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faire mobilität

 

Aktion auf dem Rastplatz Hohenlohe Süd am 13.11.2016

 

am Sonntag, den 13.11.2016  führt das DGB-Projekt Faire Mobilität eine Aktion für ausländische Fernfahrer am Rasthof Hohenlohe Süd (A6, 74632 Neuenstein) durch. Mit dabei sind Berater der Beratungsstellen von Faire Mobilität in Stuttgart und Frankfurt sowie Kollegen und Kolleginnen von ver.di, dem DGB und der Betriebsseelsorge Heilbronn. Mit der Aktion möchten wir gezielt LKW-Fahrer aus den mittel- und osteuropäischen EU-Staaten ansprechen und über Ihre Arbeitnehmerrechte informieren.

Die Aktion wird um 11.00 Uhr beginnen und voraussichtlich bis 15.00 Uhr oder 16.00 Uhr dauern.

 

Das DGB-Projekt Faire Mobilität unterstützt mobile Beschäftigte aus den mittel- und osteuropäischen EU-Staaten bei der Durchsetzung von gerechten Löhnen und fairen Arbeitsbedingungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Faire Mobilität hat bundesweit sieben Beratungsstellen, die mobilen Beschäftigten eine arbeits- und sozialrechtliche Beratung in deren Landessprachen bietet. In der Beratungsstelle in Stuttgart beraten Frau Stanislava Rupp und Frau Dr. Dorota Kempter in den Sprachen Deutsch, Englisch, Polnisch und Tschechisch. Kooperationspartner in Stuttgart ist die Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Viele Ratsuchende, die sich an uns wenden, sind von Arbeitsausbeutung betroffen. Häufig kommt es vor, dass die ihnen zustehenden Löhne nicht gezahlt werden oder nur ein Teil davon. Weitere Informationen über unsere Arbeit finden Sie auf unserer Internetseite

 


Aktionstag "Lebensstandardsichernde Rente" 

 

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Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart

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Positionspapier der Betriebsseelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgartzum Thema Rüstungsproduktion und Rüstungsexporte

 

Für eine Kultur des Friedens – gegen eine Kultur des Todes

 

Die Welt ist in Aufruhr. In Syrien, im Irak, Afghanistan, im Südsudan und zahlreichen anderen Ländern unseres Planeten toben gewaltsame Konflikte oder Kriege. Ganze Regionen versinken in gewaltsamen Auseinandersetzungen, die täglich tausende von Menschenleben fordern, Menschen ihrer Lebensgrundlagen berauben und Flucht und Vertreibung zur Folge haben.

 

Ein Skandal, der zum Himmel schreit.

 

In diesen gewaltsamen Auseinandersetzungen werden selbst elementarste Menschenrechte missachtet bzw. bewusst gebrochen. Die internationale Staatengemeinschaft und ihre Institutionen wie die Vereinten Nationen agieren hilflos, zerrieben und viel zu oft blockiert von individuellen Machtinteressen regionaler und weltweiter (Hegemonial-)Mächte.

 

Es herrscht eine Kultur des Todes.

 

Eine Konsequenz dieser Kultur des Todes stellen die zunehmenden Flüchtlingsströme da. Weltweit – so eine Schätzung – befinden sich aktuell mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Viele davon suchen in diesen Tagen Schutz und neue Heimat auch in der EU und in unserem Land.

 

Einer der Gründe für die Zunahme kriegerischer Konflikte ist im weltweiten Export von Waffen und Kriegs- bzw. Rüstungstechnik in viele Krisenregionen unserer Erde zu suchen.

 

Deutsche Rüstungsunternehmen gehören zu den weltweit größten Exporteuren von Kriegswaffen und sonstiger Rüstungsgüter. Damit tragen diese Unternehmen und unser Land eine wesentliche Schuld am Elend und Tod zahlloser Menschen.

 

Bis heute ist der Tod ein „Meister aus Deutschland“.

 

Nicht zuletzt im Blick auf die besondere Verantwortung unseres Landes, das im vergangenen Jahrhundert Ausgangspunkt zweier menschenverachtender Weltkriege war, stellt auch das einen Skandal dar, der zum Himmel schreit.

 

Auch die Bundesregierung steht in der Verantwortung. Sie genehmigt immer wieder den Export von Rüstungs- und Kriegstechnik sowie Rüstungslizenzen in Krisenregionen unserer Erde. Selbst Länder, die von diktatorischen Regimen geführt werden und/oder selbst Teil des Terrors sind (z.B. Saudi-Arabien, die VAE, Bahrein, Quatar), werden davon nicht ausgenommen.

 

Die parlamentarische Kontrolle bisheriger Regelungen zur Begrenzung von Rüstungsexporten hat sich als völlig unzureichend erwiesen, wie die Waffenlieferung von G 36 Gewehren der Firma Heckler & Koch aus unserer Diözese Rottenburg-Stuttgart nach Mexiko gezeigt hat.

 

Als Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Teil unserer Kirche stehen wir für eine Kultur des Friedens.

 

Uns inspiriert die befreiende Botschaft Gottes, der das Leben für die Menschen will, ein Leben in Fülle für alle Menschen (Joh 10.10).

 

Wir glauben nicht an eine Lösung weltweiter Konflikte und Kriege durch ein neues militärisches Wettrüsten und den Einsatz von Waffen und Kriegstechnik. Wir setzen uns ein für eine Kultur des Friedens, in der Waffen zu Pflugscharen geschmiedet werden und Menschen dort, wo sie leben, Zukunft haben (vgl. Micha 4,1-4).

 

Wir fordern von der Europäischen Union - Trägerin des Friedensnobelpreises 2012 - ein sofortiges uneingeschränktes Verbot von Rüstungsexporten und Lizenzvergaben zur Produktion von Rüstungsgütern in menschenrechtsverletzenden und kriegsführenden Staaten sowie mittelfristig ein vollständiges Verbot von Rüstungsexporten.

 

Wir sehen unsere Bundesregierung in der Pflicht, sich nachhaltig für die Überwindung von Kriegs- und Fluchtursachen einzusetzen und herrschende Konflikte mit zivilen Mitteln zu lösen. Statt der geplanten Erhöhung der Ausgaben für Waffen- und Rüstungstechnik in den kommenden Jahren muss sie endlich die Selbstverpflichtung umsetzen, mindestens 0,7 % des Bruttonationaleinkommens für öffentliche Entwicklungsaufgaben einzusetzen.

 

Ziel des Engagements der Bundesregierung muss der Einsatz für eine weltweite gerechte Wirtschaftsordnung sein, einer Wirtschaft, die nicht tötet (vgl. EG 53), sondern Menschen eine Zukunft eröffnet.

 

 

Wir schließen uns unseren Kolleg/-innen der IG Metall an, die in ihrer Resolution auf der Delegiertenkonferenz in Stuttgart am 20. September 2014 eine schrittweise Konversion der Rüstungsindustrie fordern. Statt hohe Investitionen in immer teurere Rüstungstechnologien zu stecken, müssen diese Mittel sinnvollen, gemeinwohl-orientierten Zwecken zugeführt werden (Bildung, Gesundheit, Entwicklung, Infrastruktur...). Das ist nötig und möglich. Mögliche Arbeitsplatzverluste kann der Arbeitsmarkt gut auffangen bzw. kann durch die staatliche Unterstützung von Konversionsprojekten abgefedert werden.

Wir Betriebsseelsorger/-innen haben Kontakte zu Kolleg/-innen in Rüstungs-unternehmen. Wir verstehen die Ängste und Sorgen der Kolleg/-innen in den Betrieben um ihren Arbeitsplatz. Deshalb wollen wir notwendige Konversionsdebatten in den Betrieben mit den Kolleg/-innen im Vertrauen darauf führen, dass unter den Beschäftigten viel „Kompetenz der Betroffenen“ anzutreffen ist, wie diese Konversion gelingen kann. Hier können sie sich einbringen – letztlich liegt die Verantwortung für das tödliche Geschäft aus unserer Sicht jedoch wesentlich bei den Unternehmen und der Politik!

Wir Betriebsseelsorger/-innen verpflichten uns, mit den politischen Vertreter/-innen den Kontakt zu suchen, um das politische Ziel der Konversion von Rüstungsunter-nehmen in Zukunftsunternehmen zu erreichen.

 

Als Betriebsseelsorge sind wir Teil der Friedensbewegung und engagieren uns mit weiteren Bündnispartner/-innen wie Pax Christi und Ohne Rüstung Leben (ORL), wo immer möglich, gegen eine Kultur des Todes und für eine Kultur des Friedens.

 

 

Stuttgart, den 22.06.2016

 

Das Team der Betriebsseelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

 

 


Eindrücke von unserem Mobbing Kongess 2016 in Bad Boll




Es war wieder eine sehr interessante, spannende Veranstaltung bei der es u.a. auch zu heißen Diskussionen kam.

Wir danken allen Teilnehmerinnen undTeilnehmern, Referentinnen und Referenten, sowie den Vertreterinnen und Vertretern von Gewerkschaften und Südwestmetall für ihre rege Mitarbeit beim Kongress!



