichen Gewinnmaximierung war obsolet geworden. Soziale Verantwortung und Orientierung am Gemeinwohl sollten wieder deutlicher in den Vordergrund gerückt werden. Aber wer soll's richten? Wer sorgt dafür? Der Staat? Die Zivilgesellschaft? Ist das im großen Stil überhaupt möglich? Und wenn ja wie?

Diesen und anderen Fragen geht die hervorragend besetzte Tagung an der ev. Akademie Bad Boll vom 16. – 17. September nach.

Hier der Flyer mit Anmeldeformular zum download:

 


Finanzmärkte

Nach der Krise ist vor der Krise!

Wer verursacht was und warum?

Wer gewinnt und wer verliert immer?

 

Hintergründe und Handlungsmöglichkeiten dazu im Workshop von 10.00 bis 17.00 Uhr

am Samstag, den 16. Juli 2011

mit Dr. Harald Klimenta, Finanzexperte von attac

im Arbeiterzentrum der kath. Betriebsseelsorge in Böblingen,

Sindelfinger Str. 14


Burnout begegnen

Herausforderung im betrieblichen Kontext

Immer mehr Menschen in Unternehmen wie auch in kommunalen und kirchlichen Einrichtungen sind für längere Zeit psychisch krank. Diagnose: Erschöpfungsdepression. Der Begriff "Burnout" drückt plakativ aus, dass es dabei oft um die Auswirkung eines leidenschaftlichen beruflichen Engagements geht, dass zu lange keine Grenzen kannte - weder bei Arbeitsanforderungen noch bei Arbeitszeiten.

Der Umgang mit psychischen Belastungen und die Frage nach psychischer Gesundheit sind inzwischen zu einer gesellschaftlichen und vor allem auch wirtschaftlichen Herausforderung geworden. Unsere Tagung "Burnout begegnen" nimmt diese Herausforderung auf.

Schwerpunkt der Tagung ist die Burnout Prävention. Biografische und gesellschaftliche Analysen zeigen zunächst Gründe für die massive Zunahme des Phänomens "Burnout" auf.

Donnerstag, 30. Juni 2011 bis Freitag 1. Juli 2011

in der Ev. Akademie Bad Boll

Anmeldungen mit diesem Flyer:


GRÜNDUNGSERKLÄRUNG

zur Bildung einer

EUROPÄISCHEN SONNTAGSALLIANZ

"Gemeinsam für angemessene Arbeitszeiten"

Am 20. Juni 2011 wurde in Brüssel die "Europäische Sonntagsallianz" gegründet.

Nachfolgend finden Sie die Gründungserklärung mit den politischen Forderungen, Zielen und einer Resolution: --->

Hier die Homepage der Europäischen Sonntagsallianz:

---> www.europeansundayalliance.eu/site/home

 


Vertreter der mexikanischen Kooperative TRADOC besuchen die Betriebsseelsorge

 

Der Fall „Euzkadi“ im mexikanischen El Salto sorgte anfangs des Jahrhunderts für Schlagzeilen. Der deutsche Reifenhersteller Continental schloss – nach vorausgegangenen Auseinandersetzungen zwischen der Gewerkschaft und der Unternehmensleitung - im Dezember 2001 widerrechtlich die nicht lange zuvor erworbene Euzkadi-Reifenfabrik im mexikanischen El Salto bei Guadalajara (Jalisco).

Über 1100 Arbeiter und Angestellte wurden illegal auf die Straße gesetzt. Mehr als 3 Jahre mussten die Arbeitnehmer für ihre Rechte in den Ausstand gehen, bis ihnen – auch durch internationalen Druck vor allem von NGO’s aus Deutschland (FIAN/Germanwatch) – Gerechtigkeit widerfuhr.

Am Ende musste Continental weitgehend den Forderungen der Gewerkschaft zustimmen, und mit 50% wurden die bisherigen abhängig Beschäftigten zu Inhabern der neugegründeten Genossenschaft TRADOC (Trabajadores Democráticos de Occidente).

Seitdem ist diese erfolgreich unterwegs und ein Beispiel dafür, dass eine Genossenschaft auch in einem marktliberalen Umfeld sehr erfolgreich wirtschaften kann. Außerdem zeigt der „Fall Euzkadi“, dass multinational tätige Unternehmen dazu gebracht werden können, internationale Standards im Rückgriff auf die OECD-Leitsätze oder ILO-Normen einzuhalten.

 

Der frühere Generalsekretär der Gewerkschaft und jetzige Vorstand der Genossenschaft Jesús Torres Nunez war Anfang Mai mit zwei Kollegen (Hector Manuel Velázquez Becerro und Jesús Torres Frias) aus El Salto für mehrere Tage zu Gast der Betriebsseelsorge Rottenburg-Stuttgart.

Neben Gesprächen und Begegnungen in den Betriebsseelsorgestellen Böblingen und Aalen standen Betriebsbesuche mit Kontakt zu Betriebsräten im Daimler-Werk Sindelfingen und der Fa. Alfing in Wasseralfingen sowie eine Aufführung des Dokumentarfilms „In der Spur der Reifen“ des Hamburger Filmemachers Michael Enger, der die Arbeitnehmer während des Konfliktes über Jahre begleitete, auf dem Programm.

Auf großes Interesse stieß auch der Besuch der Gottlieb-Daimler-Schule (Technisches Schulzentrum) in Sindelfingen, da die duale Berufsausbildung in Mexiko weitgehend unbekannt ist und das dortige Ausbildungssystem überhaupt zu wünschen übrig lässt. Die Führung übernahm Direktionsassistent Wolfgang Warth, zusammen mit Schulsozialarbeiter Bernd Gall von der Betriebsseelsorge Böblingen.

 

Nachfolgend eine kleine Bildergalerie des Besuches der Gottlieb-Daimler-Schule

 




Die Delegation aus Mexiko mit Direktionsassistent Wolfgang Warth (GDS 1 - 3. von links) im Gespräch


In einer Klasse mit KFZ-Lehrlingen

Mit Lehrlingen der Branche Heizung-Sanitär im Gespräch


Hector Manuel Velázquez, Schulsozialarbeiter Bernd Gall, Jesús Torres Nuno und Jesús Torres Frias von TRADOC - México

Erwerbslosen zu Ihrem Recht verhelfen

Das SGB II nach der Novellierung

Schulung für Mitarbeiterinnen in Arbeitslosentreffs/-zentren und Erwerbsloseninitiativen, sowie der Sozialberatung von Beschäftigungsprojekten

18. bis 19. Mai 2011

Haus der Kirche

Bad Herrenalb

Weiter Informationen in diesem Flyer zum Herunterladen:


Exerzitien bei den Leuten

vom 15. - 18. Mai 2011 in Böblingen, Arbeiterzentrum, Sindelfinger Str. 14

Ein Gedanke vorneweg…

"Man muss lernen, allein zu sein,

immer wenn uns das Leben eine Pause gönnt.

Und das Leben ist voll davon;

wir können sie entdecken oder achtlos verschwenden.

Mag uns ein Tag auch noch so grau und schwer erscheinen,

welch ein Aufleuchten für uns,

wenn wir an all die hintereinander gereihten Begegnungen denken.

Welche Freude, zu wissen,

dass wir unsere Augen zu Gottes Angesicht erheben können,

ganz allein,

während die Suppe langsam aufkocht,

während wir beim Telefon auf den Anschluss warten,

während wir an der Haltestelle nach dem Bus Ausschau halten,

während wir eine Treppe hinaufsteigen,

während wir im Garten für den Salat ein wenig Petersilie holen."

(Madeleine Debrel)

 

mit Walter Wedl und Paul Schobel

 

Weiter Informationen in diesem Flyer:

 

 


Global aber gerecht

Klimawandel bekämpfen, Entwicklung ermöglichen

 

Freitag, 13. Mai 2011

18.00 - 20.30 Uhr

Jugendherberge Stuttgart

Haußmannstr. 27

Informationen finden Sie hier:

 


Ethik in der Region:

 

Unternehmen und ihre gesellschaftliche Verantwortung im Spiegel des Wertewandels

 

Freitag, den 6. Mai 2011

von 13.00 bis 17.00 Uhr

 

Haus der Kath. Kirche

Königstr. 7

70173 Stuttgart

Weitere Informationen hier:




Betriebsseelsorge Heilbronn engagiert sich im Bündnis „Heilbronn sagt nein!“ gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass

 

Zum 1. Mai rufen rechtsradikale Kräfte zu einer zentralen Kundgebung und Demonstration nach Heilbronn auf.

Die Betriebsseelsorge Heilbronn setzt ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und engagiert sich deshalb im Bündnis „Heilbronn sagt nein!“.

Zusammen mit der Katholischen Erwachsenenbildung keb veranstaltet die Betriebsseelsorge am

29. April um 19.30h im Haus der Katholischen Kirche (Heinrich-Fries-Haus)  in der Bahnhofstr. 13 

 

(Saal im Erdgeschoss) in Heilbronn die Aktion: „Kurzfilme gegen Rechts“.

Den Abend gestaltet der junge Filmwissenschaftler Jürgen Tobisch, bei der anschließenden Diskussion sind u. a. Betriebsseelsorger Josef Krebs und der Leiter der Heilbronner keb Norbert Hackmann dabei.

 

Nähere Informationen unter:  www.heilbronn-sagt-nein.de

 


Kompetenzen fördern - Erfolge schaffen

Fachtag der Baden-Württemberg Stiftung zum Thema "Bildungskooperationen für Jugendliche mit Förderbedarf " am 13.04.2011 in Stuttgart

Weitere Informationen hier als PDF:


Partnerschaft fairändert Gemeinde

 

Die KAB Grunbach lädt am Sonntag, den 10. April 2011 zum traditionellen Solidaritätssonntag in die ….Kirche mit anschließendem Mittagessen und Begegnungsnachnachmittag in das Gemeindehaus … ein.

Den Gottesdienst um 10.45h in der …-Kirche wird Betriebsseelsorger Wolfgang Herrmann leiten. Sein theologisches Auswärtsjahr hat Pfarrer Herrmann in Mexiko verbracht, der Weltkirche ist er vielfältig verbunden.

Der Nachmittagsvortrag mit anschließendem Gespräch steht unter dem Thema „Partnerschaft fairändert Gemeinde“. Betriebsseelsorger Herrmann berichtet in Wort und Bild von seinen Lernerfahrungen aus den Begegnungen mit den jungen Kirchen und zeigt auf, wie Gemeinden in Deutschland davon profitieren können. Dabei werden auch die Fragen nach gerechten und partnerschaftlichen Strukturen in den weltweiten Beziehungen nicht zu kurz kommen.


Armut - in einem reichen Land?

 

KAB-Ortsgruppe Blitzenreute, Kirchstr. 10 um 20.00 Uhr

 

In einem Kommentar zur Veröffentlichung des 3. Armut- und Reichtumsbericht der Bundesregierung schrieb Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung: „Armut ist hierzulande keine Kalorienfrage; und trotzdem gibt es viel Armut in Deutschland“, um dann fortzufahren: „Eine Demokratie, in der immer mehr Menschen am gesellschaftlichen Rand leben, kann nicht gut funktionieren.“

 

Pfr. Wolfgang Herrmann, Betriebsseelsorger und Leiter des Fachbereiches Kirche und Arbeitswelt der Diözese Rottenburg-Stuttgart, führt in seinem Vortrag in die Ursachen und Folgen der Armut in Deutschland ein. Neben Daten und Fakten werden dabei auch die Gesichter der Armut hinter den Zahlen sichtbar werden. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit zu Austausch und Gespräch.


Menschen

Märkte

Moral

Ethik und Werte in Unternehmen

am 16. März 2011 um 19.30 Uhr im Kath. gemeindehaus "Zum Guten Hirten" in Bietigheim - Bissingen

 

Weitere Informationen in diesem Flyer:


Farbe bekennen – für ein solidarisches Gesundheitssystem

 

Gewerkschaftshaus Stuttgart, 10. März 2011

von 17.30h – 20.15h

 

Die Gesundheitsreform ist beschlossen – aber sie wird weder nachhaltig noch sozial ausgewogen die Finanzierungsprobleme im Gesundheitssystem lösen. Zudem nimmt sie Abschied vom Solidarprinzip (die Arbeitgeberbeiträge werden eingefroren, die Versicherten tragen künftig die Kostensteigerungen weitgehend allein) und eröffnet den Weg in die Kopfpauschale. Das Aktionsbündnis „Köpfe gegen Kopfpauschale“, einem bundesweiten Zusammenschluss aus Sozialverbänden, kirchlichen Verbänden und dem DGB, haben alternativ dazu einen Reformvorschlag zum langfristigen solidarischen Ausbau der Gesetzlichen Krankenversicherung ausgearbeitet.

Am Donnerstag, den 10. März von 17.30h-20.15h laden die baden-württembergischen Bündnismitglieder - darunter die KAB und Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg - zu einer gemeinsamen Veranstaltung in das Gewerkschaftshaus nach Stuttgart ein, um unter dem Motto „Gesundheitsreform – Angriff auf die soziale Sicherung“ den erarbeiteten Alternativvorschlag vorzustellen und anschließend Parteivertreterinnen und -vertreter vor der Landtagswahl zu befragen, für welche Gesundheitspolitik sie sich stark machen.

Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung erforderlich.

 

Den Flyer mit Programmablauf und Anmeldemöglichkeit finden sie hier:


Arbeit? Nein, wenn sie krank und arm macht!

am Mittwoch, 16. Februar um 19.30 Uhr

im Katholischen Gemeindezentrum St. Georg, Wendlingen-Unterboihingen, Bürgerstraße 4

 

Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach

Jesuit und einer der bekanntesten Sozialethiker Deutschlands

Zur dringend notwendigen Reform der Katholischen Kirche gehört auch, dass diese sich gerade den Menschen in der Arbeitswelt zuwendet und denen, die keine Arbeit haben.  Veranstalter sind die Katholischen Kirchengemeinden St. Kolumban Wendlingen-Unterboihingen und Zum Guten Hirten Köngen und Unterensingen in Zusammenarbeit mit keb Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis Esslingen.

Die deutsche Wirtschaft boomt. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt. Der Wirtschaftsminister sieht Deutschland auf der Schnellstraße der Vollbeschäftigung. Kaum zu glauben! Vollbeschäftigung kann aber nicht heißen, dass ein Fünftel der Erwerbstätigen in atypischen Arbeitsverhältnissen gehalten werden: Leiharbeit, befristete Arbeit, Teilzeitarbeit, Arbeitslöhne, die durch Hartz IV aufgestockt werden. Wie kann Erwerbsarbeit wieder gut werden? Wie können gerechte Löhne gezahlt werden? Wie kann verhindert werden, dass Arbeit krank und arm macht? Das Arbeitsrecht und die Tarifautonomie müssen wieder in Kraft gesetzt werden. Gewerkschaften und Arbeitnehmer brauchen die Unterstützung des Sozialstaats, damit die Erwerbstätigen eine Balance zwischen Arbeit und Leben gewinnen.

Weiter Informationen finden Sie hier als PDF:






Adventsbesuch bei „Real“ und „Karstadt“

Bischof Fürst bei Betriebsräten in Einkaufszentren im Kreis Böblingen

Stuttgart/Böblingen. 8. Dezember 2010.

Bischof Gebhard Fürst hat jetzt zum Advent Zentren des vorweihnachtlichen Geschäfts aufgesucht. Dabei ging es ihm bei den Besuchen des „Real“-Marktes in Böblingen und des „Karstadt“-Warenhauses am Mittwochnachmittag in Leonberg nicht um Sonderangebote, sondern um das Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf Einladung der Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Betriebsräte machte er sich vor Ort ein Bild von den Arbeitsbedingungen im Einzelhandel.  

Im Gespräch mit den Arbeitnehmervertretern und den Seelsorgern ging es unter anderem um Themen wie Ausweitung der Arbeitszeiten und wachsenden Leistungsdruck auf die Beschäftigten. Auch der Schutz von Sonn- und Feiertagen vor überzogenen Profitinteressen sowie die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit in härter werdenden Arbeitsbedingungen standen zur Diskussion. Bei dem vom Bischof besuchten „Real“ in Böblingen arbeiten nach Angaben der Betriebsseelsorge zwei Drittel des Personals in Teilzeit; ebenso groß ist der Anteil der Frauen in der Belegschaft. Bei „Karstadt“ in Leonberg sind rund 120 Mitarbeiter angestellt, überwiegend in Teilzeit. Dort machen Frauen 85 Prozent aus.

Das Bruttoeinkommen von Vollzeitbeschäftigten im Einzelhandel beläuft sich nach Angaben der Betriebsseelsorge auf durchschnittlich 1.500 bis 2.000 Euro im Monat. „Damit lässt sich hierzulande eine Familie nicht ernähren“, kritisierte der Böblinger Betriebsseelsorger Walter Wedl. Von einem Existenz sichernden Lohn sei der Einzelhandel weiter weg denn je.

Link:  http://www.kirchebb.de/cms/startseite/katholisches-dekanat/aktuelles/berichte-und-fotos/bischof-hautnah/



Die Betriebsseelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt die „Initiative Bildung und Beschäftigung“

Nähere Informationen finden Sie unter:

 www.bildung-und-beschäftigung.de     

bzw.

Initiative Bildung und Beschäftigung - IG Metall Bezirksleitung Baden-Württemberg
Stuttgarter Straße 23, D-70469 Stuttgart

Telefon: +49 (711) 16581-0  /  Telefax: +49 (711) 16581-30  /  E-Mail: redaktion(at)bildung-und-beschaeftigung.de

Initiative Bildung und Beschäftigung -  das Gründungsmanifest

Hohe Innovationskraft und exzellente Qualifikation. Das sind die Energiequellen, die Baden-Württemberg antreiben. Unternehmen und Beschäftigte, Erfinder und Umsetzer, Wissenschaft, Kunst und Kultur, arbeiten in Baden-Württemberg gemeinsam für den Erfolg. Starke Tarifpartner sorgen für eine faire Beteiligung. So ist das Land zu einer der dynamischsten und gleichzeitig lebenswertesten Regionen der Welt geworden

Die Weltwirtschaft ist im Umbruch. Die Finanzwelt belastet die Unternehmen anstatt ihnen zu dienen. Heute erfolgreiche Geschäftsmodelle und Technologien sind kein Erfolgsrezept für morgen. Mobilität verändert sich, umwelt- und ressourcenschonendes Wirtschaften wird zur Notwendigkeit. Neue Ideen sind gefragt. Die Zukunftsressource heißt Bildung.

Wir haben die Wahl: heute vorausschauend handeln oder morgen das Nachsehen haben. Die Welt sucht neue Lösungen für Fortbewegung, Energie und Informationsverarbeitung. Unsere Startposition ist gut. Nirgendwo werden so viele Patente angemeldet wie hier. Aber entsteht aus Innovation auch Produktion und Beschäftigung? Die Technologie-Cluster waren ein erster Schritt. Welche werden folgen?

Es geht uns um den Menschen. Kapitalmarktorientierung und kurzfristige Renditeinteressen haben vielen Menschen die Perspektive geraubt. Menschen, die dringend gebraucht werden.

Die Wirtschaft braucht eine Kehrtwende. Schon 2020 fehlen Baden-Württemberg hunderttausende Fachkräfte. Trotzdem verlassen Jahr für Jahr Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Das Bildungssystem benachteiligt Kinder mit Migrationshintergrund und aus einkommensschwachen Familien. Und noch immer fehlen Bedingungen, wie Männer und Frauen Arbeit und Familie flexibler verbinden können.