Die Referentinnen und Referenten der Workshops

Prof.Dr.Dieter Zapf, Eva Ghering, Karl-Heinrich Behringer, Dr.Josef Schwickerath, Alexandra Theiler

Prof.Dr.Zapf, der für den erkrankten Herrn Deusch einsprang, ging in dem Workshop nochmals auf Fragen zu seinem Referat ein

Im Workshop von Dr.Josef Schwickerath ging es um Beispiele aus der Therapiepraxis

Karl Heinrich Behringer brachte in seinem Workshop den Teilnehmern "REPLIEKA"näher

Bei Eva Gehring von der Konflikthotline wurde aktiv mitgearbeitet

Alexandra Theiler von der Unfallkasse Baden Württemberg

Alexandra Theiler



Dr. Martin Wolmerath bei seinem Referat über Grenzen und Möglichkeiten juristischer Werkzeuge

Prof.Dr.Dieter Zapf referiert über Mobbing in der neuen Arbeitswelt







Unsere Gäste in der Diskussionsrunde

v.links Martin Zahner (Tagungsleitung BS),Dr.Gerhard Bort,Monika Lersmacher (IG Metall),Leni Breymaier(ver.di),Kai Schweppe(Südwestmetall),Klaus-Peter Spohn-Logé (Tagungsleitung KDA)

Dr.Gerhard Bort (Ministerium f. Arbeit u. Sozialordnung,Familie, Frauen u. Senioren Baden Württemberg)

v.l. Josef Krebs (Tagungsleitung) und Christian Gojowczyk (Tagungsleitung)



Javier Herrera begeisterte uns am Freitagabend mit kubanischen Klängen

Mal laut, mal leise...



Schlussworte von Pfarrerin Karin Uhlmann (Tagungsleitung KDA)


Ausstellungen







Betriebsseelsorge bezieht Stellung


Links zu aktuellen Themen

 

Resolution Hartz IV

 

Resolution Post

 

Resolution Sozialwesen

 

Resolution TTIP


Warnstreiks der IG Metall Heilbronn/Neckarsulm 2015



Warnstreik am 18.02.15 in Neckarsulm bei KS Kolbenschmidt und am Freitag den 20.02.15 am Telefunkenpark in Heilbronn, jeweils mit Redebeitrag. Foto © Joe Röttgers

Kundgebungen IG Metall am 18. und am 20.02.2105 bei Kolbenschmidt und am Telefunkenpark

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, ich grüße euch sehr herzlich und unterstütze eure Anliegen und Forderungen.

„Billig-billig-billig“ . Diese Tendenz durchzieht viele Lebensbereiche, von den Nahrungsmitteln, über die Kleidung, über Billigflieger bis hin zur Arbeit.

In weiten Teilen ist die Arbeit zu einem Discountartikel verkommen. Die Kehrseite der glitzernden Konsumwelt ist eine Parallelwelt, in der Menschen ausgebeutet, von Schlepperbanden auf dem Arbeitsmarkt zu unwürdigen und sklavenähnlichen Bedingungen angeboten werden und durch unmenschliche Arbeitssituationen mit ihrem Leben bezahlen (Bau der Stadien in Katar, einem der reichsten Länder der Erde).

So ist Arbeit kein gutes Lebensmittel. Sie reicht nicht zum Leben, und eine Alterssicherung ist erst recht nicht möglich. Oft sehe ich, wenn ich früh morgens mit dem Bus Linie fahre Menschen, auch Rentner mit einer Taschenlampe die Wege entlang gehen und Zeitungen austragen, als kleiner Zuverdienst.

Wie skandalös billige Lebensmittel produziert werden, ob in Massentierhaltung, oder durch viele künstliche Zusätze in Produkten, wird immer wieder bekannt durch die Medien.

Ebenso ist die Billigarbeit oder die Arbeit, die durch Leistungsverdichtung die letzten Kräfte aus einem Menschen saugt und ihn zusammenbrechen lässt, ein Skandal. In einem Land, in dem es Geld im Überfluss gibt, ist es eine Schande, dass in Stuttgart über 700 Kinder auf der Straße leben müssen.

Hier Gerechtigkeit einzufordern, zu fordern, dass Arbeit gut bezahlt wird, dass Bildungszeiten möglich sind und die Alterssicherung steht, dazu ist die Solidarität nötig, wie ihr sie hier und jetzt zeigt. Es wäre nicht auszudenken, wie die Arbeitswelt ohne gewerkschaftliches Engagement aussehen würde. Das Kapital hätte alle Macht der Ausbeutung in der Hand.

Deshalb ist es wichtig gegen solche Entwicklungen Widerstand zu leisten, Billigkeit, Lohndumping und Ausbeutung nicht hinzunehmen, sondern einzutreten für angemessene Entlohnung und sichere Altersvorsorge, solidarisch sein für Menschlichkeit und Würde.

Es gibt nichts Wertvolleres als das Leben. Hier möchte ich an einen kämpferischen und aufrechten Kollegen erinnern, der am Montag gestorben ist: Horst Söll, ehemals BRVors. VolvoBusse Drögmöller.

10 Jahre haben er, die Kolleginnen und Kollegen zusammen mit der IG Metall die Schließung der FA. verhindern können. Seinen letzten Kampf gegen die Krankheit hat er über zwei Jahre lang durchgehalten. Dann hatte er keine Kraft mehr. Beim Jubiläum der BS HN am 15.11.2014 hat er noch eine eindrucksvolle Rede gehalten.

Denken wir an ihn und an alle, die gekämpft haben, kämpfen wir weiter für eine humane Arbeitswelt. Kein Billiglohn, kein Dumping bei Lohn und Arbeitsbedingungen, keine Entwürdigung. Denn das Leben und der Mensch ist mehr wert als alles Kapital der Welt.

DANKE, liebe Kolleginnen und Kollegen.

 




Teilnahme an der großen Kundgebung am 23.02.15 auf dem Marktplatz in Neckarsulm. Foto © Joe Röttgers


40 Jahre Betriebsseelsorge Heilbronn

 

Am 15. November war es soweit. Wir luden ein und Freunde und Verbündete der Betriebsseelsorge kamen zahlreich. Es war für uns etwas ganz Besonderes und wir waren sehr glücklich, dass so viele bereit waren über ihre Geschichten und Erlebnisse mit Karl Keicher und Josef Krebs zu erzählen.

Hier haben wir einige Impressionen über unseren Ehrentag gesammelt. Freundlicherweise haben unsere Referenten uns ihre Redebeiträge zur Veröffentlichung auf unserer Homepage zur Verfügung gestellt.





Noch ist niemand da...



...die ersten Gäste trudeln ein

Betriebsseelsorger Josef Krebs begrüßt unsere Gäste


Begrüßungsworte Josef Krebs

 

Begrüßung:

Traudl, Johanna, Erhard

Kolleginnen und Kollegen der BS (ehem. u. jetzige), des Netzwerkes Arbeitswelt und der FFP Grüße von Wolfgang Gauckler, Wolfgang Herrmann, Dr. Drumm, Guido, Peter, und Thomas

Kolleginnen und Kollegen vom KDA

Kolleginnen und Kollegen vom ersten Stock Dekanatsgeschäftsstelle, keb, Jugendreferat, KAB, ebenso die ehemaligen Kollegen und Kolleginnen aus der Herbststrasse, bis vor über fünf Jahren der Arbeitsort, sowie die Vertreter der anderen Dienststellen hier im Haus, Caritas und Verwaltungszentrum (ehem. Hermann Storz

Regina Herr, Catering, und Viktor Förderer, Hausmeister, hat heute Nacht den Saal gerichtet

Die Kolleginnen und Kollegen von der Stadt HN , von Audi, CNH, Atmel, J.A.Becker, Kolbenschmidt, Bosch, Volvo Busse Drögmöller( + September 2005 , Horst Söll) und von der Fa. GROSS, bei der ich seit 9 Jahren als Aushilfsfahrer und seit der letzten BR-Wahl als BR-Vors. tätig bin. Mit hier ist Andreas Kühner, der Juniorchef.

Von den Gewerkschaften: Silke Ortwein (DGB), Marianne Kugler-Wendt (ver.di), Rudolf Luz (IG Metall), beide treffen wir später im Gewerkschaftshaus.

Anne Kress von der Mitternachtsmission und vom Bündnis MILAN für faire Arbeitsbedingungen und gegen Arbeitsausbeutung und Menschenhandel im Pflegebereich

Pfarrer Michael Donnerbauer, stellv. Dekan und Frau Zirker vom geschäftsführenden Ausschuss des Dekanatsrates

Die Vertreter der KAB

 

Seid alle herzlich willkommen !!!!!

 

Jubiläum 40 Jahre BS HN:

Vor 15 Jahren war das letzte Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen der BS HN. Zusammen mit seiner Frau Traudl , seiner Familie und vielen anderen hat Karl Keicher, mein Vorgänger, dieses Jubiläum mit der Feier vom 60. Geburtstag der beiden verbunden. Ein Jahr später im Oktober des Jahres 2000 ist Karl gestorben.

Und deshalb gehört mit zu unserem Jubiläum heute ein freundschaftliches und dankbares Denken an das leben und arbeiten von Karl Keicher mit dazu. Freude , Leid, Kampf, Niederlagen, Hoffnungen und Enttäuschungen, all das gehört mit in die Geschichte von Karl und Traudl mit ihrer Familie, ebenso in die Geschichte der BS.

So ist heute vor einem Jahr mein Vater überraschend gestorben. Mit ihm gab es einen Bezug zur Fa. J.A.Becker. Bei meiner Amtseinführung hat er sich als ehemaliger Metallschleifer für die Firma sehr interessiert und ist durch die Halle gegangen und hat sich alles angeschaut. Ebenso hat er sich sehr für meine Busfahrertätigkeit interessiert und bei Besuchen immer wieder nachgefragt: „Musst Du morgen wieder so früh aufstehen und fahren?“

Und deshalb ist es schön, dass ihr da seid: Traudl mit der Tochter Johanna und dem Sohn Erhard. Traudl und Johanna sind der BS bis heute verbunden. Traudl war zusammen mit Werner Schrott, Karl Rank, Karin Aschauer und mir in der Vorbereitungsgruppe für dieses Fest.

Im Laufe des Festes werden wir noch Verschiedenes hören und sehen.

Eine Geschichte werden wir schon nachher hören, noch hier im Saal, die Geschichte des Kampfes um den Erhalt der Fa. VOLVO Busse Drögmöller (Stellwand).

Horst Söll, damals BR-Vors., wird dazu nachher sprechen. Und es ist gut, dass Du da bist. 10 Jahre lang habt ihr die Schließung des Werkes verhindert. Habt gegen VOLVO Widerstand geleistet und gekämpft zusammen mit der IG Metall, Werner Schrott und der Betriebsseelsorge. Heute kämpfst Du um Dein Leben, kämpfst gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs. Dass Du sofort zugesagt hast, dass Du die Kraft mobilisiert hast, hier zu sein, ehrt und berührt mich sehr. Danke dafür.

 

Wir nicht den ganzen Nachmittag hier sein werden, sondern uns tatsächlich auf die Reise machen, wie ihr es aus dem Programm entnehmen könnt zu wichtigen Stationen in der Arbeit von Karl Keicher und mir und zwar mit zwei Bussen der Fa. GROSS. Dieter Müller und Peter Thomezcek werden die Busse fahren.

Deshalb möchte ich jetzt schon „Danke“ sagen an alle, die mitarbeiten, die unterstützen und ohne die unsere Arbeit in der Betriebsseelsorge nicht möglich wäre: -3-

-3-

Der Dank drückt sich in zwei Symbolen aus: in Brot und Rosen, ein Lied, das ihr auf der Rückseite findet und das wir nachher singen werden.

Brot sind in diesem Fall die Springerle an jedem Platz mit dem Logo der BS. Die Springerle sind ein Geschenk der BS BB und wurden von Franziska Grimm, Mitarbeiterin in der Betriebsseelsorge Böblingen gebacken. Sie hat sie dann zusammen mit dem Spruch zum Jubiläum verpackt. DANKE !!!!!!!

 

Die Rosen symbolisieren all das, was außer Brot noch lebensnotwendig ist: Liebe, Respekt, Würde, Achtung und vieles mehr. So sehr dieses Lebensnotwendige heute in der Arbeitswelt oft mit Füßen getreten wird und wogegen im Lied protestiert wird, so sehr ist dafür zu danken, da wo es gelebt wird:

Traudl, Johanna, Erhard (Tradition des BS Teams im Oktober oder November während des Teamtreffens zu Karl ans Grab in Erlenbach zu fahren.)

Horst Söll

Karin, Carmen, Gabi, Regina, Viktor

Franziska, Claudia, Renate

Ingrid Brokelmann, Claudia Zimmermann

Ariane, Ingrid, Ingrid, Frau Schütterle

 

 

Bevor wir weitere Reden Hören von unserem früheren Chef Paul Schobel und meinem Kollegen aus Ravensburg Werner Langenbacher singen wir „Brot und Rosen“

 



Norbert Hackmann begleitet die singenden Betriebsseelsorger der Diözese Rottenburg Stuttgart und Irene Anic am Flügel



Pfarrer Paul Schobel

In Erinnerung an Karl Keicher


Paul Schobels Ansprache

40 Jahre Betriebsseelsorge Heilbronn

 

1. Einführung:

 

 Die Geschichte und die Geschicke der BS Heilbronn sind unmittelbar verbunden mit einem Namen, einer Person, nämlich Karl Keicher, vor dem wir uns in Hochachtung verneigen.

 Soviel kann man aus den Anfängen verraten. Wolfgang Gaugler, der sich heute leider aus Alters- und gesundheitlichen Gründen entschuldigen muss, könnte das viel unmittelbarer erzählen: Es war Anfang der 70er Jahre im Gemeindehaus von Erlenbach, als die beiden sich zum erstenmal bei einer KAB-Veranstaltung tief in die Augen blickten und sich danach nicht mehr aus den Augen verloren.

 Für Wolfgang war es wohl „Liebe auf den ersten Blick“. Der Betriebsseelsorger hatte an diesem jungen Betriebsrat bei Audi „einen Narren gefressen“, der dort mit einigen Gesinnungsgenossen subversiv den Aufstand probte.

 Und dann geschah Unglaubliches: Der junge Familienvater kündigte seinen sicheren Job bei Audi und war bereit, Neuland zu betreten. Auf wackligen Planken im „Schifflein Petri“. Ob das gut gehen würde? Es ging gut, weil er Dich, liebe Traudel und die ganze Familie an seiner Seite wusste.

 1974 war es dann soweit: Nach Ulm und Böblingen konnte mit Karl die BS Heilbronn an den Start gehen. Fragt nicht, was da an Konflikten und Mühen zuvor auszuhalten war. Denn die Kirchenleitung war von der Notwendigkeit einer spezialisierten Betriebsseelsorge alles andere als überzeugt. (Ich selbst wurde ja aus einem schweren Konflikt heraus gezeugt.)

 Karl hatte sich für das Diakonat entschieden und lebte diesen Auftrag sein Leben lang glaubwürdig – eben nicht als „Liturgischer Kleiderständer“, wie er gerne spöttisch bemerkte, sondern so, wie wir dieses Amt aus der Urgemeinde kennen: Als Fürsorger und Begleiter der Armen, zuständig für die „Kloane“ (O-Ton).

 In seiner unnachahmlichen Art hat Karl das junge BS-Team immer wieder geerdet, uns auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn wir waren ja alle ideologisch unter Hochspannung in den Nach-68er-Jahren.

 Dank sage ich der ganzen Familie Keicher: Ihr seid uns allen in der Betriebsseelsorge ans Herz gewachsen. Wir sind Freunde geworden und geblieben. Ohne dieses intakte Umfeld hätte Karl nicht durchhalten können, was da begonnen worden war. Was uns alle getragen hat, war diese Freundschaft. Was haben wir miteinander gelacht und gefeiert.

 Wobei in Heilbronn zum Glück vieles anders und besser lief als andernorts: Die KAB geriet nicht in Panik, als ein Betriebsseelsorger aufzog – im Gegenteil. Karl war ja einer der Ihren. Das Kath. Volksbüro mit Werner Reiter sah im Betriebsseelsorger keinen Eindringling ins eigene Reservat, sondern unterstützte und förderte die BS mit aller Macht. Die ökumenische Zusammenarbeit wurde über Jahrzehnte hinweg zur verbindenden Freundschaft. Und bald wuchs auch zusammen, was zusammengehört, nämlich Kirche und Gewerkschaften.

 Vierzig lange Jahre geht das nun schon so. Karl hat die Früchte seiner Arbeit nicht mehr so ernten und genießen können und dürfen, wie er es ihm gegönnt und er es verdient hätte. Der Abschied von ihm fiel uns damals entsetzlich schwer. Längst aber haben nun die Erben den Hof übernommen, die Felder bestellt, sind in seine Fußspuren eingetreten und gehen den Weg mutig voran.

 

Die BS ist an zwei Markenzeichen zu erkennen: An der Anwaltschaft und der Prophetie.

 

2. Die Markenzeichen der Betriebsseelsorge

2. 1 Anwaltschaft

 

 Die Arbeitswelt ist im real-existierenden Kapitalismus zum Schlachtfeld geworden. Nirgendwo wird soviel gelitten und gestritten. Krachend zerschellen ganze Lebensentwürfe, wenn Menschen die Arbeit aus der Hand geschlagen wird. Die Demütigung ist oft schlimmer als der materielle Schaden. Ein Ernstfall für Seelsorge. Wir müssen für diese Menschen die erste Adresse sein, sie auffangen, trösten, beraten und begleiten. Die Erwerbslosen werden heute in der scheinbaren Vollbeschäftigung gar nicht mehr wahr- oder vor allem nicht mehr ernst genommen. Diese Gesellschaft hat sich längst mit einem festen Kern hartnäckiger Langzeitarbeitslosigkeit abgefunden. Die Betroffenen werden ausgehalten auf niedrigstem Niveau, oft noch verdächtigt und beleidigt, abgeschoben ins gesellschaftliche Abseits. Ihnen nahe zu sein, ihnen Gesicht und Stimme zu verleihen, bleibt unser Auftrag. Und daran müssen wir uns messen lassen.

 

 Anwaltschaft brauchen heute aber auch jene, die in der Erwerbsarbeit verbrennen und deren Leben darin ausglüht, bis am Ende nur noch ein hässliches Gerippe übrig bleibt. Die Überlasteten, Überforderten, Enteigneten, die in eine neue Form von Sklaverei geraten sind – rund um die Uhr und rund um den Globus.

 

 Vergessen wir nicht die Gemobbten und Gefoppten, die im tödlichen Wettbewerb am und um den Arbeitsplatz nicht mithalten, weil sie zu schwach oder zu ehrlich oder zu anständig sind.

 

Die Liste ist nicht vollständig. Aber eines ist klar: Die BS muss erkennbar, erfahrbar werden an der Seite derer, die heute die „Mühseligen und Beladenen“ des Evangeliums sind, an der Seite derer, die heute die Lieblinge Jesu wären. Die müssen sich in der BS zuhause fühlen können. Zwar stehen wir da mit leeren Händen. Wir verfügen über keine Arbeitsplätze, haben kaum Finanzmittel und vor allem keine Machtmittel in der Hand, um diesem kapitalistischen Treiben Einhalt zu gebieten und wirksam einzugreifen. Uns geht es wie Petrus in der Apostelgeschichte – einer meiner Lieblingsgeschichten. Er wird von einem Gelähmten auf dem Weg in den Tempel angebettelt. Petrus gibt ihm zur Antwort: „Gold und Silber haben wir nicht, aber ich sage dir, steh auf...“ Steh auf – sagen wir den Geknickten und auch den Eingeknickten. Ihr habt Rechte und Würde. Ihr seid zum aufrechten Gang geboren.

 

2. 2 Prophetie

Das zweite Markenzeichen der BS ist die Prophetie. So sehr wir in die Barmherzigkeit investieren, Menschen in der Not der Arbeit und Arbeitslosigkeit nahe sind, so wenig dürfen wir uns in ihr verlieren. Allein als barmherzige Samariter unterwegs, wären wir von allen Seiten wohl gelitten. Der Wirtschaft könnte nichts Besseres passieren, als dass wir ihre Opfer aufpäppeln, der Politik nicht minder, dann bräuchte sie sich nicht um die Ausgegrenzten bemühen. Auch die Kirche zeigt uns ja gerne vor und kann mit uns reputieren. Wir aber dürfen nicht schweigen über das, was wir sehen, hören und fühlen. Barmherzigkeit schreit nach Gerechtigkeit!