Die Initiative Bildung und Beschäftigung fordert ein Zukunftskonzept für Baden-Württemberg. Eines, das Menschen in Verantwortung und Arbeit hält. Und das junge Menschen bestmöglich qualifiziert.

Im globalen Wettbewerb wird Baden-Württemberg nur erfolgreich bleiben, wenn wir alle mitnehmen. Vielfalt der sozialen und kulturellen Herkunft stärkt uns.

Wir setzen uns mit aller Kraft ein für gute Bildung, Chancengleichheit und sichere Beschäftigung mit Perspektive.

Für ein Baden-Württemberg, das seine Stärke aus den Menschen bezieht.

Für ein Baden-Württemberg der Fairness und der Zukunftschancen.

 




Good Old Europe – Aktives Altern – Arbeitsbeziehungen und demografischer Wandel

Die Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart war im Jahr 2010 Kooperationspartner des Projektes „Good Old Europe – Aktives Altern – Arbeitsbeziehungen und demografischer Wandel.

Im Rahmen dieses Projektes mit nationalen und transnationalen Partnern wurde ein Netzwerk von betrieblichen und gesellschaftlichen Akteuren aufgebaut: das Wissen über die Entwicklungstendenzen und Perspektiven „aktiven Alterns und Arbeitsbeziehungen im demografischen Wandel“ konnte dabei länderübergreifend erarbeitet und ausgetauscht werden; gleichzeitig wurden Lösungsansätze auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft.

Studienleiterin Dagmar Bürkhardt (Evangelische Akademie Bad Boll) hat dazu nachfolgenden Bericht verfasst:

Good Old Europe- Demografischer Wandel im europäischen Netzwerk

Von Dagmar Bürkardt

Sinkende Geburtenraten und steigende Lebensdauer: in Europa werden die Belegschaften älter. In den einzelnen Mitgliedstaaten wird die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des demografischen Wandels immer dringlicher – für die Unternehmen, für die betrieblichen Arbeitsbeziehungen und ebenso im Blick auf die Gestaltung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Beschäftigungspolitische Beschlüsse der Europäischen Union zielen deshalb auf eine höhere Beschäftigungsquote älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

Das war die Ausgangssituation für das Projekt »Good Old Europe – Aktives Altern, Arbeitsbeziehungen und demografischer Wandel«, das für ein Jahr von der Generaldirektion Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit der Europäischen Kommission gefördert und Ende November abgeschlossen wurde. Auf der Abschlusskonferenz am 29./30. November wurden in der Evangelischen Akademie Bad Boll Impulse aus der Wissenschaft und Diskussionsbeiträge der Kooperationspartner eingebracht und die Projektergebnisse gebündelt.

Ein zentrales Ziel des Projektes war der Aufbau eines europäischen Netzwerks von Experten – betrieblichen und gesellschaftlichen Akteuren, Gewerkschaftern und Wissenschaftlern. Die Kooperationspartner kamen aus Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kroatien, Deutschland und der Slowakei. Sie konnten Daten, Fakten, und Analysen, aber auch innovative Ansätze zur Gestaltung des demografischen Wandels und nicht zuletzt die aktuellen politischen Debatten in den einzelnen Ländern einbringen. So wurde Länder-übergreifendes Lernen möglich. Als spannend erwies sich die Tatsache, dass sich die Herausforderungen durch den demografischen Wandel überall ganz ähnlich stellen. Deutlich wurde aber auch, dass die Arbeitsbeziehungen und sozialen Systeme durch unterschiedliche Traditionen, Institutionen und Aushandlungsverfahren sowie ihre jeweiligen Beziehungen zum Staat geprägt werden.

Ein Ergebnis: Stellungnahme zum Grünbuch der EU Kommission

Aus Sicht der EU gilt die stärkere Einbindung älterer Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt als wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltigere wirtschaftliche und soziale Entwicklung in der EU. Zur Bewältigung des Rückgangs der Erwerbstätigkeit und der Alterung der Belegschaften in den nächsten Jahrzehnten hat die EU im Zuge der Ratsbeschlüsse von Lissabon (2000), Stockholm (2001) und Barcelona (2002) beschäftigungspolitische Beschlüsse gefasst, wonach die Beschäftigungsquote älterer Mitarbeiter/-innen (55-64 Jahre) bis zum Jahr 2010 auf 50% gesteigert und das durchschnittliche Renteneintrittsalter um fünf Jahre erhöht werden soll. In Deutschland trifft diese europäische Diskussion auf einen Zeitpunkt, zu dem eine Überprüfung der ›Rente mit 67‹ ansteht. Umstritten ist hier die Frage, wie sich die Chancen der Älteren auf dem Arbeitsmarkt darstellen.

Im Sommer 2010 wurde das aktuelle Grünbuch ›Angemessene, nachhaltige und sichere Pensions- und Rentensysteme‹, von der EU-Kommission vorgestellt und ist damit Ausgangspunkt eines europäischen Konsultationsprozesses. Es bot dem Netzwerk die Gelegenheit, Einschätzungen zusammenzutragen, Gemeinsamkeiten und unterschiedliche Positionen wahrzunehmen und untereinander abzustimmen. In mehreren europäischen Ländern ist das Thema brandaktuell, und es wird u.a. über eine Heraufsetzung des Rentenalters gestritten. Diese Strategie zur Sicherung der finanziellen Basis der staatlichen Systeme wird im Netzwerk kritisch bewertet. Zunächst müssten die Voraussetzungen gegeben sein, damit Ältere auf dem Arbeitsmarkt überhaupt eine Chance haben.

Tatsächlich gilt immer noch, dass Unternehmen in der Mehrzahl keine älteren Arbeitnehmer einstellen bzw. diese frühzeitig entlassen. Um überhaupt die bisher geltenden Altersgrenzen zu erreichen, müsse durch Bildung und Beratung aktive Beschäftigungspolitik betrieben werden, um die Möglichkeiten, länger im Erwerbsleben zu bleiben, zu verbessern. Gleichzeitig seien auch die Unternehmer herausgefordert: Gesundheitsförderliche, alters- und alternsgerechte Arbeitsbedingungen werden zukünftig immer wichtiger, ebenso wie Anstrengungen in der Weiterbildung.

Dagmar Bürkardt ist Studienleiterin der Evangelischen Akademie Bad Boll und gehört dem Netzwerk an.

Der Artikel von Dagmar Bürkhardt ist erschienen in:

SYM - Magazin der Evangelischen Akademie Bad Boll  4/2010, erschienen am 1.12.10

Auch online nachzulesen unter

 http://www.ev-akademie-boll.de/publikationen/akademie-magazin-sym  

Im Sommer 2011 werden die Ergebnisse des  in einem Sammelband publiziert und veröffentlicht.