 

 Wir werden uns niemals mit einem Wirtschaftssystem arrangieren, das nur noch die Mehrung der Renditen verfolgt, statt gutes Leben für alle zu organisieren. Mit einem Finanzsystem, das sich losreißt von der realen Wirtschaft und Geld aus Luft schöpft. Es darf nie mehr passieren, dass die Arbeitenden und die Armen, die Steuerzahler und die Sparer Banken retten, und die ihren Unfug ungestört weiter treiben. Wir müssen demaskieren, schockieren, lamentieren, demonstrieren gegen diesen Kapitalismus, der das Gemeinwohl dem Eigennutz opfert und der zu diesem Zweck die Arbeit instrumentalisiert und ausquetscht wie eine Zitrone. Kapitalismus ist Sünde! Davon ist auch Papst Franziskus überzeugt: „Diese Wirtschaft tötet“, sagt er. Und wir wissen: Gier geht bekanntlich über Leichen.

 

 Wir werden der Politik auf die Nerven gehen. Sie verweigert ihren eigentlichen Auftrag, nämlich für sozialen Ausgleich zu sorgen. Sie lässt zu, dass die starken Pferde sich von der Deichsel losreißen und den Karren im Dreck stehen lassen. Sie nimmt hin, dass 10 % der reichsten Haushalte weit über 60 % des gesamten Volksvermögens verfügen und inzwischen fast 16 % der Bevölkerung von Armut bedroht oder bereits betroffen ist.

Sie lässt zu und befördert sogar den Wertezerfall der Arbeit über Leiharbeit und Werkverträge, Befristung, Mini-Jobs und Niedriglöhne und geht selbst noch mit schlechtem Beispiel voran. Ungeachtet der Folgen, dass Belegschaften sich spalten – das ist ja sicher mit gewollt! - und uns nun eine katastrophale Lawine von Altersarmut überrollt.

 

 Wir werden nicht zuletzt auch immer wieder unserer Kirche/unseren Kirchen lästig sein – bis sie endlich wieder erkennen und sich dem bekennen, auf den sie sich berufen. Dass sie sich bewusst werden, woher sie kommen, wer sie eigentlich sind und wohin sie gehören: An die Seite der Schwachen und Bedrängten. Das schulden sie dem, der Armen „frohe Botschaft“ bringt, der Kranke aufrichtet und heilt und der sich selbst angelegt hat mit den Mächtigen und Frommen. Die Kirchen müssen viel unberechenbarer, viel gefährlicher, viel subversiver werden.

 

Keine Frage: Prophetisches Reden und Handeln spiegeln die etwas unkommode Seite unseres Auftrags. Es gibt Schöneres, als überall anzuecken. Aber es ist auch ein verdammt gutes Gefühl, für die Sache der Gerechtigkeit einzutreten – jenseits aller Angeberei - schlicht, überzeugend und glaubwürdig. Das entwaffnet unsere Gegner.

In der Betriebsseelsorge müssen Anwaltschaft und Prophetie so verschmelzen wie Nächstenliebe und Gerechtigkeit in der Bibel.

 

3. Ermutigung

 

Als Zeichen der Ermutigung bringe ich ein klitze-kleines unscheinbares, symbolisches Geschenk. Es stammt aus einem der ersten Ostergottesdienste in der Böblinger Betriebsseelsorge, bei dem alle zu Beginn mit einem solchen Stück Kette gefesselt worden waren. Das gespenstische Klirren werde ich nie vergessen. Mit diesem Symbol konnten wir zwei Botschaften vermitteln:

 

 Evangelium ist befreiende Botschaft. Jesus nennt uns seine Freunde und nicht Knechte. An diesem Osterabend hingen die Schlüssel der Vorhängeschlösser am großen, hölzernen Kreuz. Zwar konnte sich keiner mit gefesselten Händen selber befreien, aber wir konnten einander befreien. Christlicher Glaube ist nicht Selbsterlösung, sondern befreiende Praxis in der Gemeinschaft. Alles andere ist Irrlehre.

 

 Und die zweite Erfahrung an diesem Abend: wir haben die Ketten am Boden wieder aufgenommen und zu einer langen Kette der Solidarität zusammengeschlossen. Solidarität ist unsere Kraft, nur miteinander sind wir stark.

 

In diesem Sinn, in diesem Geist wünsche ich der Betriebsseelsorge Heilbronn eine gute Zukunft.

 

Paul Schobel

 

 

 

 



Josef Krebs und Paul Schobel

Werner Langenbacher (Betriebsseelsorger Ravensburg)



Horst Söll (ehem. Betriebsratsvorsitzender Drögmöller/Volvo) bei seinem Vortrag über Drögmöller/Volvo

Infotafel Drögmöller/Volvo

Horst söll hat gemeinsam mit der Belegschaft, der IG-Metall und mit Unterstützung der Betriebsseelsorge 10 Jahre um den Standorterhalt von Drögmöller/Volvo in Heilbronn gekämpft.



Audi Tor 6 mit Betriebsratsvorsitzendem Norbert Rank

Norbert Ranks Beitrag

 

Kolleginnen und Kollegen

Liebe Gäste

Meine Damen und Herren,

 

Ich habe heute die Ehre, an der Reise, anlässlich des 40 jährigen Jubiläums der Katholischen Betriebsseelsorge teilzunehmen und auch noch zu sprechen.

Eine Ehre deshalb, weil ich hier an dieser Stelle nicht nur als Betriebsrat der Audi reden darf, sondern auch gleichzeitig über einen Mann reden darf, den ich persönlich schon als Kind und als Jugendlicher in unserem Heimatdorf Erlenbach hab erleben dürfen.

Karl Keicher war eine Person, die ich aus meiner Sicht, schon in recht jungen Jahren kennengelernt habe. Er war mit seiner Familie als Betreuer in Ferienfreizeiten dabei, in denen ich als Jugendlicher, als Ministrant, dabei sein durfte.

Karl hat 1954 bei NSU eine Ausbildung begonnen. Wie mir seine Frau Traudl gesagt hat, hat er sich immer für Menschen eingesetzt. Im Werkzeugbau bei NSU hat er dann bis im Jahre 1971 gearbeitet. Seine Nähe zur Kirche und seine politische Einstellung haben es ihm schwer gemacht, bei den damaligen Betriebsratswahlen auf die Liste zu kommen.

Der Kollege Martin Thum und er haben damals dann die 2. Liste, die Liste der CGM, im Werk Neckarsulm zur BR Wahl 1965 gegründet.

Er wollte und hat Interessenvertretung machen wollen, er hat dies konsequent verfolgt.

Jahrzehnte später, ich erinnere mich an ein Waldfest im Kaysteinbruch in Erlenbach, hat er mirt gesagt, Norbert, das war ein großer Fehler, das war nicht im Sinne von mir, was sich durch diese Aktivität bis heute entwickelt hat.

Er hat über die Jahre und Jahrzehnte hinweg festgestellt, dass Interessenvertretung immer noch am stärksten ist, wenn sie aus einem Guss kommt.

Die Auswirkungen in der heutigen Zeit, in der die Solidarität, die Geschlossenheit, die Kraft die Arbeitnehmerinteressen zu bündeln, wurde durch die Gründung von kleinen Gruppierungen nicht gestärkt, sondern sie bietet heute Mindertheiten im Betrieb, Politik ohne Kraft und ohne Ziele und Stärke zu betreiben.

Gruppierungen die in der heutigen Zeit ohne Tarifverträge im Betrieb Interessen vertreten wollen, die keine Grundlagen haben, die sich eigentlich nur auf das Gesetz berufen können, helfen heute den Mitarbeitern in den Betrieben überhaupt nicht.

Die CGM ist keine wirkliche Gewerkschaft, weil sie Interessen nicht bündelt, sondern spaltet. Das C hat wenig mit christlich zu tun. Dies ist nicht im Sinne von Karl und wir schätzen heute das Engagement der Katholischen Betriebsseelsorge für die arbeitenden Menschen, besonders für diejenigen die persönliche Unterstützung nötig haben.

Viele CGMler fühlen sich als große Windräder, erzeugen aber keinen Strom. Machen nur Geräusche und beschäftigen sich selbst.

Wir stehen im Betrieb auch nur einem Arbeitgeber gegenüber.

Josef, ich wünsche der Katholischen Betriebsseelsorge zu ihrem Jubiläum alles Gute und eine erfolgreiche seelsorgerische Arbeit.



Ankuft auf dem J.A. Becker Gelände in Erlenbach mit unserer Busflotte (großzügig zur Verfügung gestellt von der Firma GROSS. Danke!).

Karl Rank (ehemaliger Betriebsratsvositzender J.A. Becker)

 

Karl Rank

Ansprache anlässlich 40 Jahre Betriebsseelsorge bei J.A. Becker

 

- Wie kam die Verbindung zwischen J.A. Becker, Betriebsseelsorge, Karl Keicher und Betriebsrat zustande? Karl Keicher und ich kommen aus der gleichen Heimatgemeinde Erlenbach/Binswangen

- Ich war bei der Fa. JAB 33 Jahre Betriebsrat bzw. Betriebsratsvorsitzender

- Aufmerksam wurde ich bei einem BR-Seminar Angebot, ausgeschrieben von der Kirche. Das hat mich neugierig gemacht. Was hat Kirche mit dem Betr.VG zu tun?

Es hat sich bei dem Seminar bald herausgestellt, dass die menschliche Seite im Vordergrund stand.