Kooperationspartner im Projekt (National):

 -        Institut für Politikwissenschaft, Universität Tübingen

 -        Berufsbildungswerk ENAIP e.V., Stuttgart

 -        ACLI Baden-Württemberg

 -        DGB Baden-Württemberg

 -        Evangelische Akademie Bad Boll

 -        KAB der Diözese Rottenburg-Stuttgart

 -        Katholische Betriebsseelsorge Diözese Rottenburg-Stuttgart

Kooperationspartner im Projekt (Transnational):

 -        ACLI/ENAIP United Kingdom/London

 -        ACLI Italy (Roma)

 -        Ación Catholique Ouvrière (ACO) Toulouse

 -        CFTD Rhone-Alpes

 -        CISL Lombardia

 -        Grad Zagreb

 -        Institut Zamestnanosti, Bratislava

 -        CCOO de Catalunya, Barcelona

 -        Tandem Plus, Lille (France)

Good Old Europe – Aktives Altern – Arbeitsbeziehungen und demografischer Wandel 


Vom schnellen Geld zu

einer nachhaltigen

Wirtschaftsentwicklung

 

Prof. Dr. Peter Bofinger Universität Würzburg, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

Dienstag, 7. Dezember 2010

19.30 Uhr

Aula der Hochschule Esslingen

Mühlstraße 7

Kostenbeitrag:

ermäßigt 2,00 Euro (Schüler, Studenten, Arbeitslose)

5,00 Euro;

Weitere Informationen hier als PDF:


Große DGB-Jugend Party:

 

Neu und wiedergewählte Jugend- und AuszubildendenvertreterInnen (JAV) feiern die betriebliche Mitbestimmung

am 03.12. um 21 Uhr

im Landespavillon des

Stuttgarter Schlossparks.

 

Hier die Pressemitteilung als PDF:


Wind of Change

 

Auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen Wirtschaften, Arbeiten und Zusammenleben

am 25. - 26. November 2010 in der Ev. Akademie Bad Boll

 

Weitere Informationen in diesem Flyer als PDF:


Aktiv statt passiv – welche Zukunft haben Arbeitslose?

 

18.11. - 19.11.2010 im Haus der Wirtschaft

 

Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Arbeitslosigkeit europaweit zugenommen. Die Lücke zwischen der Anzahl arbeitsloser Menschen und der Anzahl an verfügbaren Arbeitsplätzen ist nochmals größer geworden.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung geht davon aus, dass bundesweit ca. 6 Millionen Arbeitsplätze fehlen. Noch bedrohlicher ist die Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit. Sie führt zu einer gespaltenen Gesellschaft: Arbeitslose mit Leistungseinschränkungen werden dauerhaft aus der Arbeitswelt ausgeschlossen.

Der Anspruch unserer Gesellschaft muss sein, neue Arbeitsplätze zu schaffen, statt Arbeitslose dauerhaft auszusortieren. Unser erstes Ziel ist, möglichst alle arbeitslosen Menschen in den regulären Arbeitsmarkt zu vermitteln. Jedoch muss akzeptiert werden, dass viele Menschen auch bei bester Konjunktur nicht mehr nachhaltig in Arbeit zu integrieren sind. Auch wenn der Grundsatz „Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren“ aus haushaltsrechtlichen Gründen der Bundesagentur für Arbeit bzw. des Bundes derzeit noch nicht umgesetzt werden kann, wäre die Umwandlung von Passiv- in Aktivleistungen ein kostenneutraler Weg, um Arbeitslosen eine Teilhabe am Erwerbsleben zu ermöglichen. Durch beschäftigungsschaffende Hilfen für die Betroffenen könnte der zunehmenden Langzeitarbeitslosigkeit entgegengewirkt werden. Arbeit gibt es in unserer Gesellschaft genügend. Gemeinwohlorientierte Beschäftigung mit langfristigen Förderzeiträumen für die einzelnen Arbeitslosen kann dazu beitragen, die Lebenssituation vieler BürgerInnen an ihrem Wohnort zu verbessern.

Mehr Informationen finden Sie im Flyer als PDF:


Zusammen arbeiten,

zusammen gehören?

 

Integration von Mitarbeitern verschiedener Religionen in Unternehmen

Einladung zum Dialog

Dienstag, 16. November 2010, 18:00 h

Haus der Katholischen Kirche Stuttgart,

Königstraße 7

 

weitere Informationen im PDF:


Deutschland in Schieflage

 

Kundgebung auf dem Schlossplatz in Stuttgart

am Samstag, den 13. November 2010 um 12.00 Uhr

 

Weitere Informationen finden Sie im Flyer als PDF:


Global denken - lokal handeln

 

Anforderungen an Fairness bei öffentlicher Vergabe

Montag, den 08.11.2010 von 19 - 21 Uhr im Alten Rathaus Esslingen

Mehr Informationen im Flyer als PDF:


Betriebs- und Personalräteempfang 2010 bei Bischof Dr. Gebhard Fürst

 

Am vergangenen Montag, den 27. September 2010 konnte Bischof Dr. Gebhard Fürst rund 65 Betriebs- und Personalrät/-innen sowie Vertreter der Betriebsseelsorge und der KAB aus der ganzen Diözese begrüßen, die seiner Einladung in das Bischofshaus nach Rottenburg gefolgt waren.

In seiner Begrüßung hob Bischof Fürst die besondere Bedeutung der Arbeitnehmervertreter/-innen für die abhängig Beschäftigten hervor. In einer Zeit „bleibender Verunsicherung und Sorge um einen guten und sicheren Arbeitsplatz“ komme den Betriebs- und Personalrät/-innen der Auftrag zu, sich in besonderer Weise – im Rahmen der Möglichkeiten des Betriebsverfassungsgesetzes - für die Rechte der Beschäftigten einzusetzen. Wörtlich betonte Bischof Dr. Fürst: „Mit großem zeitlichen und persönlichen Engagement setzen Sie sich für Ihre Kolleginnen und Kollegen ein und übernehmen hohe Verantwortung für sie und die Gestaltung der Unternehmenszukunft. Von Ihnen wird dabei fachliche Kompetenz, Geschick, Ausdauer, Konfliktfähigkeit und Mut gefordert. Diese Aufgabe ist gelebte Solidarität in der Arbeitswelt. Ich danke Ihnen allen für diese wichtige Arbeit....