- Durch die gute Zusammenarbeit mit Karl Keicher und dem Betriebsrat der Fa. JAB, enstanden unsere traditionellen Wochenendseminare mit Familie. Ob in Schöntal oder Löwenstein, für uns Betriebsräte sind dadurch immer gute und wegweisende Ideen entstanden.

- Das gleiche galt bei unseren regelmäßigen Azubi- Seminaren mit Geschäftsleitung , insbesondere mit Frau Böck und den Ausbildungsleitern. Ich denke es waren fruchtbringende Seminare, sei es für unsere Azubis, Betriebsräte oder für die Geschäftsleitung.

-Unsere Seminare wurden immer ökumenisch durchgeführt. Referenten von katholischer Seite Karl Keicher und von evangelischer Seite Hans Rosenberg, Fritz Oppenländer, Gerhard Hofmeister, Hans Pötzl und Volker Stücklen.

- Wichtig für Karl Keicher war sein „Sachausschuss“ – Arbeit und Beruf-

Es gab in diesem Sachausschuss viele gute Gespräche sowie gut vorbereitete Aktionen.

Zwei Themen die mir heute noch in Erinnerung geblieben sind:

1. Unseren Gemeindepfarrern die Probleme der Arbeitswelt näherbringen.

Wir haben Gemeindepfarrer in die Fa. Eingeladen. Wichtige Frage war:

Frauen in Männerberufen

- wie geht das?

War für uns in der Fa. Eine Selbstverständlichkeit.

Für unsere Gemeindepfarrer eher schwierig.

Als Gemeindepfarrer dann sahen, dass Mädchen wie Jungs bei der Ausbildung keine Probleme miteinander haben und die Mädchen die Gesellenprüfung genauso gut ablegten wie Jungs, war das Verständnis dann doch vorhanden.

2. Thema war im Gegenzug:

- Betriebsräte predigen im Gottesdienst

- im Sachausschuss arbeiteten wir Predigttexte über Arbeitslosigkeit, Arbeit und Beruf aus

Predigen im Gottesdienst war für mich eine ganz neue Erfahrung, z.B.: 2 Gottesdienste am Samstagabend und am Sonntag nochmals 2 Gottesdienste in den verschiedenen Gemeinden-

- Meinungsverschiedenheiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretung blieben nicht aus.

Zwei gute Berater an meiner Seite:

- Karl Keicher von Seiten der Betriebsseelsorge und Werner G. Schrott von der IG Metall. Am Ende haben wir immer einen guten Kompromiss ausgearbeitet.

Karl Keicher hat viel dazu beigetragen, Berührungsängste zwischen Kirche und Gewerkschaften abzubauen.

Karl Keicher war für mich, in all den Jahren, Wegbegleiter und Ruhepol.

2002 übernahm Josef Krebs das Amt des Betriebsseelsorgers. Vorstellung war schon gewöhnungsbedürftig, mit seinem Pferdeschwanz und seinen Bikerstiefeln.

Scheibchenweise hat Josef seine Vorstellung der Amtseinführung mitgeteilt. Als der Vorschlag kam, seine Amtseinführung hier in der Firma JAB durchzuführen, da musste ich doch mehrmals schlucken.

Toll fand ich, dass unsere Geschäftsleitung, insbesondere Frau Böck, spontan ihre Zusage gegeben hat, die Amtseinführung hier im Hause JAB durchzuführen. Dass Kirche in den Betrieb kommt, war schon eine kleine Sensation.

Überraschend: über 300 Personen waren an diesem Tag anwesend.

Dafür danken, dass die Zusammenarbeit zwischen Josef Krebs und Betriebsrat der Fa. JAB so nahtlos überging. Fand ich toll.

Inzwischen hat sich ein gutes Vertrauensverhältnis entwickelt. Mittlerweile freundschaftlich verbunden.

Wünsche Josef für seine vielfältigen Aufgaben

-Betriebsseelsorge, Fernfahrerseelsorge, Betriebsrat, Mobbing usw.

Viel Kraft und Gottes Segen.

 

 



Werner Schrott (ehem. 2. Bevollmächtigter der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm)

Werner G. Schrott

Reise durch 40 Jahre Betriebsseelsorge

Station J. A. Becker

Vierzig Jahre Betriebsseelsorge, zu meiner Schande muss ich gestehen, ich kenne zwar seit vierzig Jahren engagierte christliche Gewerkschafter – damals war ich jung und denen gegenüber skeptisch eingestellt – die Betriebsseelsorge kenne ich aber erst seit 23 Jahren.

Es war bei I. A. Becker (JAB) wo ich Karl Keicher, den ersten Betriebsseelsorger von Heilbronn kennenlernte.

 

JA Becker und die DDR

1991 war mein erstes Jahr bei der IG Metall, nach und nach lernte ich die Betriebe kennen, die ich in den Folgejahren betreuen sollte. An einem Wochenende in dieser Anfangszeit tauschte ich mich mit einem Freund aus, der zur gleichen Zeit, wie ich bei der IGM, als Berater bei der Steinbeis-Stiftung angefangen hatte. Im Grunde ist mir aus diesem Gespräch nichts im Gedächtnis geblieben außer einem kurzen Dialog. Hinzufügen muss ich noch, wir waren Beide vorher in der ehemaligen DDR und hatten dort mehrere Betriebe besichtigt.

Nach einer Besichtigungstour durch die Heilbronner Region sagte der Freund, in dem Metallbereich wo du arbeitest gibt es moderne Betriebe, aber einen Betrieb habe ich gesehen, der machte einen Eindruck wie die Betriebe in der DDR, meine Antwort, ja, so einen habe ich inzwischen auch kennengelernt. Wir sprachen beide vom selben Betrieb und glaubten nicht, dass dieser die nächsten Jahre überleben würde.

 

Sanierung

Jetzt gehört es zwangsläufig zu den Aufgaben eines Gewerkschafters alles zu tun um Arbeitsplätze zu retten und Betriebe zu erhalten.

Dabei gibt es Erfolge und noch viel mehr Misserfolge.

Erfolge in der Sanierungsarbeit waren durchaus, die 10 Jahre die wir bei Drögmöller, nach dem Schließungsbeschluss, noch gewonnen haben.

JAB, die vermeintlich so marode „DDR Firma“, ist im Gegensatz zu Drögmöller und vielen andere Firmen aber ein dauerhafter Erfolg geworden.

Nur, dass keine Missverständnisse aufkommen, wenn ich als Gewerkschafter über die Sanierung einer Firma rede, keine Gewerkschaft der Welt kann eine Firma alleine retten. Dies ist ursächliche Aufgabe der GL,

dabei unterstützen sie der BR, die Belegschaft und auch die zuständige Gewerkschaft.

Vereinbarungen

Wir vereinbarten bei JAB manches:

Sanierungstarifverträge, die den Beschäftigten einiges an Geld und Arbeitszeit abverlangten.

Auflösen von Liquiditätsengpässen durch Verschieben von tariflichen Leistungen, wie Sonderzahlungen und Tariflohnerhöhungen.

Umstrukturierungen, die die Abläufe verbesserten und für eine rationellere Produktion sorgten.

Qualifizierungspläne und Maßnahmen um die Beschäftigten auf neue Anforderungen vorzubereiten.

Manchmal bat ich sogar die Presse sorgfältig und zurückhaltend über die Krisensituation der Firma JAB zu berichten, denn wer eine Firma vor der Insolvenz als solche bezeichnet, erreicht nur, dass diese Firma keine Aufträge mehr erhält und schlägt ihr so die Beine weg, die sie zum Überleben braucht.

Lieber war uns allen eine positive Berichterstattung, solange es noch eine reelle Chance gab. Im Übrigen, die zuständigen Journalisten waren sich dieser Verantwortung durchaus bewusst.

Mit Mühe zum Erfolg

Es gab Zeiten da war die Firma JAB, beim BR, bei Karl Keicher, bei der IGM ständig präsent oder wie soll man es nennen, wenn der damalige BRV im Urlaub beim Tanken nach der Hebebühne der Tankstelle schaut und subtil Werbung für die „besseren“ JAB-Hebebühnen macht, dabei Visitenkarten der Firma verteilt.

Wenn ein Professor bei der IGM einen Vortrag über eine Wirtschaftsreise nach China hält und er danach über die Erfolgsaussichten für Hebebühnen und Kompressoren im Reich der Mitte befragt und der Kontakt des Professors zur GL hergestellt wird.

Vieles war Aktionismus, nicht Zielorientiert genug, manches war erfolglos, einiges hatte erst nach dem zweiten oder dritten Anlauf Erfolg.

Wer will sich beklagen, im 118 ten Jahr ihrer Geschichte steht die Firma JAB wieder gut da und niemand käme auf die Idee sie würde in der Ex-DDR stehen.

 

Ein Wort zur Geschäftsleitung

Eine große Rolle in dieser schwierigen Zeit spielte natürlich die Geschäftsleitung, wir konnten Vorschläge machen, den Finger in die Wunde legen, notwendige Zeit über Sanierungstarifverträge gewinnen, aber wir mussten Gehör finden und irgend jemand musste die Vorschläge umsetzen.

Und das war die GL mit der Belegschaft.

Der Erfolg hat viele Väter, sagt man, aber wieso eigentlich nur Väter.

Unternehmerisches Risiko

Eine Lüge unserer Wirtschaftsordnung war immer, dass das unternehmerische Risiko, hohe Gewinne rechtfertige. Nur zwei Mal erlebte ich, dass Eigentümer ein hohes persönliches Risiko eingingen.

Frau Böck war eine von den Beiden, als Eigentümerin stand sie mit hohem persönlichen Risiko zu ihrer Firma.

Aufgeben, verkaufen, persönliches Vermögen zulasten der Firma retten, kam für sie nicht in Frage.

Also rede mir niemand mehr nur von den Vätern des Erfolges.

Ich kenne leider viel mehr andere Unternehmer, aber die sind glücklicherweise heute nicht eingeladen.

 

Konflikte

Das heißt nicht dass es keine Konflikte gab, die gab es immer,

über Arbeitszeitverkürzung,

Tariflohnerhöhungen, ich höre noch im Ohr den wiederkehrenden Aufschrei: „schon wieder mehr Lohn“,

Entgeltverzicht, wir wollten ihn nur befristet und nicht auf Dauer, die Geschäftsleitung andersherum,

Über unfähige Entscheider, die wir weg haben wollten und die andere Aufgaben brauchten.

Doch (WGS): „Wer den Konflikt scheut, wird den Kompromiss nicht erreichen. Deshalb habe ich Unternehmern ihre Konfliktbereitschaft nie übelgenommen“.

Zur Wahrheit gehört aber auch, die IG Metall war ja selbst immer Konfliktbereit.

Einige von uns haben noch Karl Marx gelesen, er schreibt:

„Nicht der Mensch ist schlecht, sondern die Verhältnisse und Zwänge denen Menschen ausgesetzt sind.“

 

Bei JAB in allen diesen Auseinandersetzungen immer dabei:

Vermittelnd, klare Position beziehend, uns den Rücken stärkend Karl Keicher und später Josef Krebs.

Erinnerungen die bleiben

JAB war nicht der Normalfall, es gab auch andere Beispiele:

Der Kampf gegen die Molex-Schließung, (WGS) „Es hat Alternativen gegeben, aber wir sind bei der Geschäftsleitung (anders wie bei JAB) auf taube Ohren gestoßen.“ Zuletzt blieb nur eine Gebetsrunde der Entlassenen mit Paul Schobel. Aber das war auch notwendig und hilfreich für die Betroffenen.

Oder als Hans Pötzl von der evangelischen Fraktion der Firma „Gott und Sohn“, wie er es selbstironisch einmal nannte, Umstrukturierungen bei der KW Weinsberg anmahnte und auf einer Betriebsversammlung richtigerweise sagte, „Der Fisch stinkt vom Kopf her“. Was ihm ein Hausverbot einbrachte.

Auch die KW genauso wie Molex gibt es in der Region nicht mehr.

 

40 Jahre Betriebsseelsorge das sind Momente wie:

Wenn ein Geschäftsführer sagt, wir brauchen zur Schlichtung von Streitigkeiten im Betrieb keinen Pfaffen und dann später auf dem Heilbronner Wochenmarkt so nebenbei zu mir sagt, das war ein guter Rat, der Konflikt wurde inzwischen gelöst.

 

Wenn die Lehrwerkstatt während einer letzten Betriebsversammlung aus den eisernen Schwellen eines Reisebusses ein Kreuz schweißt.

 

Wenn muslimische Jugendliche nach der Predigt auf der gleichen Betriebsversammlung zu mir kommen und anerkennend sagen, der Pfarrer, gemeint war Josef, hat auch für uns Muslime gesprochen.

 

Wenn eine Amtseinführung für einen Betriebsseelsorger in einem Betrieb, nämlich hier bei JAB stattfindet, bei den Menschen, den Beschäftigten, für die der Betriebsseelsorger da sein will.

 

Und so schließt sich der Kreis bei JAB.

Aber ein Kreis hat kein Ende,

vielleicht treffen wir uns in 20 Jahren wieder zum 60 jährigen Jubiläum einer, hoffentlich auch dann noch, konfliktbereiten Betriebsseelsorge und die immer noch weiß auf welcher Seite sie zu stehen hat.

 

 



Die Geschäftsleitung, vertreten durch Sybille Klumb, ließ in Erinnerung an Karl Keicher einen Baum pflanzen...

...den Pfarrer Paul Schobel segnete. Traudel, Erhard und Johanna Keicher


 

 

Zu Gast beim DGB



Marianne Kuglert-Wendt Bezirksgeschäftsführerin ver.di

Marianne Kugler-Wendt überreicht Josef Krebs einen "you´ll never walk alone" Schal


Paul Schobel, Marianne Kugler-Wendt und Dr. Rudolf Luz 1. Bevollmächtigter IG Metall Heilbronn-Neckarsulm

Dr. Rudolf L u z

Erster Bevollmächtigter der

IG Metall Heilbronn-Neckarsulm

 

40 Jahre Katholische Betriebsseelsorge in Heilbronn

DGB-Haus

Rede am 15. November 2014 in Heilbronn

 

Es gilt das gesprochene Wort!

Liebe Freunde der Katholischen Betriebsseelsorge,

liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

sehr verehrte Anwesende!

 

Wir möchten hier - vor dem DGB-Haus – der Katholischen Betriebsseelsorge im Namen des DGB und aller DGB-Gewerkschaften zu Ihrem 40. Geburtstag herzlich gratulieren, ihr alles Gute wünschen und vor allem herzlich Danke sagen. Gut, dass es Euch gibt.

Gut für uns, weil Ihr seid uns ein wichtiger Begleiter auf dem doch so mühevollen, beschwerlichen Weg der Emanzipation der arbeitenden Menschen.

Mit der Katholischen Betriebsseelsorge begann die Zuwendung der Kirche auf die Arbeitswelt. Als in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nochmals die Forderungen nach mehr Mitbestimmung laut wurden, gab es auch in der Kirche Menschen, die gleichzeitig mehr Zuwendung der Kirche für die Probleme der Menschen in den Betrieben forderten. Zu ihnen gehörte einer unserer ständigen Wegbegleiter Paul Schobel. Hier in der Region war es Karl Keicher und ist es heute Josef Krebs.

Als die Betriebsseelsorge in Heilbronn ihren Anfang nahm, standen wir als IG Metall in einer harten Auseinandersetzung: das Audi Werk in Neckarsulm sollte stillgelegt werden. Die Folge wäre ein brutaler Kahlschlag von über 12.000 Arbeitsplätzen gewesen. Es war ein harter, aber am Ende erfolgreicher Kampf. Erfolgreich war er deshalb, weil es uns gelungen ist, dass sich die Betroffenen wehren, sondern weil wir darüber hinaus die breite Solidarität im ganzen Unterland geschaffen haben. Audi bietet heute 16.000 Menschen Arbeit, indirekt gesehen sind es knapp 20.000. Es war wichtig, in diesem Konflikt auch die Kirchen auf unserer Seite zu haben.

Das war auch später so. Der lange Kampf um die Arbeitszeitverkürzung, um mehr Lebenszeit war letztlich auch nur erfolgreich, weil wir über die Streikenden hinaus die Unterstützung und Zuspruch bekamen. Wer mit dabei war, weiß wie wütend Arbeitgeber, Teile der medialen Öffentlichkeit und Politik gegen uns vorgingen. Verlässlich auf unserer Seite standen unsere Kollegen der katholischen Betriebsseelsorge. Beispielhaft für mich der Einsatz meines geschätzten Pater Godehard Fuchs beim siebenwöchigen Streik der Drucker in meiner Heimatstadt. Oder bei schwierigen Betriebsratsgründungen. Immer dann, wenn Konflikte sich zuspitzten, standet und steht ihr auf unserer Seite.

Und in mancher Rede oder Stellungnahme war die gesellschaftliche Kritik am Bestehenden von Euch grundsätzlicher formuliert als von manchem Gewerkschafter.

Die Werte der Gewerkschaften wurzeln in der sozialistischen Arbeiterbewegung, in der christlichen Soziallehre, den Kämpfen der Bürgerrechtler und den sozialen Bewegungen: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität ebenso wie Anerkennung, Respekt und Würde sind die Grundlagen für unser gemeinsames Handeln.

Und wenn wir die Dinge heute betrachten? Wie ist es um die Würde der Arbeit bestellt, wenn Arbeitskraft zur billigen Leihware wird? Wie steht es um die Anerkennung von Arbeit, man davon nicht leben kann? Und wenn wir an die Staus auf der A6 denken, machen wir uns ausreichend Gedanken über die Arbeits- und Lebenssituation der LKW Fahrer?

 

Ja, wir sind eine dynamische Wirtschaftsregion. Aber dieser Strukturwandel schafft immer auch Verliererinnen und Verlierer. Immer noch haben wir mehr als 10.000 Menschen ohne Arbeit in der Region. Und wir wissen, dass Arbeitslosigkeit nicht nur Menschen ausgrenzt, sondern auch arm macht, trotz sozialer Unterstützung. Und, wir haben es immer noch mit einem finanzmarktgetriebenen Kapitalismus zu tun, der strukturelle Ungleichheit schafft.

 

Wir Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter stehen täglich in den harten Auseinandersetzungen. Ihr als Katholische Betriebsseelsorger unterstützt uns dabei. Es geht dabei nicht nur um das Begleiten, sondern auch um den notwendigen Austausch und Diskurs. Wir befragen uns doch ständig und suchen die richten Antworten, Lösungen und Wege. Weil, wenn wir auf Veränderungen drängen, müssen wir die Menschen überzeugen.

 

Da Veränderungen in unserer Gesellschaft not tun, brauchen wir Gewerkschaften Partner. Hierzu gehören auch die Kirchen. Nehmen wir die Frage der Arbeitszeit und die ausweitende Flexibilisierung nach den Belangen der Unternehmen. Hier sind die Grenzen häufig überschritten. Der Sonntag ist längst nicht mehr heilig und Papi ist samstags auf Schicht. Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte und dazu brauchen wir auch euer Wissen und euer Verständnis von Zeit, Arbeit und Muße, wenn wir Arbeit und sinnhaftes Leben in eine Balance bringen wollen. Noch haben wir eine Schieflage.

 

Auch dort, wo die Grenzen des Zulässigen überschritten werden, wo Menschen überfordert werden, sich selbst ausbeuten, Leistungsgrenzen durchbrechen, irgendwann nicht mehr können, ausgebrannt sind, krank und ängstlich werden und jegliches Selbstvertrauen verlieren. Auch diese Menschen erhalten eure persönliche Zuwendung und eure Unterstützung: besonders diejenigen, die im Karussell interner Konkurrenzen gemobbt werden. Oftmals sind wir als Gewerkchaften hier überfordert, schaffen wir es nicht, hier noch helfen zu können. Auch hier tut es gut, auf Euch und Eure verlässliche, weil zutiefst menschliche Unterstützung verweisen zu können.