Zuvor betonte Bischof Dr. Fürst die zentrale Bedeutung von Arbeit in unserer Gesellschaft, die zwar nicht nur Erwerbsarbeit und Existenzsicherung allein meine, sondern auch Sinnstiftung und Selbstverwirklichung bedeute. Gleichwohl stelle sie „den wichtigsten Zugang zur materiellen Existenzsicherung und zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dar“. Im Blick auf die Veränderungen in der Arbeitswelt kritisierte er die weiter fortschreitende Gefährdung von Teilen der Gesellschaft, dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu bleiben oder selbst durch Arbeit nicht vor Armut bzw. Amutsgefährdung geschützt zu sein. „Eine Kirche“, so Bischof Fürst, „die sich dem guten Leben verpflichtet weiß, können diese gesellschaftlichen Tendenzen nicht unberührt lassen. Große Sorgen muss uns der ausufernde Niedriglohnsektor und das Fehlen eines Mindestlohnes machen, der verhindere, dass legal Löhne unterhalb einer Lohndumpinggrenze abgeschlossen werden können.“ Unter Verweis auf die kath. Soziallehre forderte er, dass Menschen von ihrem Einkommen ein angemessenes Auskommen erzielen müssen.

Deutlich – auch im Blick auf die Auswüchse und Bewältigung der vergangenen Finanzkrise – formulierte Bischof Fürst: „Die Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Wirtschaft! Die Institutionen der Wirtschaft sind dazu da, dass Menschen in ihrem Leben Erfüllung finden und auch in schlechten Zeiten die Chancen an einer echten Teilhabe in der Gesellschaft für alle Menschen steigen. Deshalb müsse einer einseitig auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Weise des Wirtschaftens deutliche Grenzen gesetzt werden, damit Menschen nicht zu bloßen Objekten eines wirtschaftlichen Erfolges werden.“

Zum Abschluss wünschte Bischof Fürst den wieder- bzw. neugewählten Betriebs- und Personalrät/-innen alles Gute für Ihre wichtige Arbeit und sicherte Ihnen weiterhin die Unterstützung durch die Betriebsseelsorge und KAB der Diözese zu.

Im Anschluss an das Begrüßungswort fanden zwei Talkrunden statt. KAB Diözesansekretär Peter Niedergesäss diskutierte mit zwei Betriebsräten über die aktuelle Situation in der Zeitarbeiterbranche. Neben ‚equal pay’ und der Rückführung von Leiharbeit zu einem Instrument der kurzfristigen Abdeckung von Arbeitsspitzen wurde dabei die Forderung nach ‚equal treatment’(Gleichbehandlung z.B. hinsichtlich Bezahlung, Kantinenessen, Kleidung, Arbeitsplatz etc.)  erhoben, damit die Spaltung der Belegschaften in solche „erster“ und „zweiter Klasse“ ein Ende habe. Betriebsseelsorger Wolfgang Herrmann nahm mit zwei Vertretern aus der Einzelhandelsbranche die dortigen Arbeitssituationen unter die Lupe. Vor allem die Prekarisierung der Arbeit und das Auseinanderfallen der Belegschaften durch eine starke Zunahme von Teilzeitarbeit wurden dabei angesprochen. Eine angemessenere Entlohnung war auch hier eine der zentralen Forderungen.

Abschließend eröffnete Bischof Dr. Fürst das reichhaltige Buffet, an Stehtischen wurden  zahlreiche Gespräche mit ihm und untereinander geführt.

 




Kurz vor der Eröffnung...

Im Foyer, Bischof Dr. Fürst bei seiner Ansprache

Peter Niedergesäss (Mitte) mit Frank Schilling, Randstad, (links) und Jürgen Werner, Mercedes-Benz, (rechts) in der Talkrunde zum Thema Zeitarbeit

Wolfgang Herrmann mit Edeltraud Bihlmaier, Real-Markt Böblingen, und Dietmar Weigelt, Karstadt Leonberg, in der Talkrunde zum Thema Einzelhandel

Bischof Dr. Fürst mit Betriebsseelsorger Thomas Maile und Betriebsräten aus der Region Tuttlingen

Vom Elend nichts gewusst?

 

Discounter in Deutschland und Sozialstandards in Entwicklungsländern

 

am Mittwoch, den 03. November 2010 um 18.00 Uhr im GENO-Haus, Heilbronner Str. 41, 70191 Stuttgart

Weitere Informationen finden Sie im Flyer als PDF:


Migration und demokratische Entwicklung

 

Auswirkungen auf Ziel- und Herkunfsländer

Podiumsdiskussion in Kooperation mit dem Arnold-Bergstraesser-Institut am 22. Oktober 2010 in Stuttgart im Haus der Wirtschaft von 14.30 - 16.30 Uhr

Mehr Informationen im Flyer als PDF:


Gesprächsreihe: Christen und Muslime im Gespräch

 

Gerechter Lohn in Zeiten der Globalisierung

 

Donnerstag, 21. Oktober 2010, 19.30 Uhr

Esslingen, Yunus-Emre-Moschee, Rennstr. 9

 

 

Im Islam wird die Arbeit und der arbeitende Mensch hoch geschätzt. Esgibt ein Recht auf Arbeit, weil jeder Mensch die Möglichkeit haben muss, sich und seine Familie auf erlaubte Weise zu versorgen. Dabei entdecken Menschen ihre Kompetenzen und ihren Selbstwert. Gerechtigkeit ist die Grundlage der Beziehungen bei der Arbeit. Wirtschaftliche Gerechtigkeit ist geboten, damit nicht jemand hungrig bleibt, weil ein anderer ihm sein Recht nicht zukommen lässt. Arbeit muss angemessen entlohnt werden. Auch im Christentum gibt es ein Menschenrecht auf Arbeit. Erwerbsarbeit soll für Menschen den Zugang zu eigener Lebensvorsorge und zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Der Anspruch von Menschen auf Lebens-, Entfaltungs- und Beteiligungschancen wird zu einem Menschenrecht auf Arbeit. Arbeit verlangt ihren gerechten Lohn. Er sollte zum Lebensunterhalt ausreichen. Ein gerechter Lohn muss auch ein den kulturellen Standards gemäßes Leben ermöglichen. Mitbestimmungsregelungen und humane Arbeitsbedingungen müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Entfaltungs- und Beteiligungschancen einräumen. Wie dies unter den Bedingungen der Globalisierung gelingen kann und wo Menschen aus beiden Religionen sich für einen gerechten Lohn für alle einsetzen können, darum geht es bei diesem Gespräch.

 

 

Gesprächspartner:

 

Wolfgang Herrmann, Betriebsseelsorger in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

 

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Moderation: Adalbert Kuhn

 

 

Die Gesprächsreihe will dazu beitragen, gegenseitig den Glauben der anderen, ihre Religion, religiöse Bräuche, Alltagspraxis und auch kulturelle Hintergründe kennen zu lernen. In Respekt und Achtung voreinander hören wir auf die anderen und suchen das zu verstehen, was sie glauben, was ihnen wichtig ist. Ein Beitrag zur Begegnung, zum Verständnis und zum besseren Miteinander. Die Gespräche finden im Wechsel in der Yunus-Emre-Moschee, der Fatih-Moschee und kirchlichen Räumen statt.

 

Veranstalter:

Katholische und Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen in Zusammenarbeit mit keb Katholische Erwachsenenbildung und Evangelisches Bildungswerk Esslingen; Diyanet - Türkisch-Islamischer Kulturverein der Yunus Emre Moschee, Esslingen; Die Welt des Islam - Fatih-Moschee, Esslingen

 Mehr Informationen im Flyer als PDF-Datei:


Reichtum ist gewollt. Armut auch!

Plädoyer für eine gerechte Verteilung

 

Prof. Franz Segbers

Diakonischen Werk Hessen-Nassau, Professor für

Sozialethik am Fachbereich Evangelische Theologie der

Universität Marburg

Referatsleiter Ethik, Arbeit und Sozialpolitik beim

Dienstag, 12. Oktober 2010

19.30 Uhr

Esslingen, Stadtbücherei, Kutschersaal

Webergasse 4-6

5 €

2 € ermäßigt (Schüler, Studenten, Arbeitslose)

Veranstalter:

Arbeitskreis Ökonomie, in dem attac Esslingen,

Caritas Fils-Neckar-Alb, DGB, EBI,

Evangelisches Bildungswerk Esslingen,

Evangelischer Kirchenbezirk Esslingen,

Heimstatt Esslingen, keb Katholische

Erwachsenen-bildung Esslingen, Kreisdiakonie

Esslingen, Kulturzentrum Dieselstrasse und

vhs Esslingen zusammenarbeiten

Hier sind die aktuellen Informationen im Flyer:


Von Feuerwerken, Löschzügen und der Rechnung für die Armen

Globalisierungskritische Gespräche auf den Fildern

Donnerstag, den 07.10.2010 um 19.30 Uhr im Kath. Gemeindehaus, Rinnenbachstrasse 30, Ostfildern-Nellingen

 

Referent: Frieder Claus, Diakonisches Werk Württemberg

 

Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurden außerhalb von Kriegen mehr Werte vernichtet als in der jüngsten Finanzkrise. Die Dimension liegt dabei im Bereich von über 10 Billionen Dollar. Dabei waren die hohen Verluste vor dem Platzen der Blase vorher anderen als Gewinne zugeflossen. Die einfache Bevölkerung war an diesen Riesengewinnen nicht beteiligt, wird nach dem großen Feuerwerk aber für die Spielschulden und die Kosten staatlicher Löschaktionen zur Kasse gebeten. Sowohl national als international trifft es insbesondere die Armen mit Arbeitsplatzverlusten, Lohnverfall und Wegfall oder Kürzung von sozialen Leistungen durch einen überforderten Staat.

 

Frieder Claus, der Amutsexperte der württembergischen Diakonie und langjähriger Geschäftsführer des Vereins Heimstatt Esslingen, fragt nach den Zusamenhängen dieser grotesken Entwicklung, benennt Lösungsvorschläge für einen erforderlichen Schutz des Sozialen und die Heranziehung der großen Geldberge für den angerichteten Schaden.

Der Flyer zum Herunterladen:


„Die Spur der Reifen“ am 30.09.2010 in Sindelfingen

 

Anschließend Podiumsgespräch u. a. mit Betriebsseelsorger Walter Wedl (Böblingen) und dem Leiter des Fachbereiches Kirche und Arbeitswelt, Pfarrer Wolfgang Herrmann, der länger in Mexiko gearbeitet hat.

Die Spur der Reifen Michael Enger, D/Mexiko 2009, 99 min. Genre: Dokumentarfilm

Die Arbeiter des Reifenwerks Euzkadi in El Salto bei Guadalajara (Mexiko), einem Tochterunternehmen von Continental, haben Geschichte geschrieben. Drei Jahre lang streikten sie gegen die Werksschließung durch die deutsche Continental AG. Während die Konzernführung in Hannover den Protest zunächst ignorierte, organisierten die Arbeiter eine der wichtigsten gewerkschaftlichen Bewegungen der letzten Jahre. Mit Erfolg, denn in dem Werk rollen seit 2005 wieder Reifen vom Band. Der Betrieb wird inzwischen als Kooperative geführt und die Produktion in Selbstverwaltung organisiert. Aus kämpferischen Gewerkschaftlern wurden Miteigentümer – ein mühsamer Lernprozess, so Michael Enger, der den Kampf über 6 Jahre begleitete. Ein bemerkenswerter Film in der Diskussion über Globalisierung und Formen solidarischer Ökonomie.

 Nähe Infos über Ort / Zeit hier:

 Dokumentation des Protestes unter: Mexiko-Continental-Dokumentation

Flyer:




Erwerbslosen zu Ihrem Recht verhelfen Neues und Wichtiges zum SGB II

 

als Schulung für Mitarbeiter/-innen in Arbeitslosentreffs/-zentren und in Erwerbsloseninitiativen sowie der Sozialberatung von Beschäftigungsprojekten.

 

Ort der Veranstaltung: Hohenwart-Forum Pforzheim

Datum: 16./17.09.2010

 

Nähe Informationen + Anmeldeformular können dem Flyer entnommen werden, den Sie hier als download erhalten:


Aktionsbündnis „Köpfe gegen Kopfpauschale" gegründet: Breites gesellschaftliches Bündnis in Baden-Württemberg fordert Stopp der schwarz-gelben Pläne zur Gesundheitsreform 

 

In Baden-Württemberg hat sich ein breites Bündnis gegen die Kopfpauschale und die Gesundheitspolitik der schwarz-gelben Regierungskoalition gegründet. Dem Aktionsbündnis "Köpfe gegen Kopfpauschale" sind bis heute 10 Verbände beigetreten. Gemeinsam wollen sie Gegenwehr gegen die Pläne der Regierungskoalition zum Umbau des Gesundheitssystems organisieren. Diese bedeuten nach Auffassung des Bündnisses den "Einstieg in den Ausstieg aus der solidarischen Finanzierung des Gesundheitssystems".

 

Das Bündnis stellt diesen Plänen die Idee einer solidarischen Bürgerversicherung gegenüber - mit Beteiligung der Arbeitgeberseite, mit einer solidarischen Lastenverteilung, unter Einbeziehung von Einkommen, die nicht aus abhängiger Beschäftigung stammen und auch unter Einbeziehung der Privaten Krankenversicherung (PKV).