 

Wir wissen, dass ihr auch die gesellschaftskritische Diskussion in der Kirche führt. Auch dies ist wichtig. Ihr sorgt dafür, dass die Kirche sich den Problemen der Menschen und ihren Lebenswelten zuwendet. Glauben, Moral und Ethik sind nicht abstrakt, sie sind Teil des Lebens, und müssen an die Lebenswirklichkeit anschließen und dürfen – dies ist urchristlich – nicht die Schwachen ausschließen.

 

Uns geht es um Gerechtigkeit, Menschenwürde und ein gutes Leben. Das sind Ideale, zu denen wir uns gemeinsam bekennen. Gleichwohl sind wir keine weltfernen Idealisten. Ihr seid diejenigen, die gerade auch in der Kirche auf diese Wirklichkeiten hinweisen, die manche so gerne ausblenden würden, um jene heile Welt zu schaffen.

 

Wir danken Euch

• für Eure Unterstützung

• für Eure verlässliche Begleitung

• für den Zuspruch

• dafür, dass ihr in der Kirche den Blick auf die Arbeitswelt wendet

• und dafür, dass ihr mit uns gemeinsam für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der arbeitenden Menschen kämpft.

 

Mit 40 Jahren ist man noch jung. Wir haben gemeinsam noch viel vor.

Bleibt uns weiter wohlgesonnene und gute Freunde! Wir ver.di, die IG Metall, der DGB und die anderen Einzelgewerkschaften wünschen Euch alles Gute!

 

 




Geschäftsführer u. Mitinhaber der Fa. GROSS Andreas Kühner und die Busfahrerkollegen Dieter Müller, Peter Thometzek, Gerd Eisemann und Lena Reindl

Zur riesen Überraschung werden drei wunderbare, von Lena Reindl selbst hergestellte, Torten übergeben











 

Nächster Halt Rathaus

Josef Krebs arbeit seit nunmehr 10 Jahren mit der Stadt Heilbronn zusammen, hält verschiedene Seminare und die Betriebsseelsorge ist auch bei den Gesundheitstagen der Stadt vertreten. Der Einsatz von Personal- und Organisationsamt, des Personalrates und die intensive, sehr gute und unterstützende Zusammenarbeit, sowohl auf fachlicher als auch auf menschlicher Ebene führte schließlich dazu, dass die Stelle der Betrieblichen Sozialarbeit eingerichtet wurde. Die gute Kooperation wird auch mit der Inhaberin dieses Amtes, Marion Mika, weitergehen.

 

 



Ute Horch, Birgit Haala (beide Personal-u.Organisationsamt HN), Torsten Reinhart (Vorsitzender des Gesamtpersonalrates HN)



Auch stellvertretender Dekan Pfarrer Donnerbauer dankte der Betriebsseelsorge mit sehr netten Worten


 

 

Last but not least - unsere Partner des KDA, aus dem ökumenischen Team, kamen nach unserer Rückkehr ins Heinrich Fries Haus zu Wort



Familie Keicher

Volker Stücklen ehem. KDA Sozialsektretär

Grußworte KDA

Volker Stücklen:

KDA – was ist das eigentlich? Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt – Betriebsseelsorge ist treffender und verständlicher!!!!!!!

• 1974 Geburtsjahr BS Heilbronn mit Karl Keicher

KDA gab es schon

• 1988 Volker Stücklen neu dabei – da war BS HN im pubertärem Alter (14!!!)

höre von gutem Miteinander Evangolen+Katholen

gemeinsam für die AN der Region Heilbronn/Hohenlohe unterwegs – besonders im Einsatz bei

• schwierigen Situationen im Arbeitsalltag – Konflikte – Mobbing – Süchten

• für Menschen, die vom System aussortiert wurden

BS + KDA fragen

• Nicht nach Parteibuch

• Nicht nach Gewerkschaftsbuch

• Nicht nach Gesangbuch

Wir fragen nach dir und sagen DU

• BS+KDA machen Betriebsräte+Personalräte in Seminaren fit für die Aufgabe, den Kolleginnen und Kollegen die es nötig haben, Luft unter die Flügel zu blasen

• BS+KDA sind präsent am 1.Mai und bei Betriebsversammlungen und Solidaritätsaktionen –Betriebsschließungen

• Ein Kommen und Gehen in den Teams BS/KDA - Glücksfall: es hat menschlich unter uns immer gestimmt – Karl in HN - Alfred und Maria in LB – Hans und Josef in HN – Martin in LB...

• Als Sozialsekretär war ich ein wenig neidisch auf die treffende Berufsbezeichung „Betriebsseelsorger“ – da wissen die Leute mehr damit anzufangen

• Anekdote: Zu Beginn eines Seminars oder Referats sandte Karl ein Stoßgebet zum Himmel:

„Herr Gott, ich hab mich gut vorbereitet – jetzt bisch du dran –lass me ned hänge!“

• BS HN ist mit 40 ins Schwabenalter gekommen – richtig gscheit sind se eigentlich schon immer – mit dem Herz auf dem rechten Fleck

• BS - wurde zum Glück schon erfunden

• BS – ist bekannt in der Region

• BS - ist klug und weise

• BS HN wurde 2002 nur um 25% reduziert

• KDA HN 2002 um 50% !!!!!!!!!!!

• Es gibt 9 Betriebsseelsorger in der Diözese

• Es gibt 4 Wirtschafts- und Sozialpfarrer in der Ev. Württembergischen Landeskirche im Bereich KDA

• BS – wird hoffentlich nie in Rente gehen!!

• Danke für viele Jahre vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit im „global player: GOTT&SOHN“ –Glückwunsch zum 40. Geburtstag!!!!

Brot und Rose als Geschenk überreicht!!

 

 

 

 



Hajo Pötzl ehem. Industriepfarrer Heilbronn

 

Karl Keicher wie ihn Hans Pötzl sah

 

Paradoxe Intervention ist eine "neue" Erfindung in der Psychotherapie.

Dabei hat Karl Keicher die "paradoxe Kommunikation" vor 25 Jahren schon erfunden, in der "Ökumene": So konnte Karl schon mal sagen:

- "Isch des an evangelischer Stift, weil der bei mir ned duad ..." und schon waren wir mitten im Gespräch

- Manche TN wollten gern das Trennende betonen (also "die Katholiken sind dann doch ..." oder "wir Evangelischen sind aber ..."), deshalb haben wir am bunten Abend Witze über unsere "Eigenen" gemacht und immer noch einen draufgesetzt.

Und in dieser paradoxen Kommunikation dann die Suche nach dem Verbindenden geweckt.

Ein Gesprächskreis hatte sich im Herbst das Thema 'Tod' gewünscht. Den ganzen Nachmittag wollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann doch nicht so richtig drangehen an dieses Thema. Also haben Karl und ich einen halben Abend lang Beerdigungswitze erzählt; so wurde das "schallend über den Tod lachen" von Ostern her doch noch wahr ...

- dann wurde Karl selbst todkrank. Als er ein Treffen nicht wahrnahm, habe ich ihn angerufen: "Karl, wo bleibsch denn?" - Au, des han i ganz vergessa, woisch, bei mir isch dr Ochs in Brunna gfalla, i hab an kendskopfgroßa Tumor em Bauch ..."

Zwei Tage vor seinem Tod habe ich ihn noch in Heidelberg in der Klinik. Mit schwacher Stimme, aber wachem Geist und hellwachem Humor begrüßte er mich mit "Die müssat da oba a ganz dringende Aufgab für mi han, dass die mi jetzt so schnell holat!" Sein letzter Satz zu mir war: Woisch, es müsst scho Wunder g'scheha, wenn ich nomol davo komma sollt; aber ihr Evangelische glaubat ja net an Wunder ..."

Karl, der Echte , hin und wieder meine eine Teilnehmerin unserer Tagungen: "also, der ist aber sehr deftig ...". Ja, fand ich auch, aber mit seiner Deftigkeit konnte er manchen Sachverhalt klarer und eindeutig beschreiben, als das jede gedrechselte Wortwahl je gekonnt hätte. Wenn er z.B. sagte: "Dem lfft a drRotz da Backa nuff", wusste man sofort was gemeint war: Er sprach von einem, bei dem (nach Eigenaussage) alles zum Besten lief.

Oder wenn Karl sagte: "Ha, der isch so g'scheit, der putzt da Arsch voram sch ...a" (geschrieben trau ich's mir nicht ausgeschrieben), dann hatte man den Besserwisser entlarvt.

Als Alt 68er kam ich vom Kopf her auf Politik;Karl war politisch, aber nicht deutlich zuzuordnen. Aber wenn er sagte, dass er alleweil "für die kloone Leut" war, dann hat das gelebt, was ich als politisches "Bekenntnis" aussprechen konnte und hat es (auch mir) vorgelebt.

Unser 'Wort in den Tag', wir nannten es selbstironisch "WindT", lag uns beiden am Herzen und da gben wir uns auch Mühe (und unterstützten uns gegenseitig). Da konnte dann schon mal ein Betriebsrat oder andere nicht als "kirchennah Verdächtige" schon mal fragen: "Sag amol, was sen denn ihr für komische Heilige, Euch kammer doch traua, staht des wirklich en dr Bibel dren?!"

So hat Karl immer wieder den Geschundenen und Schwachen 'a weng Luft unter die Flügel geblasen'.

- Auf einem WE-Seminar mit dem KS Gesprächskreis hat einer einen Gast mitgebracht.

Ich hatte Gesprächsleitung, das Thema weiß ich gar nicht mehr; ein TN kommt, wie schon am Vormittag, auch am Nachmittag immer und immer wieder auf sein "Lieblingsthema" 'Daran sind nur die Ausländer schuld ...' und 'Die Asylanten sind Schmarotzer ...'; 'Das Boot ist voll...'.

In mir baut sich eine solche Wut auf, dass ich nicht mehr adäquat reagieren kann, mir schwillt der Hals und demnächst brüllt es aus mir heraus: "Halt endlich dein Maul, du Faschist".

Karl spürt das, zum Glück vor den anderen Teilnehmern und tut etwas, was wir sonst eigentlich grundsätzlich nicht tun: Er nimmt mir die Gesprächsleitung weg mit einem: 'Ich seh', du brauchst grad eine Auszeit'. Als der Rechte" wieder anfängt mit seinen ausländerfeindlichen Sprüchen, entzieht ihm Karl in allergrößter Ruhe und Souveränität das Wort: Ich glaub, wir haben alle verstanden, was Du sagen willst, jetzt wär's doch aber auch interessant, zu hören, wie die anderen denken. Als der nochmal ansetzt - Karl: Danke, ja, wir haben dich verstanden, aber jetzt machen wir in der Gruppe weiter.

Und alle kamen ins Gespräch, der mit den rechten Sprüchen hatte seine Aufmerksamkeit gehabt, die anderen konnten beruhigt zu ihren Themen kommen. Hätte ich meinerseits eine Tirade gegen ihn losgelassen, hätte ich mir zum einen seine Waffen übergestülpt und zum anderen hätte ich die anderen in seine "rechten" Arme getrieben.

Das waren nur "Holzschnitte" von Karl Keicher, der mir vom ökumenischer Gegenüber erst zum Kollegen und dann auch zum Freund wurde. Karl Keichers "ParadOchs" ist nicht in den Brunnen gefallen, sondern auf fruchtbaren Boden, bei vielen ...

 



Wirtschafts- und Sozialpfarrerin Karin Uhlmann

Lieber Josef, liebe Frau Aschauer,

herzlichen Glückwunsch vom KDA-HN. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich als Wirtschafts- und Sozialpfarrerin die Nachfolge von Volker Stücklen beim KDA angetreten habe. „Ein ganz wichtiger Kooperationspartner ist Josef, die Betriebsseelsorge, den musst du unbedingt gleich am Anfang besuchen,“ so Volker.

Und dieser Besuch war der Beginn unserer sehr guten Zusammenarbeit!

Herzlichen Dank für die Einführung in das große Arbeitsfeld „Mobbing-„ – ein Phänomen, das mir in seiner Tragweite für Betroffene, deren Familien, den Arbeitsplatz bis hin zur Gesellschaft, so nicht bewusst war. Ich konnte viel von Dir und Martin, euch alten Hasen, lernen.

 

Der Mobbing-Kongress in Bad Boll, der auch in dieser ersten Phase lag und den wir gemeinsam vorbereitet hatten in zahlreichen Treffen mit unseren Mitarbeiterinnen und den Kollegen von Baden, war ein glanzvoller Höhepunkt unserer gemeinsamen Arbeit.

 

Ein weiteres gemeinsames Arbeitsfeld erschloss sich im 2. Jahre unserer Zusammenarbeit: Wir setzten uns gemeinsam ein für faire Arbeitsbedingungen von Pflegekräften hier in der Region, durch eine enge Vernetzung mit der Mitternachtsmission, Verdi und dem Pflegestützpunkt Heilbronn.

Last but not least sind unsere 1/4jährliche Treffen zwischen unseren beiden Teams zu erwähnen. Wenn Claudia und ich zu Euch kommen, werden wir mit einem wunderbaren Frühstück an einem liebevoll gedeckten Tisch empfangen. Wertschätzende Gespräche werden geführt, Informationen fließen, die gesellschaftliche, politische und kirchliche Lage unseres Landes wird reflektiert – wertvolle Treffen, die unsere Arbeit bereichern, dafür habt herzlich Dank!

Weil wir wissen, dass euch neben all der Arbeit, auch das Wohlsein sehr wichtig ist, haben wir Euch als Geschenk ein Wohlfühlset zusammengestellt, das Euch Claudia überreichen wird.

 



Musikalische Untermalung des Abends durch "Benno Music"

 

Danach ließen wir den Abend ausklingen bei einem Abendessen in gemütlicher Runde und schauten zurück auf einen ereignisreichen schönen Tag.

 

                                      Vielen Dank für euer Kommen

                                             und eure Unterstützung!

                                          

 


(Kopie 1)

Wieder einmal wurde Josef Krebs interviewt. Hier der ganze Artikel aus der Zeitung "Trans aktuell" vom 12. september 2014

 

Hier der Artikel als PDF




Trucker & Country-Festival 2014 Geiselwind

500 Showtrucks und 10 Musikbands sorgen für Stimmung

Kirche für Fernfahrer bei Trucker & Country-Festival

Kult ist das Country & Trucker-Festival in Geiselwind für tausende begeisterte Fahrer und ihre Fans schon seit Jahrzehnten. Das traditionsreiche Festival umfasste auch dieses Jahr ein umfangreiches Programm, zehn Musikbands sorgten für Stimmung. An diesem Pfingstwochenende war die Katholische Betriebsseelsorge im zehnten Jahr dabei auf dem Autohof Strohofer zwischen Würzburg und Bamberg; wieder mit einem eigenen Truck als Kirche für Fernfahrer. Vier Seelsorger luden mit „Talk am Truck“ zu Gesprächen und Austausch ein. Verteilt wurden die CD „Einparkhilfe für die Seele“ und kleine Holzkreuze. Und jeder durfte seine eigene Christopherus-Medaille für die Armaturentafel prägen. Getragen wurde das Angebot in diesem Jahr von den Betriebsseelsorgern Hans Gilg (Bistum Augsburg), Norbert Jungkunz (Erzbistum Bamberg), Josef Krebs (Bistum Rottenburg-Stuttgart) und Hans-Georg Orthlauf-Blooß (Bistum Mainz).

Da ein „Hallo“, dort ein vertrautes „Wie geht es?“. Wenn die Seelsorger über den Platz gehen, kennen sie viele; entweder aus den Vorjahren oder aus den Begegnungsmöglichkeiten, die sie das Jahr über anbieten. Besonders im Erzbistum Bamberg hat die Fernfahrerseelsorge eine lange Tradition. Hier finden regelmäßig Frühschoppen, Stammtisch-Treffen und auch Wochenendveranstaltungen für Fahrer mit ihren Frauen statt. Bei einem Besuch am Fahrerlager der Spedition SFT-Transport, die auch den Kirchentruck kostenlos zur Verfügung stellte, wird Norbert Jungkunz (Coburg) gar als „Papst der Fernfahrer“ tituliert. Eine gewisse Verehrung schwingt deutlich mit! Die kommt auch nicht von ungefähr. Die Seelsorger sind geschätzt, weil sie zuhören und sich für die Belange der Fahrer einsetzen. „Für mich heißt Pfingsten, herauszugehen aus den Kirchen auf die Plätze, um dort mit den Menschen, die eben gerade da sind, zu reden und sie ein Stück ihres Lebensweges zu begleiten“, erläutert er seinen pastoralen Ansatz.

Auch für Josef Krebs (Heilbronn) sind die persönlichen Gespräche Highlights, wenn die Fahrer erzählen, wie sie mit ihrem Leben zurechtkommen. Die physischen und psychischen Belastungen sind hoch, sagt er. Großer Termindruck, ständige Kontrollen und lange Arbeitszeiten sind die Regel. Besonders für die „osteuropäischen Billiglöhner“, die unter sklavenähnlichen Bedingungen auf der Straße seien, stelle sich die Situation verschärfend da. In seinem Dienst an den Fahrern sieht er für sich den biblischen Auftrag „Geht hinaus in die Welt“ erfüllt.

Hans Gilg (Augsburg) erlebt bei den Fahrern besonders deren Sorge um die Familie zu Hause. „Sie würden gerne zu Hause mehr präsent sein, stehen aber in ihrer Freizeit auf Parkplätzen fern der Heimat.“ Auch viele Ehen scheitern durch die lange Abwesenheit, so Gilg. Er stellt heraus, dass das Ansehen der Fahrer in der Gesellschaft nicht hoch sei. Oft würden sie „wie der letzte Dreck behandelt!“ Das macht vielen Fahren ziemlich zu schaffen, ist seine Beobachtung. Deshalb sind solche Festivals so wichtig. Hier sind sie und ihre Fahrzeuge die „Kings“ und werden bewundert. Viele bringen nach Geiselwind die ganze Familie mit. Und mancher Firmenchef finanziert ihnen die Teilnahme an diesem Event und ermöglicht ihnen so die Erfahrung zu einer großen Gemeinschaft zu gehören. Neben der Begegnung steht beim Festival besonders die Bewunderung für die Fahrzeuge im Vordergrund. Truck reiht sich an Truck. Auf dem weiträumigen Autohofgelände stehen etwa 500 Zugmaschinen dicht nebeneinander. Eine schöner als die andere, mit großer Liebe zum Detail, mit sehenswertem Airbrush und gekonnten Umbauten. „Das sind keine Trucks von der Stange“, stellen die Seelsorger fest. Man sieht man die Begeisterung und den Stolz der Fahrer und Besitzer.

Den Abschluss bildete am Pfingstmontag ein ökumenischer Country-Gottesdienst.

Hans-Georg Orthlauf-Blooß

 

















interview mit josef krebs im aktuellen "busfahrer" (ausgabe 1/2014)





Artikel vom 21.Oktober 2013, erschienen in der Heilbronner Stimme

 

Artikel hier zum Download




Artikel erschienen im Trucker, Ausgabe 11/2013

©TRUCKER 11/2013

 

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Bilder vom Gewerkschaftskongress 2013 in Berlin






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