 

"Mit dem Aktionsbündnis wollen wir Menschen aus der Mitte der Gesellschaft aktivieren und dazu bewegen, sich öffentlich für mehr statt weniger Solidarität im Gesundheitssystem einzusetzen. Die Einführung von nach oben hin offenen Zusatzbeiträgen ist nichts anderes als eine Kopfpauschale. Rund 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind gegen die Einführung der Kopfpauschale - diese Tatsache muss die Regierungskoalition zur Kenntnis nehmen und ihre Pläne korrigieren", so der DGB-Landesvorsitzende Nikolaus Landgraf.

 

Das Aktionsbündnis "Köpfe gegen Kopfpauschale" hat sich auf Basis der angehängten Erklärung gegründet. Das Landes-Bündnis ist offen für weitere Unterstützer. Es besteht bisher aus folgenden Verbänden:

- Arbeiterwohlfahrt, Bezirksverbände Baden und Württemberg (AWO)

- Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmer-Organisationen in Baden

- Württemberg (ACA)

- Betriebsseelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

- Deutscher Gewerkschaftsbund, Bezirk Baden-Württemberg (DGB)

- Evangelische Arbeitnehmerschaft im Bereich der Ev. Landeskirche in  Baden e.V. (EAN)

- Föderation Demokratischer Arbeitervereine Baden-Württemberg (DIDF)

- Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, Diözesanverbände Freiburg und Rottenburg-Stuttgart (KAB)

- Landesfamilienrat Baden-Württemberg

- "NaturFreunde in Baden-Württemberg"

- Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V. (VdK)

Hier die Erklärung als PDF zum Herunterladen:

 

 


40 Jahre Betriebsseelsorge Ulm

 

Am Freitag, den 18.06.2010, feierte die Betriebsseelsorge in Ulm ihr 40jähriges Bestehen.

Nach einer Betriebsbesichtigung bei der Fa. Rampf gab es Ansprachen von Herrn Forster und Herrn Dr. Drumm.

Die Rede von Herrn Dr. Drumm hier als PDF:

Das Interview von Herrn Forster mit Frau Richter von der Homepage-Redaktion finden Sie hier als PDF:

oder auf der  Homepage:

Das Interview mit Diana Müller aus dem Sonntagsblatt finden Sie hier als PDF:


 

Wirtschaften für eine bessere Zukunft

 

Veranstaltung der Katholischen Betriebsseelsorge Tuttlingen / Rottweil, des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt Reutlingen und der DGB-Region Südbaden am 24.4.2010 in Tuttlingen

 

Am 16. September 2008 schauten Händler an der New Yorker Wallstreet fassungslos auf Nachrichten und Kurse. Am Tag zuvor war die Investmentbank Lehmann Brothers pleite gegangen. Nicht nur die Händler, die ganze Welt stand unter Schock. Nach einer kurzweiligen Phase der Krisenbewältigung durch staatliche Unterstützung für die Banken und des Innehaltens ist nun längst wieder Hochbetrieb im „Kasino“. Die Ausschüttungen an Banken und Dax-Vorstände sind wieder in exorbitant hoch. Die Gewinne werden privatisiert, die Verluste der andauernden Krise jedoch sozialisiert und letztlich dem Steuerzahler aufoktroyiert. Die Belastung der Realwirtschaft, die Verschuldung des Staates und die Einschränkung sowie Beschneidung der sozialen Sicherung hat die Masse der Bevölkerung auszubaden. Erste Volkswirtschaften (s. Griechenland) droht der Staatsbankrott, Kommunen auch in Deutschland stehen am Rande ihrer Zahlungsfähigkeit – auszubaden hat all das die Masse der Bevölkerung. Scheinbar hat sich nichts geändert. Versuche, das transnationale Spekulationsgebaren an den Finanzmärkten zu bändigen, scheitern beständig, so wieder am vergangenen Wochenende auf dem Gipfel der Finanzminister der G 20-Staaten in Washington.

Es wird Zeit, dass sich etwas ändert. Wie könnte die Zukunft einer solidarischen Gesellschaft aussehen?

Nach einer Begrüßung durch Betriebsseelsorger Thomas Maile begann Wolfgang Herrmann vom Fachbereich Kirche und Arbeitswelt-Betriebsseelsorge am Vormittag seinen Vortrag mit einer Diagnose der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise und zeigte mögliche Auswege auf. Im Mittelpunkt standen dabei Überlegungen für ein faires, solidarisches und nachhaltiges Wirtschaften für die Zukunft. Am Nachmittag besuchten die Seminarteilnehmer/-innen einen Vortrag von Werner Rätz (Attac), der u.a. Alternativen für die sozialen Sicherungssysteme in der Bundesrepublik ins Spiel brachte. Die Veranstaltung endete – moderiert von Wirtschafts- und Sozialpfarrer Jens Junginger -  mit einer Abschlussrunde und dem Versuch, erste einfache, umsetzbare Schritte für die Teilnehmer/-innen aufzuzeigen.

 

Nachfolgend das Thesenpapier von Betriebsseelsorger Wolfgang Herrmann und eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen vom Vormittag.

 Download als PDF



Wirtschafts- und Sozialpfarrer Jens Junginger, Betriebsseelsorger Thomas Maile, DGB-Regionssekretärin Anja Zeitz und Betriebsseelsorger Wolfgang Herrmann

„Arbeit im Umbruch"

 

als Thema der Jahrestagung von Religionslehrer/innen an beruflichen Schulen? - Die Teilnahme von annähernd 100 Religionslehrer/innen im Kloster Untermarchtal/ Donau zeigte den großen Informationsbedarf, aber auch das damit verbundene Bedürfnis, sich in den teils radikalen Veränderungen in der Arbeitswelt heute selber zu orientieren. Bei der in Kooperation mit der Betriebsseelsorge durchgeführten Tagung wurden auch 7 Unternehmen und Einrichtungen aus verschiedenen Branchen besucht; dabei lag der Schwerpunkt auf den Gesprächen mit Geschäftsleitung, Betriebs- oder Personalräten und v.a. den Ausbildungsleitern. Für die Teilnehmer/innen waren es wertvolle Einblicke und Begegnungen. Deutlich wurde, wie viele der Schüler/innen den derzeitigen Anforderungen gar nicht gewachsen sind und welche gemeinsame Aufgabe Schule/Religionsunterricht und Ausbildungsbetrieb da haben: junge Menschen befähigen und ermutigen…; die Bedingungen dafür sind allerdings manches Mal mehr als schwierig.

Autor: Alfons Forster

 

Foto: Rundgang der Gruppe über das Freigelände bei Liebherr Ehingen. Hier werden alle Krane vor der Auslieferung aufgebaut und intensiv geprüft.